Rock-Spektakel auf dem Öko-Acker
Hohenlohe - Willkommen in Wolpertshausen, willkommen auf dem Öko-Acker von BES-Chef Rudolf Bühler, der vom 22. bis 24. August Schauplatz einer Veranstaltung wird, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Einerseits politischer Kongress, andererseits Rockkonzert. Einerseits regionale Nachwuchsbands, andererseits Weltstars wie Joe Cocker oder die Scorpions. Einerseits ein Open-Air-Festival mit allem drum und dran, andererseits die konsequente Ausrichtung auf Ökologie. Drei Tage vor dem Benefiz-Festival Rock for Nature: ein Besuch auf dem Gelände

Hohenlohe - Das Feld ist abgeerntet, das Terrain mit Zäunen abgesteckt. 6000 Strohballen liegen fein säuberlich gepackt auf den Stoppeln. Auf jedem können bis zu vier Besucher Platz nehmen. Dort, wo sich das Gelände nach Westen wie eine natürliche Arena erhebt, steht etwas geschrieben: Rock for Nature. Auf 120 mal 20 Metern wurden die Ballen zu Buchstaben geformt – vom Hubschrauber aus klar zu erkennen, der Medienvertreter über das Gelände fliegt. 61 Tonnen Öko-Weizen sind eingefahren, sie werden jetzt zu Festival-Brot verarbeitet. 120.000 Laibe können mit dieser Menge gebacken werden – keiner muss also Hunger leiden, wenn das Benefiz-Open-Air der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BES) am Freitag startet.
Viel Betrieb
Es ist Dienstagmorgen, der Verkehr auf der A6 fließt wie gewohnt dahin. Nur daneben, an der Ausfahrt Ilshofen/Wolpertshausen, spielen sich ungewöhnliche Szenen ab. An allen Ecken wird gewerkelt. Die tausend Quadratmeter große Hauptbühne ist schon als solche zu erkennen, sie wird bis Donnerstag noch um einige Meter in die Höhe wachsen. Männer mit nackten Oberkörpern stehen auf einem Gerüst und hämmern. Pavillions, Zelte und Bierbänke stehen bereits.
Willkommen in Wolpertshausen, willkommen auf dem Öko-Acker von BES-Chef Rudolf Bühler, der vom 22. bis 24. August Schauplatz einer Veranstaltung wird, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Einerseits politischer Kongress, andererseits Rockkonzert. Einerseits regionale Nachwuchsbands, andererseits Weltstars wie Joe Cocker oder die Scorpions. Einerseits ein Open-Air-Festival mit allem drum und dran, andererseits die konsequente Ausrichtung auf Ökologie. Das heißt: kein Cola und kein Fastfood, dafür Bionade und regionale Gerichte. Dazu dezentrale Energieversorgung und klimaneutraler Ausgleich.
Die Infrastruktur einer Kleinstadt auf einen unberührten Acker zu verlegen, ist eine logistische Herausforderung. Dies alles ökologisch korrekt umzusetzen, noch viel mehr. Den Strom liefert ein „bodenständiges E-Werk“ aus dem Ort (Bühler). Richard Ley steht hinter dem Anbieter in sechster Generation, der mehr als 70 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen gewinnt. Nur bei den Aggregaten musste die EnBW aushelfen. „Aber die machen ja auch nicht nur Atomstrom“, so Bühler. Otto Geisel, Deutschland-Präsident von Slow Food, steht daneben und erklärt, warum das Festival so gut zum Vereinszweck passt. Seine Organisation und viele andere Partner wollen am Wochenende ein Zeichen setzen: Frieden mit der Natur, Frieden für die Menschheit.
Forum
Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen die Gentechnik. Und nicht nur auf der musikalischen Bühne haben sich Weltstars angesagt. Auch das politische Forum, das mindestens genauso wichtig ist, erwartet alternative Nobelpreisträger und globale Öko-Größen. Prinz Charles wäre auch gern gekommen, ist aber verhindert. Weil er die Gentechnik genauso verteufelt wie Bühler, erhält sein Bio-Hof Nachwuchs: eine Schwäbisch-Hällische Sau mit Namen Jolante und sieben Ferkel gehen über den Kanal. Dafür kommen die Scorpions schon am Samstag, verrät Bühler: „Sie werden sich abends unters Publikum mischen.“ Denn: „Joe Cocker haben sie schon so lange nicht mehr live erlebt.“
Karten gibt es bei allen bekannten Verkaufsstellen sowie an der Abendkasse. Genügend Park- und Zeltplätze sind vorhanden, das Programm steht auf www.rockfornature.de. Am Donnerstag ab 17 Uhr ist ein Warm-Up: mit vier Bands und freiem Eintritt. Kostenlos ist auch der Gottesdienst mit einem Gospel-Chor am Sonntag um 10 Uhr auf der Hauptbühne sowie das Forum, wo das politische Herz des Benefiz-Festivals schlägt. rei


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