R. Stahl AG trennt sich von der Fördertechnik

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Traditionssparte soll an Finnen verkauft werden - 350 Beschäftigte in Künzelsau vom Eigentümerwechsel betroffen

Von Manfred Stockburger
Die Zukunft sollte die Künzelsauer Fördertechnik-Sparte der R. Stahl AG eigentlich enger an den Waldenburger Explosionsschutz-Bereich anbinden. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Jetzt ist die Aufspaltung angesagt. (Foto: R. Stahl)
Die Zukunft sollte die Künzelsauer Fördertechnik-Sparte der R. Stahl AG eigentlich enger an den Waldenburger Explosionsschutz-Bereich anbinden. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Jetzt ist die Aufspaltung angesagt. (Foto: R. Stahl)

Mit einem Umsatz von 113 Millionen Euro im vergangenen Jahr ist die Fördertechnik-Sparte der Hohenloher die Nummer vier im Weltmarkt. Nach dem Umbau des Geschäfts in den vergangenen Jahren konzentriert sich das Unternehmen mit weltweit gut 750 Mitarbeitern - etwa 350 davon sind in Künzelsau beschäftigt - auf anspruchsvolle Hebesysteme. Martin Schomaker rechnet damit, dass der Verkauf bis Ende November abgeschlossen und zum Jahreswechsel vollzogen werden wird. Er spricht von einem einen relativ hohen Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit , dass es zu einem Abschluss kommt. Er sieht für die Fördertechnik unter dem Dach von Konecranes mittelfristig bessere Perspektiven als in seinem Haus.

Mit dieser Konzentration auf hoch technische Spezialitäten habe sich die R. Stahl Fördertechnik GmbH nicht nur erfolgreich am Markt behauptet, so Schomaker: Sie habe auch das Interesse des Wettbewerbers auf sich gezogen, der die Künzelsauer zu seinem dritten Standbein ausbauen möchte. KCI Konecranes setzte 2004 mit weltweit 4900 Mitarbeitern in 35 Ländern 728 Millionen Euro um, was etwa einem Viertel des relevanten Weltmarktes entspricht.

KCI möchte laut Schomaker die Marke Stahl als wichtigen Teil des Weltmarktführers weiterleben lassen. Er möchte erreichen, dass das Unternehmen im Wesentlichen in seiner bisherigen Form weitergeführt wird. Konecranes beabsichtige, die Standorte zu erhalten und auch den noch bis Ende 2006 gültigen Beschäftigungspakt einzuhalten. Kartellrechtlich Schwierigkeiten erwartet Schomaker nicht, da die Firmen in unterschiedlichen Segmenten agierten: Ich sehe keine großen Überlappungen.

Zu einem möglichen Kaufpreis wollte sich Schomaker gestern nicht äußern - ebenso wenig dazu, was mit dem Geld geschehen könnte. Zunächst stehe im Vordergrund, dass der Verkauf solide abgewickelt werde. Auswirkungen auf den Waldenburger Geschäftsbereich Explosionsschutz sieht er nicht.

Dass das Rest-Unternehmen selbst zum Übernahmekandidaten wird, glaubt Schomaker indes nicht. Da müsste ja die Familie zustimmen. Schomaker verwies dabei auf die Aussagen von Hans-Volker Stahl in der jüngsten Ausgabe der WirtschaftsStimme, in der sich der Aufsichtsratschef ausdrücklich zum Unternehmen bekannt hatte.

Die Leute sind total verunsichert , sagt die Schwäbisch Haller IG-Metall-Bevollmächtigte Heidi Scharf. Der Betriebsrat sei relativ sauer , weil die Beschäftigten nicht zuerst informiert worden seien. Für Scharf ist die Verlängerung der Beschäftigungssicherung um ein paar Jahre das A und O in den Verhandlungen, die jetzt anstehen.

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