Sindelbach muss für einige Zeit in die Röhre
Schöntal - Der Sindelbach fließt mitten durch Marlach und gibt dem Ort samt der Allee an seinem Ufer ein besonderes Flair. Dass das so bleibt, lässt sich die Gemeinde etwas kosten. 361 000 Euro, um genau zu sein.

Schöntal - Der Sindelbach fließt mitten durch Marlach und gibt dem Ort samt der Allee an seinem Ufer ein besonderes Flair. Dass das so bleibt, lässt sich die Gemeinde etwas kosten. 361 000 Euro, um genau zu sein. Diese Summe ist angesetzt für die Sanierung der Sindelbachmauer, die marode geworden ist.
Frostschäden
Schon in den vergangenen 15 Jahren sei die Bachmauer immer wieder Thema gewesen, erinnert der Marlacher Gemeinderat Thomas Schmitt. Deshalb sei die Mauer jetzt so desolat und die Sanierung so teuer. Gerhard Regner, Leiter des Kreistiefbauamts, gibt ihm recht. In den letzten beiden Jahren hätten die kalten Winter für die drastische Verschlechterung des Mauerwerks gesorgt. Um ihre Standhaftigkeit ist es auf einer 245 Meter langen Sanierungsstrecke nicht mehr allzu gut bestellt ist.
Die Mauer ist zum Teil stark ausgebrochen und unterspült. Auch der Wurzeldruck der Bäume tut ihr nicht gut. An den schadhaften Stellen soll die Mauer abgetragen werden und auf einem neu betonierten Fundament mit den alten Steinen neu aufgebaut werden, damit die Mauer auch künftig ein einheitliches Bild abgibt. Wo die Mauer selbst noch in Ordnung ist, das Fundament aber unterspült ist und zu wünschen übrig lässt, wird die Basis der Mauer 60 Zentimeter tief ausgegraben und ebenfalls mit Beton standhafter gemacht. Schadhafte Fugen werden ausgeräumt und neu verfugt. Aber nicht nur die Bachmauer wird saniert.
Die Bäume werden vom Hohenloher Baumexperten Claus Henne begutachtet, der auch über Pflegemaßnahmen entscheidet. Vermutlich müssen einige der Bäume fallen. Doch sie sollen ersetzt werden, um das Erscheinungsbild der Allee zu erhalten. Außerdem führen drei Fußgängerstege über den Bach. Um sie ist es ebenfalls nicht zum Besten bestellt. Auch sie müssen saniert werden. Kostenpunkt pro Steg: 16 000 Euro. Deshalb wird künftig auf einen der Stege verzichtet. Die restlichen beiden werden nicht nur durch Stahlbetonkonstruktionen ersetzt. Die neuen Brücken sollen auch 40 Zentimeter höher sein, damit sie bei Hochwasser nicht mehr überspült werden.
Ökosystem
Die Sanierungsarbeiten sollen, so Bürgermeisterin Patrizia Filz, schnellst möglich ausgeschrieben werden, in der Hoffnung, günstige Angebote zu bekommen. Die Hälfte der Kosten trägt übrigens der Landkreis. Ausgeführt werden die Arbeiten indes erst in der zweiten Jahreshälfte, um die Eingriffe ins Ökosystem des Sindelbachs zu minimieren. Denn der Bach wird während der Sanierungsarbeiten aufgestaut und in einem Röhrensystem in die Jagst geleitet. Als ökologischer Ausgleich für die Eingriffe ins Bachbett, in dem auch eine neue Wasserentnahmestelle für die Feuerwehr angelegt wird, wird eine Staustufe des Baches vor dessen Mündung in die Jagst entfernt. Damit wird der Bach für seine Bewohner wieder durchgängig gemacht.
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