Stimme+
Hohenlohe

Schüler kehren an Schulen zurück, das Klassenzimmer Bauernhof bleibt aber noch zu

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Corona hat auch den Lernort Bauernhof nicht verschont. Klar: Ohne Schule keine Schüler, ohne Schüler keine Besuche auf den Bauernhöfen. Auch wenn die Schüler nun wieder in ihre Schulen zurückkehren, bleiben die grünen Klassenzimmer noch geschlossen. Die 16 teilnehmenden Betriebe können noch keine Führungen anbieten.

Daniela Lutz ist eine der engagierten Bäuerinnen, die sich an Klassenzimmer Bauernhof beteiligt und nicht nur ihre Kälber den Kindern zeigt.
Foto: privat
Daniela Lutz ist eine der engagierten Bäuerinnen, die sich an Klassenzimmer Bauernhof beteiligt und nicht nur ihre Kälber den Kindern zeigt. Foto: privat  Foto: privat

Normalerweise bieten die 16 landwirtschaftlichen Betriebe, die sich im Hohenlohekreis an der Aktion Klassenzimmer Bauernhof beteiligen, 80 Führungen pro Jahr an. Egal, ob auf dem Schafhof, auf der Hühnerfarm, im Schweine- oder Rinderstall - Schüler können in Hohenlohe viel über die Landwirtschaft erfahren. Vor Ort sehen sie, wie Kartoffeln gepflanzt und geerntet, wie Spinat oder Beeren angebaut werden, sie hören von den Landwirten, wie deren Alltag aussieht, wer die Tiere füttert, wenn sie Urlaub machen.

Klassenzimmer Bauernhof ist eine Aktion vom Bauernverband Hohenlohe und Partner vom Lernort Bauernhof, der landesweiten Aktion. Andrea Bleher vom Bauernverband Hohenlohe ist Vorsitzende des Forums auf Bundesebene. Sie organisiert auch die Schulungen der teilnehmenden Betriebe. Auf einer der jüngsten Weiterbildungen in der Akademie Kupferzell ging es darum, wie mit Einsatz digitaler Medien der Besuch auf dem Hof noch vielfältiger gestaltet werden kann, wie Schüler die Stationen mit Handy oder Tablet erkunden können.

Digital ist derzeit auch das Angebot für die Schulen, bis die Höfe wieder real von den Klassen besucht werden können. Darauf freut sich schon jetzt Daniela Lutz. Der Hof ihrer Familie bei Niedernhall beteiligt sich am Klassenzimmer Bauernhof. Derzeit führt sie aber nur (erwachsene) Besucher und vorbeikommende Spaziergänger über den Betrieb. Offenheit und Transparenz sind ihr wichtig. Denn die Häuser wachsen näher an die ehemals abgelegenen Höfe heran. Toleranz und Offenheit seien da wichtig.

"Ich fange immer mit der Heidi an", sagt Daniela Lutz von den Giebelhöfen. "Unsere Hündin mit dem Namen Heidi ist immer dabei, wenn es darum geht, zu lernen und das Verhalten der Tiere zu respektieren." Die junge Landwirtin sagt, dass es wichtig sei, die Arbeit der Bauern zu zeigen. "Heute ist es aber doppelt so wichtig, gesund zu bleiben, deshalb waren die Ställe vorübergehend ganz geschlossen", betont die studierte Diplomingenieurin für Landbau.

Stadtkind wird Bäuerin

Eigentlich ist sie ein Stadtkind aus Karlsruhe, das die Liebe für die regionale Landwirtschaft hier gefunden hat. Ihr Mann Peter, er ist Techniker für Landbau, und die beiden Kinder Annika und Felix wohnen wie die Schwiegereltern auf dem Hof, umgeben von vielen Obstbäumen. Die Äcker sind maximal fünf Minuten entfernt. In dritter Generation bewirtschaftet die Familie Lutz den Hof ohne weitere Angestellte. 1970 haben sie ihn ausgesiedelt. 400 Mastschweine und 100 Hektar Ackerfläche, Grünland und Wiesen werden vielfältig bewirtschaftet mit dem, was sie brauchen, wie Gras für Heu und Silage, Mais, Weizen und Gerste für eigenes Kraftfutter. 60 Kühe geben jeden zweiten Tag 2500 Liter Milch. Die Schwarzbunten und die Holsteiner können rund um die Uhr fressen, trinken oder liegen. Zweimal am Tag geht es in den Melkstand.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben