SLK-Neubau in Möckmühl?
Zukunft nach Klinikschließungen: Umsetzung des Strukturkonzepts kommt voran − Ärzte aufgeschlossen

Der zum 1. März vollzogene Auszug der Chirurgie in Brackenheim macht die geplanten Krankenhausschließungen im Zabergäu und in Möckmühl greifbar. Auf dem Papier steht fest, wie es an den beiden Standorten weitergehen soll. Nun arbeitet die Stadt-Landkreis-Kliniken GmbH (SLK) daran, die Konzepte umzusetzen. In Möckmühl deutet sich eine Änderung an: Die Stadt hat ein zentrumsnahes Grundstück für das Gesundheitszentrum angeboten.
Viele Bürger im Umfeld der kleinen Krankenhäuser haben sich noch nicht mit der Schließung abgefunden. Zudem gibt es Zweifel, ob die neuen Strukturkonzepte umgesetzt werden können. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg", versichert dagegen SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges. Er verweist auf Gespräche mit niedergelassenen Ärzten, mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Sein Eindruck: "Die KV begleitet uns positiv, unterstützt uns nach ihren Möglichkeiten." Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer lehnt die Klinik-Schließung nach wie vor ab, ist aber damit zufrieden, wie weit die SLK mit der Umsetzung des neuen Konzepts gekommen ist.
Budget In Möckmühl hat die SLK nach eigenen Angaben einige Mediziner überzeugen können. Gut sehe es aus in den Bereichen Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, HNO und Allgemeinmedizin. Nicht von Erfolg gekrönt waren die bisherigen Versuche, einen Urologen ins Boot zu holen. Es fehle an Budgetmitteln und damit an der Bereitschaft eines Mediziners, in Möckmühl eine Zweigpraxis zu eröffnen. Noch unklar sei, ob eine radiologische Abteilung eventuell in der Chirurgie-Praxis angesiedelt werden könnte. Jendges will bis Mitte des Jahres mit den Ärzten zu verbindlichen Absichtserklärungen kommen. Der Geschäftsführer ist sicher, dass auch der Notarztstandort, eine ambulante Notfallversorgung und eine allgemeinmedizinische Versorgung gewährleistet werden können.
Das Konzept sieht vor, das bestehende Gebäude zum Teil zu entkernen und zu sanieren. Kostenpunkt: acht bis neun Millionen Euro. Nun liegt Jendges aber ein Vorschlag der Stadt Möckmühl vor. Es geht um ein Grundstück in der Nähe der Altstadt. "Es ist das Areal, wo derzeit der Bauhof steht", sagte Bürgermeister Ulrich Stammer der Stimme. Dieser Standort habe unter anderem den Vorteil, dass er mehr Menschen in die Innenstadt führt. Ein Neubau hätte zudem den Vorzug, dass die Ambulanz im alten Krankenhaus während der Bauzeit weiterlaufen könnte. In den nächsten Wochen werde sich klären, ob dieser Vorschlag umgesetzt werden kann, erläutert Jendges.
Aus umliegenden Kommunen ist immer wieder die Sorge zu hören, dass die geplante Einrichtung in Möckmühl Ärzte aus anderen Städten und Gemeinden abzieht. Stammer verweist darauf, dass es im nördlichen Landkreis insgesamt ein Plus an Fachärzten geben soll. Thomas Jendges versichert: "Wir werben keine Ärzte ab." Aber: Das geplante medizinische Zentrum sei attraktiv, es könne eine gewisse Sogwirkung auf Mediziner erzeugen.
Grundversorgung In Brackenheim hat der Krankenhausförderverein um Bürgermeister Rolf Kieser den Kampf um eine stationäre Abteilung mit 30 bis 40 Betten noch nicht aufgegeben. Die SLK-Geschäftsführung macht den Brackenheimern wie berichtet allerdings wenig Hoffnung. Nach Angaben von Thomas Jendges wurde inzwischen geprüft, ob die neue Einrichtung samt Geriatrischer Reha an das bestehende Ärztehaus angedockt werden kann. "Das ist baulich leider nicht möglich, es fehlt der Platz." Nun ist der Neubau auf den jetzigen Krankenhausparkplätzen vorgesehen. Für die geplante Grundversorgungspraxis gebe es einen Interessenten. Ziel sei, die bis jetzt auf Talheim und Brackenheim aufgeteilte hausärztliche Notfallpraxis bis zum 1. Juli in Brackenheim zusammenzufassen. Erhalten bleibe der Notarztstandort.
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