Sparstrumpf nur noch ein schlaffer Sack

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Weissbach - Was waren das noch für Zeiten, in denen die Gemeinde Weißbach regelmäßig Geld auf die hohe Kante legen konnte. Klar ist, diese Zeiten sind vorbei. Die einstmals so üppig fließenden Gewerbesteuern sind eingebrochen, die Gemeinde muss, um den Haushalt 2010 auszugleichen, das Ersparte antasten.

Von Henry Doll
Auf Eis gelegt. Die Turn- und Festhalle wird vorerst nicht einem Neubau weichen. Immerhin wurde aber schon in die Planung investiert.Foto: Henry Doll
Auf Eis gelegt. Die Turn- und Festhalle wird vorerst nicht einem Neubau weichen. Immerhin wurde aber schon in die Planung investiert.Foto: Henry Doll

Weissbach - Was waren das noch für Zeiten, in denen die Gemeinde Weißbach regelmäßig Geld auf die hohe Kante legen konnte. Klar ist, diese Zeiten sind vorbei. Die einstmals so üppig fließenden Gewerbesteuern sind eingebrochen, die Gemeinde muss, um den Haushalt 2010 auszugleichen, das Ersparte antasten. Dem Verwaltungshaushalt müssen rund 534 000 Euro aus dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Eine andere Möglichkeit sah der Gemeinderat nicht und stimmte daher am Montag einstimmig für diese Maßnahme.

Notgroschen bleibt

Insgesamt hat der Haushaltsplan für dieses Jahr ein Gesamtvolumen von fast 5,08 Millionen Euro. Zwar ist die Kochertalgemeinde im Vergleich zu manch anderer Gemeinde noch gut ausgestattet. Wie Kämmerer Werner Grüb sagte, wird Weißbach nach den Planungen für dieses Jahr am Ende noch 1,056 Millionen Euro im Sparstrumpf haben. Gemeinderat Dr. Achim Kuhnle wurde bildhaft und fand, dass angesichts der Entnahme in Höhe von über einer halben Million Euro "leider nur noch ein schlaffer Sack" vom einst prallen Sparstrumpf übrig bleibe.

Hauptgrund ist der Gewerbesteuereinbruch. Wie die Verwaltung um Bürgermeister Rainer Züfle im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung ermittelt hatte, muss "nach Rücksprache mit dem Hauptgewerbesteuerzahler" die Gewerbesteuer mit insgesamt 250 000 Euro um 350 000 Euro niedriger angesetzt werden als 2009. So stand es in der Sitzungsvorlage zu lesen. Und dies, obwohl der damalige Ansatz bereits um über 1,138 Millionen Euro geringer war als im Jahre 2008.

Viel erledigt

Bürgermeister Rainer Züfle betonte, dass sich die Gemeinde 2010 mit Investitionen notgedrungen zurückhalte. Aber vieles wurde auch schon abgearbeitet. So fallen beispielsweise 2010 aller Voraussicht nach keine Kosten für Kanalreinigung und Kanalsanierung in Crispenhofen an. Diese Arbeiten hatten 2009 mit zusammen immerhin rund 44 500 Euro zu Buche geschlagen. An Großprojekte wie etwa die Sanierung oder den kompletten Neubau der Turn- und Mehrzweckhalle ist vorerst nicht zu denken. Doch allgemein wurde im Rat betont, dass hier das Motto "aufgeschoben ist nicht aufgehoben" gilt. "Es ist unsere letzte große Aufgabe", machte Sigrid Haustein (SPD) die grundsätzliche Bedeutung dieser Baumaßnahme deutlich. Auch Ulrich Rüdele (FWV) forderte dazu auf, die Bedürfnisse der Bürger nicht aus dem Blick zu verlieren. Es sei gewiss "schmerzlich", dass Turn- und Festhalle, Umbau des Bauhofes und des Feuerwehrgerätehauses auf die lange Bank geschoben werden müssten. "Aber klipp und klar gesagt, wir leben von der Substanz." Betretenes Nicken im kleinen Ratssaal.

Pläne in Schublade

Es sei freilich "Gold wert", dass Weißbach in den vergangenen Jahren umsichtig und sparsam gewirtschaftet habe. Das hatte zuvor auch Dr. Achim Kuhnle (BWV) betont: "Die solide Haushaltspolitik unserer Verwaltung unterstützen wir vollumfänglich. Sie erfüllt die Pflichtaufgaben und setzt die wünschenswerten Freiwilligkeitsaufgaben auf die Zeitschiene."

Mit Blick auf die Festhalle seien 80 000 Euro für Planungen bis zur Baugesuchsreife eingestellt worden. Man sei gerüstet, wenn wieder mehr Luft sei.

Kuhnle und Rüdele zeigten sich erleichtert, dass die Investitionen in die Wasserversorgung weiterlaufen. Kuhnle wertete dies sogar als "eine Art inneres Darlehen an den Wasserhaushalt".

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