So schön, schön war die Zeit
Langjährige Weggefährten verabschieden Bürgermeister Thomas Föhl in den Ruhestand.
Die Haarfarbe hat sich verändert. Das Lachen ist das gleiche geblieben. Das stellte nicht nur Landrat Dr. Matthias Neth bei der Verabschiedung von Bretzfelds Bürgermeister Thomas Föhl (54)fest. Als Föhl vor 24 Jahren vereidigt wurde, war er der jüngste Bürgermeister im Hohenlohekreis - seit diesem Wochenende ist er der jüngste in der Runde der Ehemaligen. Die Eintrittskarte in diese Runde, die goldene Ehrenmedaille, überreichte Neth, nachdem er Föhls Wirken für die Gemeinde mit launigen Worten gewürdigt hatte.
Gemeinsam
5500 Arbeitstage hat Föhl damit verbracht, 17 Baugebieten und zwei Gewerbegebiete auf den Weg zu bringen. Außerdem wurden in diesen 24 Jahren Kindergärten, Sporthallen und Sportstätten gebaut, elf Kilometer Radweg und fünf Hochwasserrückhaltebecken. Das und noch viel mehr zählte Bürgermeister-Stellvertreter Dieter Wenninger in seinem Rückblick auf. Gemeinsam haben sie fast ein viertel Jahrhundert für die Gemeinde gewirkt. Wenninger und seinem Vorgänger Hans-Jörg Grieb dankte Föhl für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit. Auch seinem Rathausteam, allen voran seiner Sekretärin Ursula Sailer, sagte Föhl Dank. Mit einer rauschenden Party hatten die Mitarbeiter ihren Chef am Mittwoch verabschiedet und mit Musik am Freitag aus dem Rathaus geleitet. Viel Musik umrahmte auch den Festabend in der Brettachtalhalle.
Dass Föhl Musik (gerne auch Rock) mag, eine überwältigende Leidensfähigkeit als VfB-Fan beweist, als bestgekleideter Bürgermeister galt und vor allem wegen seiner Kompetenz und seines kommunalen Denkens geschätzter Kollege war, plauderte Schöntals Bürgermeisterin Patrizia Filz aus. Dass Föhl zudem singen kann, verriet Gemeinderätin Christine Meichsner. Sie hatte für eine lange Busfahrt nach Budaörs ein Bretzfeld-Lied zu der Melodie von "So schön war die Zeit" gedichtet. Das Schwabbacher Chörle erntete für die humorvollen Strophen großen Applaus. Dass in Budaörs und dem fränkischen Pretzfeld nicht nur Partner, sondern Freunde leben, das wurde in den Reden von Tomas Wittinghof und Rose Stark deutlich. Mit der Ehrenbürgerwürde von Budaörs würdigte und überraschte Wittinghof seinen Freund. Beide haben in den 24 Jahren viel zusammen erlebt. Und viele Reden hat Föhl in dieser Zeit gehalten: Ernste, heitere, leichte und schwierige. "Diese heute gehört zu den schwierigen", gestand Föhl. "Auch wenn ich aus vollem Herzen überzeugt bin, dass es richtig ist, geht heute doch ein Lebensabschnitt zu Ende." Für den wünscht er sich, noch einmal 30 Jahre bei guter Gesundheit mit seiner Frau Sabine und seiner Familie verbringen zu dürfen.
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