Pflegeheim und Ärztehaus in Krautheim geplant
Investor stellt Ideen für 7200-Quadratmeter-Areal im Gemeinderat vor. Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. 2023 könnte es losgehen.

Bürgermeister Andreas Köhler sieht "eine schöne Entwicklung für Krautheim" und "ein wichtiges städtebauliches Projekt". War es erst vor Kurzem im Gemeinderat um die Neubebauung des Areals der Zentralgenossenschaft gegangen, wurden nun die Pläne für eine Fläche ganz in der Nähe vorgestellt.
Auf der anderen Seite der Altkrautheimer Straße hat die Hollerbach-Bau-Gruppe aus Hardheim Grundstücke erworben und möchte dort ein Pflegeheim, ein Wohn- und Geschäftshaus mit Schwerpunkt auf Arztpraxen und weitere Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen sowie ein Mehrfamilienhaus errichten.
Nachdem Architektin Sinah Kaufmann für das Unternehmen das Vorhaben vorgestellt hatte, fasste der Gemeinderat bei einer Enthaltung den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Kernstadt-Südost. In Stein gemeißelt ist damit noch nichts, während des Bebauungsplanverfahrens kann sich theoretisch noch einiges ändern.
45 Pflegezimmer plus Tagespflege
"Wir sind in der Entwurfsphase", machte dann auch die Architektin deutlich. Auf einer Fläche von 7200 Quadratmetern müssten zunächst einmal die Gebäude und mehrere Gewächshäuser eines Blumengeschäfts abgebrochen werden. Dann wolle man in drei Bauabschnitten bauen, zunächst wohl das Pflegeheim, für das man bereits mit einem potenziellen Mieter in Kontakt stehe und das im hinteren Bereich des Baufelds geplant ist.
Das Gebäude soll laut Sinah Kaufmann bis zu vier Geschosse haben. In den beiden unteren könnten 45 Pflegezimmer sowie Aufenthaltsräume, Büro und eine Tagespflege fürs bis zu 15 Personen untergebracht werden. Im zweiten Obergeschoss sind nach aktuellem Stand 15 sogenannte Servicewohnungen geplant, deren Bewohner noch weitgehend selbstständig wohnen können, aber trotzdem auf einige der Angebote eines Pflegeheims zurückgreifen möchten. "Etwas großzügiger" sollen dann die beiden Penthouse-Wohnungen im Dachgeschoss ausfallen.
Praxen und Wohneinheiten
Direkt an der Altkrautheimer Straße soll ein drei- bis viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage entstehen. Im Erdgeschoss kann sich die Architektin zwei Gewerbeeinheiten vorstellen, im ersten Obergeschoss zwei Praxen, im zweiten Obergeschoss eine Gewerbe- und zwei Wohneinheiten, im Dachgeschoss drei weitere Wohnungen. Ärzte, Physiotherapeuten oder Podologen könnten sich hier einmieten, "alles, was mit dem Gesundheitswesen zu tun hat", so Kaufmann.
Komplettiert wird das Bauvorhaben von einem teilunterkellerten Mehrfamilienhaus "mit Blick auf die Jagst", in dem neun Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen vorgesehen sind, die jeweils über Terrasse oder Balkon verfügen sollen.
Gemeinderäte sorgen sich um Stellplätze
Gemeinderat Jakob Meyer fragte nach möglichen Synergien mit weiteren Bauvorhaben in Krautheim wie beispielsweise einer gemeinsamen Heizzentrale. Die Entwicklung eines Nahwärmekonzepts sei tatsächlich angedacht, sagte Bürgermeister Köhler. Mehrere Räte hinterfragten kritisch die Anzahl der geplanten Parkplätze. Genaue Berechnungen werde man erst im Bebauungsplanverfahren erstellen, erklärte dazu die Architektin. Sie habe aber "den Hinweis vernommen, dass die Mindestanforderung zu wenig wäre", sagte Sinah Kaufmann. Vielleicht werde deshalb auch eine zweite Tiefgarage sinnvoll.
Was den weiteren zeitlichen Ablauf angeht, rechnet die Architektin mit einem halben bis Dreivierteljahr, bis der Bebauungsplan genehmigt ist. "Wenn alles glatt laufen sollte, könnten wir 2023 mit dem ersten Bauabschnitt anfangen." Für das Pflegeheim seien dann "eineinhalb Jahre Bauzeit realistisch", so Kaufmann.

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