Rewe will am Kreisel bauen
Der Lebensmittel-Vollsortimenter will am Kreisel zwischen Getrag und Autobahn-Auffahrt einen Markt bauen. Gemeinderat fasst Aufstellungsbeschluss für Sondergebiet.

Nach dem Lebensmitteldiscounter Netto soll es in Neuenstein bis Mitte 2015 auch einen Rewe geben. Der Lebensmittel-Vollsortimenter will am Kreisel zwischen Getrag und Autobahn-Auffahrt einen Markt mit 1400 Quadratmeter und 98 Parkplätzen bauen. Die Projektentwickler von Rewe und der ausführenden Baufirma Böpple, Heilbronn, stellten die Pläne dem Gemeinderat vor.
Wunsch
Dass der Wunsch nach einem Lebensmittelmarkt nicht ausreicht, um einen solchen genehmigt zu bekommen, haben andere Kommunen schon erfahren müssen. Der Markt in Neuenstein, führte Gerhard Beck von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung in Ludwigsburg aus, habe gute Chancen, genehmigt zu werden. Deshalb fasste der Gemeinderat am selben Abend den Aufstellungsbeschluss für das Sondergebiet, um es in den Flächennutzungsplan entsprechend aufzunehmen.
Der Netto gegenüber hat gerade einmal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Damit konnte er problemlos im Gewerbegebiet genehmigt werden. Mit 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche muss der geplante Rewe-Markt ein aufwendigeres Genehmigungsverfahren durchlaufen, erklärte Beck, da unter anderem die Auswirkung auf die Nachbarkommunen geprüft werden müssten. Neuenstein habe als Kleinzentrum Anspruch auf einen Markt dieser Größe, wenn er der Sicherung der Grundversorgung dient. Das sei gegeben.
Er beeinträchtige auch die Nachbarkommunen nicht, da Waldenburg zum ausgewiesenen Nahbereich Neuensteins zähle. Kupferzell sei zehn Kilometer entfernt und tendiere eher nach Künzelsau. "Im Bauleitverfahren werden alle Nachbargemeinden gehört", erklärte Beck. Waldenburgs Versuch, einen Supermarkt anzusiedeln, scheiterte im vergangenen Jahr.
Wirklichkeit
Roman Höhne erklärte für die Baufirma Böpple die Entwurfsplanung. Die sieht einen dreiteiligen Baukörper auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück direkt am Kreisel vor. Die Positionierung sei mit der benachbarten Firma Getrag abgestimmt, erklärte Höhne. Der Bau verzichte auf das sonst übliche Pultdach, damit der Markt keine unschöne Rückseite habe. Der acht Meter hohe Eingangsbereich werde zum Kreisel hin über die Ecke gezogen, damit er einladend wirkt. Vor der eigentlichen Verkaufsfläche ist Raum für einen externen Bäcker. "Das kann gerne ein lokaler Bäcker sein", sagte Höhne. Die Erschließung des Parkplatzes erfolgt über die Kirchensaller Straße. Es werde Rücksicht darauf genommen, dass Anliefer-Lastwagen und Kundenfahrzeuge sich nicht begegnen.
Auf einem Markt dieser Größe, erklärte der Vertreter von Rewe, werden üblicherweise rund 14 000 Artikel angeboten. Es gebe eine Ecke mit regionalen Produkten und Bedientheken für Fleisch, Wurst und Käse. 300 Artikel habe Rewe im Bio-Sortiment. Um Energie zu sparen, seien die Kühlprodukte hinter Glas.
Arbeitsplätze
Der Markt schaffe etwa 40 Teilzeitarbeitsplätze. Das Bauunternehmen sorgt für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die Erschließung. Auf sechs, sieben Monate bezifferte Höhne die reine Bauzeit. Vor der Entwurfsplanung habe es eine Abstimmung mit dem Regionalverband gegeben, sagte Bürgermeisterin Sabine Eckert-Viereckel.
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