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Hohenlohe

Recyclinghof in Waldenburg am Samstag letztmals geöffnet

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Mengen zu gering, Kosten zu hoch: Die Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises begründet das Aus und kündigt an, auch weitere Standorte kritisch zu prüfen.

Auf dem Recyclinghof in Waldenburg konnten unter anderem Altglas, Altpapier, Altkleider, Metallschrott, Batterien und kleine Elektrogeräte entsorgt werden.
Foto: dpa
Auf dem Recyclinghof in Waldenburg konnten unter anderem Altglas, Altpapier, Altkleider, Metallschrott, Batterien und kleine Elektrogeräte entsorgt werden. Foto: dpa  Foto: Daniel Naupold

Der Recyclinghof in Waldenburg wird am 30. Dezember letztmals öffnen. Das bestätigt die Abfallwirtschaft des Kreises (AWH) auf Anfrage. Ein Bürger hatte dies in einem Brief an die HZ kritisiert (siehe gestrige Ausgabe). Wie begründet die AWH diesen Schritt? "Er ist einer der kleinsten Recyclinghöfe im Kreis und liegt in direkter Nachbarschaft zum Wertstoffhof Stäffelesrain, dem zentralen Entsorgungszentrum im Hohenlohekreis", erklärt Sprecherin Anja Kohr. Dieser sei nur sechs Kilometer entfernt und in sechs Minuten erreichbar.

In Beltersrot werde ein "deutlich größeres Spektrum an Abfällen angenommen", als es in Waldenburg neben dem Bauhof möglich sei. Deshalb "sind die in Waldenburg abgegebenen Mengen vergleichsweise gering, die Kosten jedoch vergleichsweise hoch". Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und die stetig steigenden Entsorgungskosten habe man entschieden, den Standort zu schließen. Er war mittwochs von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Zentraler Wertstoffhof in Beltersrot und Schwerpunkthöfe boomen

Vor sechs Jahren war das Entsorgungssystem geändert worden, seitdem gibt es neben dem zentralen Wertstoffhof in Beltersrot vier Schwerpunkthöfe. "Wir sehen insbesondere seit der Fertigstellung und Etablierung des Wertstoffhofs Stäffelesrain, dass dieser von den Bürgern sehr gut angenommen und der Service des Standortes auch sehr geschätzt wird. Dies gilt auch für die Schwerpunkthöfe, die ebenfalls stark frequentiert werden."

Abfallwirtschaft schließt weitere Anpassungen nicht aus

Sind die acht normalen Recyclinghöfe also Auslaufmodelle oder stehen weitere Standorte auf der Kippe? Solche Höfe gibt es in Mulfingen, Gommersdorf, Bieringen, Künzelsau, Ernsbach, Öhringen, Neuenstein und Waldenburg. Die AWH schließt nach den Worten Kohrs nicht aus, die Struktur weiter anzupassen - "insbesondere, wenn in erreichbarer Nähe eine weitaus größere und modernere Entsorgungsanlage durch Umbau oder Neubau zur Verfügung steht". Zwar lege die AWH großen Wert auf eine gute Erreichbarkeit. "Aber auch die Wirtschaftlichkeit muss mit Blick auf die Gebührengerechtigkeit im Auge behalten werden". Jeder Haushalt zahlt über die Jahresgrundgebühr die Nutzung der Höfe mit.

Angebote auf Recyclinghöfen Schritt für Schritt reduziert

Waldenburg sei keine Ausnahme bei der Begrenzung des Angebots. "Solche Veränderungen betrafen immer alle Recyclinghöfe." Vor vielen Jahren sei auf ihnen noch Kunststoff gesammelt worden, diese Dienstleistung sei flächendeckend auf allen Höfen eingestellt worden sei, weil wegen mangelnder Kontrolle zu viele Fremdstoffe sowie PVC-haltige Kunststoffe auf diesem Weg entsorgt wurden. "Jahre später wurde die getrennte Sammlung von Hartkunststoffen aus Haushalten ausschließlich auf dem Wertstoffhof und den Schwerpunkthöfen wieder eingeführt." Die Wertmarken der AWH-Servicekarte seien seit deren Einführung 2018 ebenfalls nur dort gültig. "Die Annahme von Leichtverpackungen wurde mit Einführung der 14-täglichen Abfuhr auf allen Schwerpunkt- und Recyclinghöfen sowie dem Wertstoffhof gleichermaßen eingestellt."

 


Dreistufiges Entsorgungssystem gilt seit 2018

Am meisten Abfallarten entsorgen können Bürger und Firmen auf dem zentralen Wertstoffhof in Beltersrot. Auf den vier Schwerpunkthöfen in Dörzbach, Niedernhall, Öhringen und Schwabbach ist es möglich, Altholz, Bauschutt und Elektro-Großgeräte loszuwerden. Diese fünf Höfe sind alle überwacht, und die früher viel zu lax gehandhabte Entsorgung von Altholz und Bauschutt wird streng kontrolliert. Dann gibt es noch acht normale Recyclinghöfe - unter anderem der in Waldenburg. Er war einer der kleinsten und wird nun wegen zu geringer Anliefermengen geschlossen. Dieses dreistufige System besteht seit Februar 2018.

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