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Niedernhaller Erfolgswelle hält trotz Corona an

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Der Niedernhaller Haushaltsplan 2022 schließt erneut mit einem Plus. Dafür sorgen aber nicht nur die konstant hohen Einnahmen aus der Gewerbesteuer, sondern auch die eine oder andere "glückliche Fügung".

Im Niedernhaller Rathaus herrscht gute Stimmung: Die Stadt steht finanziell weiterhin solide da.
Foto: Archiv/Doll
Im Niedernhaller Rathaus herrscht gute Stimmung: Die Stadt steht finanziell weiterhin solide da. Foto: Archiv/Doll  Foto: Doll

Der Haushaltsplan 2021 zaubert ein Lächeln ins Gesicht der Niedernhaller Räte. Verständlich, steht unter dem Strich ein Plus von fast einer Million Euro. Das Lachen dürfte den Räten auch 2022 nicht vergehen: Zum zweiten Mal in Folge schafft Niedernhall aller Voraussicht nach ein positives Ergebnis. Dass das Plus mit 2900 Euro deutlich geringer ausfällt, dürfte niemanden stören. Denn von positiven Ergebnissen ihrer Etatplanungen können viele Kommunen im Land nur träumen.

Im richtigen Moment investiert

"Das ist einer der besten Haushalte der letzten Jahre", sagt Bürgermeister Achim Beck. Das hänge auch mit den Einnahmen aus der Gewerbesteuer zusammen, die Niedernhall im Schnitt fünf Millionen Euro jährlich beschere. Tendenz steigend. "Wir hatten auch Glück bei Ausschreibungen", ergänzt Beck. Zudem habe man im richtigen Moment in Baugebiete investiert und keine Chance ausgelassen, Fördertöpfe anzuzapfen.

Bei all den glücklichen Fügungen dürfe man jedoch nicht vergessen: "Wir haben auch gut gewirtschaftet." Natürlich gebe es nach wie vor viele Unsicherheiten, gerade durch die Corona-Pandemie, man halte das Ergebnis aber für realistisch, so Beck. Das sieht auch Verbandskämmerer Andreas Frickinger so, der dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die Zahlen präsentiert: "Da ist nichts schöngerechnet", versichert er.

Auch andere Einnahmequellen steigen

Neben der Gewerbesteuer sieht es auch bei anderen Einnahmequellen der Stadt gut aus. So sind 626 000 Euro aus Grundsteuer A und B zu erwarten (rund 50 000 Euro mehr als im Vorjahresplan), der Anteil an der Einkommensteuer steigt um rund 150 000 Euro auf 2,78 Millionen. Zuschüsse und Zuweisungen summieren sich auf 1,3 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite schlagen die Personalkosten mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Die Kreisumlage beläuft sich auf 2,37 Millionen Euro.

Der Finanzierungsmittelbedarf des Gesamthaushalts in Höhe von 449 000 Euro kann durch den vorhandenen Kassenbestand gedeckt werden. Kreditaufnahmen sieht das Planwerk für 2022 nicht vor. "Aus den Vorjahren stehen noch genehmigte Kreditermächtigungen in Höhe von sechs Millionen Euro zur Verfügung", erklärt Frickinger. In diesem Zusammenhang ist eine Sondertilgung von fünf Millionen Euro im laufenden Jahr vorgesehen.

Weniger Investitionen

Was die Investitionen angeht, liest sich der Haushaltsplan eher verhalten. Die größten Baumaßnahmen sind der Umbau des Busbahnhofs mit 370 000 Euro, der Neubau des Kutschenwegs (Fußweg) mit 270 000 Euro, die Erneuerung des Brückenwiesenwegs mit 258 000 Euro und des Haalbergwegs mit 240 000 Euro sowie der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen mit 200 000 Euro. Großprojekte wie der Neubau der Grundschule sowie die Erschließung der Giebelheide III laufen aktuell noch, sind aber im Haushalt 2021 verbucht.

Bei all der Freude mahnt Achim Beck aber mit Blick auf die nahe Zukunft: Die Umnutzung der jetzigen Grundschule stehe nach dem Umzug in das neue Gebäude an. Auch seien die Baupreise derzeit nur schwer einzuschätzen. Und die Sanierung des Solebades soll bereits im kommenden Haushalt berücksichtigt werden. Die gute Nachricht: "Die Finanzierung des Solebades ist gesichert", sagt Beck. "Und wenn wir das aktuelle Jahr rum haben, haben wir ja auch noch 80 Bauplätze zu veräußern", resümiert er.

Die einhellige Zustimmung des Rates zu Etat und zugehöriger Satzung ist am Ende der Sitzung reine Formsache.

 
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