Sparkasse Hohenlohekreis setzt Wachstumskurs 2019 fort
Kredite für privaten Wohnungsbau waren besonders gefragt. Gute Provisionserträge kompensieren Minus beim Zinsüberschuss. Durch die expansive Geldpolitik der EZB erwartet die Sparkasse höhere Herausforderungen.

Im Geschäftsjahr 2019 überschritt die Bilanzsumme der Sparkasse Hohenlohekreis erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro. Die Bank sei in vielen Bereichen dynamisch gewachsen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Finanzierung im Wohnungsbau floriert
Besonders rege habe sich die Kreditnachfrage für den privaten Wohnungsbau entwickelt. Davon getragen, seien die gesamten Kredite an Privatkunden im vergangenen Jahr um gut elf Prozent auf 742 Millionen Euro gestiegen.
Noch stärker sei das Wachstum bei den Neuzusagen. Über 175 Millionen Euro neue Wohnungsbaudarlehen: Das sei ein Viertel mehr als 2018. Mit beiden Wachstumswerten liege die Sparkasse Hohenlohekreis in der Spitzengruppe aller Sparkassen in Baden-Württemberg.
Die Kreditzusagen an Unternehmen hätten mit über 30 Prozent ebenfalls deutlich zugelegt. Durch hohe Tilgungen sei das Kreditvolumen der Firmen allerdings leicht gesunken. Das gesamte Kreditvolumen liege nun über 1,2 Milliarden Euro.
Einlagenvolumen weiter gestiegen
Erneut lebhaft verlaufen sei das Einlagengeschäft. So hätten die Privatkunden in 2019 knapp 68 Millionen Euro zusätzlich bei der Sparkasse auf die hohe Kante gelegt. Die gesamten Einlagen seien im Jahresverlauf um knapp vier Prozent auf 1,59 Milliarden Euro gestiegen.
Wertpapiere boomen
Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase würden immer mehr Kunden Teile ihres Vermögens in Wertpapiere anlegen. Zum Jahresbeginn sei die Kauflaune angesichts des schwachen Börsenverlaufs in 2018 zwar etwas gebremst gewesen, zum Jahresende habe das Umsatzvolumen aber knapp zwei Prozent über dem Vorjahreswert gelegen.
"Angesichts der Aussagen seitens der Europäischen Zentralbank ist klar, dass Wertpapiere auf absehbare Zeit zentraler Baustein einer guten Vermögensanlage bleiben werden", erklärt Vorstandsvorsitzender Bernd Kaufmann. Viele Kunden profitierten in 2019 vom guten Börsenverlauf. Insgesamt sei das Wertpapiervermögen der Kunden um rund 27 Prozent auf 425 Millionen Euro gestiegen.
Kräftige Zuwächse habe es im Bauspargeschäft sowie im Versicherungsgeschäft gegeben. Auch in der Immobilienvermittlung sei ein neuer Rekordwert erzielt worden.
Provisionsgeschäft wichtiger denn je
Die Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank belaste zunehmend den Zinsüberschuss der Sparkasse Hohenlohekreis. Die gute Entwicklung im Provisionsgeschäft habe dies im vergangenen Jahr erfolgreich kompensieren können. Der Jahresüberschuss werde voraussichtlich gut zwei Millionen Euro betragen. Die nach wie vor gute Risikosituation trage zu diesem Ergebnis bei.
Zinsüberschuss wird weiter sinken

Angesichts der im September 2019 seitens der EZB beschlossenen Ausweitung der expansiven Geldpolitik erwartet die Sparkasse Hohenlohekreis steigende Herausforderungen. "Wir müssen mit einem weiteren Rückgang unseres Zinsüberschusses rechnen", erklärt Kaufmann. Dennoch blickt er optimistisch nach vorne: "Durch eine Vielzahl an Maßnahmen konnten wir in den letzten Jahren die Auswirkungen des Negativzinsumfelds auf unsere Ertragslage abbremsen. Dafür werden wir auch in Zukunft weiterarbeiten und ich bin überzeugt: Es wird uns gelingen."
Stimme.de
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