Schneller, sicherer und bequemer
Betriebs- und Recyclinghof Beltersrot soll nach Umbau kundenfreundlicher sein

Wenn der Betriebs- und Recyclinghof auf dem Gelände der Deponie "Stäffelesrain" in Beltersrot umgebaut ist, wird die Zeit des Wiegens größtenteils vorbei sein. Die von Bürgern oder Gewerbebetrieben angelieferten Abfallmengen werden dann nach einer Volumenpauschale abgerechnet − sofern diese nicht einen ganzen Lkw füllen. "Das ermöglicht eine sehr viel schnellere Abwicklung", sagt Silvia Fritsch, Leiterin der Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises.
Pauschale "Das Personal wird am Eingang schauen, was das Fahrzeug geladen hat und die Menge schätzen. Dann wird bezahlt und das Material kann abgeladen werden." Nur noch größere Lkw-Ladungen würden gewogen. Dies ist eine der zentralen Neuerungen des Umbaus, den der zuständige Ausschuss des Kreistags jetzt endgültig auf den Weg gebracht hat. Die Ausschreibung der Arbeiten und der Bau sollen noch in diesem Jahr erfolgen.
Die Mehrheit der Kreisräte entschied sich für die teuerste Variante: 1,6 Millionen Euro. Es gab zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Martin Schäfer (Grüne) moniert, man könne den Betriebs- und Recyclinghof auch "zu einem Drittel dieses Preises" umgestalten und sanieren. Rolf Weibler (CDU) kritisiert: "Für das, was wir bauen, kostet es verdammt viel." Irmgard Kircher- Wieland von der SPD und Patrizia Filz von den Freien sehen das ganz anders. Die eine sagt: "Ich bin froh, dass wir die sehr strengen Bauvorschriften zur Sicherheit aller einhalten", die andere: "Es ist gewaltig, was wir investieren, aber es muss nachhaltig sein und glaubwürdig gegenüber jedem Gewerbebetrieb in unseren Gemeinden, dass wir hier beim Umwelt- und Arbeitsschutz denselben Maßstab anlegen."
Die Verwaltung argumentiert: Es geht gar nicht günstiger, will man alle Vorschriften einhalten und die An- und Ablieferung so kundenfreundlich wie möglich gestalten. "Es gibt keine schlimmere Rechtsmaterie als das Abfallrecht", erklärt Landrat Dr. Matthias Neth. Und: "Kreuz- und quer fahren auf dem Gelände: Das wird es künftig nicht mehr geben. Alles wird viel geordneter ablaufen." Silvia Fritsch erklärt, wie es geht: "Es gibt einen grünen Bereich für die Anlieferer und einen roten für die Abfuhrunternehmen. Die Verkehrs- und Abladeflächen sind klar getrennt. Die Arbeit wird sicherer, der Komfort höher, die Abwicklung schneller."
Entwässerung Bei der Entwässerung schlägt der Kreis zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie wird so erneuert, dass die gesamte Deponie profitiert und auf sicherstem Stand weiterbetrieben werden kann, wenn der zweite Abschnitt mit schwach belastetem Müll (Bauschutt, Asbest oder Mineralwolle) in großen Mengen verfüllt wird. Dies wird aber erst in einigen Jahren der Fall sein.
Kleinere Mengen dieser und anderer Abfallstoffe können künftig auf dem Recyclinghof voll überdacht abgeladen werden. Die Container für Altholz, Altreifen, Sperrmüll, Fenster oder Metall sind abgesenkt und bequemer zu befüllen. Der Kreis wird ein Fahrzeug kaufen, um Container zu transportieren, sowie eine Tankanlage bauen, die bis zu 10 000 Liter Diesel fasst.
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