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Niedernhaller Freibad bleibt zu

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Eines der größten Freibäder im Hohenlohekreis wird dieses Jahr nicht öffnen. Das hat der Niedernhaller Gemeinderat entschieden. Grund sind vor allem die Einschränkungen durch die Corona-Verordnung.

Toben, Schwimmen und Planschen: Ein solches Bild wird es in diesem Jahr in Niedernhall nicht geben. Wegen Corona bleibt das Freibad der Stadt zu.
Foto: Archiv/Doll
Toben, Schwimmen und Planschen: Ein solches Bild wird es in diesem Jahr in Niedernhall nicht geben. Wegen Corona bleibt das Freibad der Stadt zu. Foto: Archiv/Doll

Zehn zu fünf gegen die Freibadöffnung: Schon das Abstimmungsergebnis aus dem Niedernhaller Gemeinderat zeigt, dass die Entscheidung, die es zu treffen galt, keine leichte war. Eine Stunde wurde kontrovers diskutiert, erklärt Bürgermeister Achim Beck gegenüber unserer Redaktion.

Am Ende folgen die Räte der Empfehlung der Verwaltung, dass das Freibad in diesem Jahr geschlossen bleibt. Grund dafür seien vor allem die Einschränkungen durch die Corona-Verordnung, sagt Beck. Dass die Stadt dadurch auch Geld spart, sei hingegen weniger ausschlaggebend gewesen.

Nur geordnetes Schwimmen erlaubt

Es klinge natürlich zunächst gut, dass Freibäder laut Landesregierung wieder öffnen dürfen, gibt Beck zu. Doch er betont auch, dass nicht jedem klar sei, wie dieses Badeerlebnis aussehe. "Es ist nur geordnetes Schwimmen erlaubt", sagt er. Denn Schwimmbäder fallen unter die Sportstättenverordnung, müssen klare Grenzen im Becken schaffen. Auf den abgegrenzten Bahnen herrschen Einbahnverkehr und strenge Abstandsregeln.

Hinzu kommt: "Im öffentlichen Raum dürfen sich zehn Personen aus verschiedenen Haushalten wieder treffen", erklärt Beck. Für das Freibad als Sportstätte gelte das allerdings nicht. Nur direkter Kontakt zu Familienangehörigen ersten und zweiten Grades und Personen aus dem eigenen Haushalt ist erlaubt.

Strenge Regeln trüben Freibaderlebnis

Man müsse sich vor Augen führen, was Freibad 2020 unter anderem bedeute. Ein Freibad, in dem Jugendliche sich allein, ohne ihre Freunde vergnügen - oder eben mit gebührendem Abstand. Ein Freibad, das strenge Abstandsregeln und eingeschränkte Personenzahlen in und außerhalb des Wassers für alle Altersgruppen vorsieht.

Das alles konnten sich die Räte mehrheitlich nicht so richtig vorstellen. "Aufgrund der Auflagen glauben wir nicht, dass das Freibad das wäre, was die Menschen erwarten." Deshalb sei auch zu befürchten, dass viele Besucher nur einmal und dann nicht wiederkämen.


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Keine Saison- und Familienkarten möglich

Ein weiteres Problem ist das Ticketsystem. Badegäste müssten aufgrund der Auflagen vorab ihre Eintrittskarten online kaufen. Dafür habe man auch einen Dienstleister gefunden, so der Bürgermeister.

Doch es seien nur Einzelkarten, nicht aber Abendtarif, Familien- und Saisonkarten möglich. Nicht, weil die Software das nicht leisten könne, sondern weil mit dem Ticketverkauf auch die Besucherzahl reguliert wird. Somit würde der Freibadbesuch in diesem Jahr für die meisten aber auch deutlich teurer ausfallen.

Ein weiteres Minus: Die Eintrittskarten müssten verbindlich vorab gekauft werden. Eine Rückerstattung, wenn den Leuten etwas dazwischen kommt oder ein Gewitter aufzieht, sei zu viel Aufwand und nicht leistbar, erklärt Achim Beck.

Hoffen auf 2021

Er stellt aber auch klar: "Hätte der Gemeinderat sich entschlossen, das Bad zu öffnen, hätten wir alles daran gesetzt, das auch umzusetzen." Genügend Personal, das die einzelnen Bereiche im Bad überwacht, Umkleiden und Toiletten desinfiziert und den Einlass regelt, hätte man laut Beck durchaus gehabt. Ein Hoffnungsschimmer: "2021 wird das Freibad geöffnet", verspricht er.

Das Niedernhaller Gesundheitsbad ist derzeit ebenfalls geschlossen. In seiner Sitzung am 27. Juli soll der Gemeinderat über die Wiedereröffnung des Solebads entscheiden.

Vorgesehen ist laut Bürgermeister Achim Beck eine Wiederaufnahme des Bäderbetriebs im Herbst unter den dann geltenden Corona-Auflagen. Dabei gelte es auch, die Nutzung des Bades durch Rheumaliga, Schulsport und Kochertaler Schwimmschule zu beachten.

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