Schulmöbel made in Hohenlohe

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Hohenlohe - Neue Fächer und moderne pädagogische Ansätze brauchen andere Tische und Stühle

Von Manfred Stockburger

Hohenlohe  - Bildung hat mit Büchern zu tun. Klar. Aber längst nicht nur: Auch Möbel leisten einen wichtigen Beitrag zu einem positiven Lernumfeld. Heute brauchen Lehrer kein Podest mehr im Klassenzimmer, um ihre Unfehlbarkeit in Massivholz zu demonstrieren. Veränderten Lernformen in Möbeln gerecht zu werden ist die Aufgabe, der sich die Produktentwickler der Öhringer Firma Hohenloher Spezialmöbelwerk Schaffitzel immer neu stellen müssen.

Gefragt ist vor allem Flexibilität: Tische, Stühle, aber auch Schränke und Tafeln müssen "fit für den pädagogischen Zehnkampf" sein, wie Vertriebschef Jochen Zeuch erklärt: Projektarbeit und das zunehmend geforderte fächerübergreifende Arbeiten lassen alte, starre Raumstrukturen alt aussehen − gerade in naturwissenschaftlichen Fachräumen. Dabei wecken Experimente die Lernfreude der Schüler. Besonders in den sogenannten Mint-Fächern, also Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, ist anschaulicher Unterricht gefragt.

Räumliche Hürden

Statt wie in neuen Fächern wie Naturphänomene wirklich übergreifend arbeiten zu können, diktiert die Verfügbarkeit von Chemie-, Physik- oder Bio-Sälen aber oftmals den Stundenplan. "Um die vielversprechenden didaktischen Ansätze verwirklichen zu können, sind räumliche Hürden zu nehmen", sagt Zeuch. Eine weitere Herausforderung für die Öhringer Schulmöbelbauer ist die Computerisierung des Unterrichts − nicht mehr nur im IT-Raum kommen Rechner zum Einsatz, sondern immer öfter auch im normalen Klassenzimmer.

Die Hohenloher, die ihre Herkunftsbezeichnung weltweit als Marke führen, haben ein System entwickelt, das die räumlichen Grenzen zwischen den Naturwissenschaften aufweicht: Nawis nennt das Unternehmen den multifunktionalen Fachraum. Der Clou dabei: Die Arbeitsplätze der Schüler werden von oben mit Strom, Gas und Computersteckdosen versorgt. Werden die Anschlüsse nicht gebraucht, klappt der Lehrer den sogenannten Medienlift an die Decke − und fertig ist das Klassenzimmer, das auch für eine AG oder Sprachunterricht genutzt werden kann. Weltweit haben die Öhringer inzwischen rund 4000 Klassenzimmer mit dem Medienlift ausgestattet, erzählt Zeuch.

Nicht nur in Sachen Technologie verfolgt das Unternehmen neue Ansätze, sondern auch bei der Ergonomie: rückenfreundliche Stühle und höhenverstellbare Tische, die mit den Kindern mitwachsen können. Ein spannendes Thema für Hohenloher ist ebenso die Ganztagsschule. Die braucht zusätzlich zu Klassenräumen eine Mensa, Ruhe- und Bewegungsräume, Platz für Spiele und Projekte. "Bei sinnvoller Ausstattung können diese Bereiche am Vormittag für den Unterricht genutzt werden", sagt Jochen Zeuch. Hier gilt ebenso, dass die Möbelbauer auf den Wandel des Schulsystems mit flexiblen Einrichtungsgegenständen reagieren müssen.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben