Rote Karte für Achtfamilienhäuser
Gemeinderat lehnt zwei Großprojekte des Öhringer Investors DS Immobilien ab − Unterschriftenliste

Gleich zwei ähnliche Pläne des Öhringer Bauträgers Dieter Schmetzer aus Öhringen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Pfedelbacher Gemeinderatssitzung: Jeweils zwei Gebäude mit acht Wohnungen sowohl in Pfedelbach als auch in Windischenbach. Die Zuhörerplätze im Sitzungssaal waren belegt: Vor allem Windischenbacher, die auch Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hatten, wollten wissen, wie das Gremium entscheidet.
Das Pfedelbacher Projekt war ohne Diskussion schnell vom Tisch. Zum einen gab es schon Einwendungen von Nachbarn. Zum anderen ist das Grundstück nur über einen Privatweg, der einer anderen Eigentümergemeinschaft gehört, erreichbar. "Die Erschließung ist damit nicht gesichert", so Bürgermeister Torsten Kunkel. Überfahrtsrechte liegen nicht vor. "Zuerst müsste man sich mit den Eigentümern wegen der Überfahrtsrechte einigen", meinte Gemeinderat Hans Wolf. Einstimmig wurde beschlossen, eine Genehmigung abzulehnen.
Empfehlung Auch an der Kreuzung Dorfgärtenstraße / Pfedelbacher Straße in Windischenbach möchte DS Wohnbau zwei Häuser mit jeweils acht Wohnungen bauen. Der Ortschaftsrat hatte dem Gemeinderat empfohlen, das Projekt abzulehnen mit dem Hinweis, dass maximal zwölf Wohneinheiten besser zum Ortsbild passen würden. "Es fügt sich nicht ins Ortsbild nach Paragraf 34 ein", verdeutlichte Ortsvorsteher Uwe Zinßer. Die Gebäude seien mit 22 Meter so lang wie keines in diesem Bereich.
Kritik übte er auch wegen fehlender Parkplätze und einer für ihn gefährlichen Lage der Tiefgarageneinfahrt. Dass Teile der Tiefgarage zudem in einem Bereich liegen würden, der in Karten von 100- jährigem Hochwasser (HQ100) überschwemmt werde, führte er ebenfalls noch an. 174 Unterschriften hatten Windischenbacher gegen das Projekt geleistet. "Immerhin 15 Prozent der Einwohner und nicht nur direkte Anwohner", stellte Zinßer fest.
Kunkel verbreitete keinen Optimismus: "Wir werden es rechtlich nicht halten können." Die Straßenverkehrsbehörde sehe die Einfahrt zu der Tiefgarage als unkritisch an. Rathaus-Mitarbeiterin Beate Pfeil hatte schon mit dem Landratsamt telefoniert. "Die Gebäude liegen außerhalb des HQ100", sei das Ergebnis gewesen.
Unterstützung Gemeinderat Michael Schenk sagte den Einsprüchen seine Unterstützung zu. "Ich bin dagegen, dass dort eine so große Wohnfläche entsteht", erklärte er. Gemeinderat Fritz Lösch war es auch das Wichtigste, dass die Pläne auf maximal zwölf Wohneinheiten beschränkt werden. Kunkel sagte zu, dass er nochmals mit dem Bauträger das Gespräch suchen werde. "Damit unsere Wünsche erfüllt werden", sagte er. Am Ende müsse sich aber die Baurechtsbehörde damit befassen und über den Antrag entscheiden.
Jeweils einstimmig fielen zwei Beschlüsse: Dass der Gemeinderat 16 Wohneinheiten ablehnt, dafür maximal zwölf − egal in welcher Aufteilung − befürworten würde. Die zweite Entscheidung betraf die Tiefgarageneinfahrt: Diese soll so geplant werden, dass sie über die Burghofstraße und Pfedelbacher Straße erfolgt.
Auf Anfrage der Hohenloher Zeitung reagierte DS Immobilien knapp. "Wir sind der Meinung, dass das Baurecht auf unserer Seite ist", erklärte Geschäftsführerin Manuela Hilkert. Mehr wolle man zu diesem Zeitpunkt dazu nicht sagen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare