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Künzelsau

Per SMS zum Parkticket

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In Künzelsau kann man künftig mit dem Smartphone die Parkgebühren bezahlen. Viele deutsche Großstädte nutzen das System bereits. Die Technik soll billiger sein als der Bau einer neuen Schranke.

Von unserem Redakteur Henry Doll
 Foto: Doll, Henry

Bürgermeister Stefan Neumann ist sich bei der Vorstellung des Handy-Parksystems sicher: „Das kriegt jeder hin.“

Ab sofort können Autofahrer in der Kreisstadt ihren Parkschein über Smartphone und Handy digital bestellen und bargeldlos bezahlen. In rund 90 Städten im Bundesgebiet hat die Firma Sunhill Technologies diesen Service bereits installiert. Künzelsau ist eine der kleineren Kommunen und befindet sich in der Gesellschaft von Städten wie Berlin, Düsseldorf, Saarbrücken, Magdeburg oder Nürnberg.

Gemeinhin wird das Buchen und Bezahlen von Parkgebühren per Smartphone und Handy als „Handy-Parken“ bezeichnet. „Es ist das meistgenutzte System“, sagt Mark Riedl, Vertriebsleiter der Erlanger Firma.

Neumann lernte das System im Urlaub kennen

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass 20 Prozent aller Parkenden das neue Buchungs- und Abrechnungsverfahren nutzen, Tendenz steigend, sagt Riedl. Stefan Neumann erfuhr zum ersten Mal im Urlaub in Oberstdorf im Allgäu vom Handy-Parken.

Um künftig das Künzelsauer Handy-Parken für die Parkplätze auf dem Wertwiesenpark, in der Hauptstraße, am Oberen Bach, in der Rathaus-Tiefgarage, Komburgstraße, Kirchgasse, Bahnhof (Post) beim Krankenhaus und in der Komburgstraße nutzen möchte, muss sich der Parkende entwederdie Smartphone-App TraviePay kostenlos herunter laden (https://travipay.com). Oder es kann per SMS gebucht und bezahlt werden.

SMS mit Kurzwahl statt Parkticket lösen

Zum Lösen eines digitalen Parktickets wird eine SMS mit Angabe des Autokennzeichens und der Parkdauer an die jeweilige Kurzwahlnummer der Parkzone geschickt. In Künzelsau gibt es derzeit zwei Parkzonen, also zwei Kurzwahlnummern, die an den herkömmlichen Parkautomaten angeschrieben sind. Die Parkuhren in der Oberamteistraße werde demnächst auch TraviPay-tauglich gemacht, heißt es bei der Vorstellung des neuen Bezahlsystems.

Die städtischen Kontrolleure bedienen sich bei der Überprüfung der abgelaufenen Parkzeit übrigens ebenfalls modernster Smartphone-Technik: Sie tippen das Autokennzeichen ein und erfahren auf dem Bildschirm, ob der Parkende noch Parkzeit gut hat. Einen Parkschein in Papierform braucht es hier nicht.

Für Traditionalisten gibt es weiter Parkscheine

Wer mit Handy- und Smartphonetechnik überhaupt nichts am Hut hat, kann in Künzelsau wie bisher einen Parkschein am Automaten ziehen oder eine der herkömmlichen Parkuhren mit Münzen füttern.

Die Idee, Handy-Parken anzubieten, hat laut Bürgermeister Stefan Neumann auch mit Kosten zu tun. Würde man am gebührenpflichtigen Teil des Wertwiesenparks eine Schranke anbringen, würde das laut Neumann 75.000 Euro kosten. Die Installation des Handy-Parkens ist nach seinen Angaben „viel billiger“ und liegt bei den Kosten eines herkömmlichen Parkscheinautomaten.

Das wären demnach rund 5000 Euro, wobei, wie Günther Voit betont, auch die Wartungsarbeiten (Münzen leeren, Parkscheine nachfüllen) und die Aufbauarbeiten mitgerechnet werden müssten. Für den Leiter des Bürgeramts ist Handy-Parken insgesamt „ein Vorteil für die Bürger“.

Ein Extra: Per GPS das Auto wiederfinden

Die App bietet Zusatzfunktionen wie das Auffinden des geparkten Autos per GPS und eine Nachricht, wenn die Parkzeit abläuft. Auf die Einhaltung der Höchstparkdauer achtet das System automatisch.

Stadträtin Verena Löhlein-Ehrler sieht die App als Vorteil für Kunden und Geschäftsleute. Dauert der Friseurtermin oder Arztbesuch länger, könne man einfach per App oder SMS die Parkzeit verlängern. Und vielleicht, so überlegt sie laut, könnten auch die Geschäftsleute und Dienstleister die Parkgebühren übernehmen. Die Abrechnung erfolgt bargeldlos über die Mobilfunkrechnung oder das Prepaid-Guthaben des Kunden. Optional gehen auch Bankeinzug und Kreditkarte.

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