Neues Kennzeichen ist der Renner
Bald könnte jedes zehnte Fahrzeug im Kreis mit einem ÖHR unterwegs sein

Das ÖHR ist eine Marke", sagt Bernd Blahetek von der Öhringer Stadtverwaltung. Ralf Bochert, Professor an der Hochschule Heilbronn, wird dies als Bestätigung empfinden. Als späte Bestätigung. Im Frühjahr 2010 zog der Professor mit seinen Studenten durchs Land, um die Stimmung für eine Wiedereinführung der alten Kfz-Kennzeichen zu testen, die mit den Kreisreformen in den 1970er Jahren verschwunden waren.
Fast fünf Jahre hat es gedauert, bis − am 10. Februar 2015 − im Hohenlohekreis die ersten neuen ÖHR-Kennzeichen ausgegeben wurden. Ein gutes halbes Jahr später sind 6792 Fahrzeuge mit dem neuen ÖHR unterwegs. Weitere 2593 Kennzeichen sind reserviert. Werden sie abgeholt, bewegt sich fast jedes zehnte Fahrzeug im Hohenlohekreis im Zeichen des ÖHR.
Identifikation

Höhere Identifikation der Bürger und Werbung nach außen lauteten die zentralen Argumente des Heilbronner Professors für eine Wiedereinführung der alten Kennzeichen. Argument eins ist beim ÖHR allein durch die Zahl der Ummeldungen (2330) und Neuanmeldungen (4462) bestätigt. Und im Zweifel muss man einfach einen ÖHR-Fahrer fragen: "Als gebürtiger Öhringer war es für mich selbstverständlich, ein neues Kennzeichen zu holen", sagt etwa Jochen Lex.
Und wie sieht es mit dem Marketing aus? "Ich werde immer wieder gefragt: ,Wo ist ÖHR?’", berichtet Oberbürgermeister Thilo Michler über Fahrten weit außerhalb der Kreisgrenzen. Dann kann er Werbung für Öhringen machen − nicht ohne darauf zu verweisen, dass die Stadt im Hohenlohekreis liegt. Denn das Kreiswappen klebt ja weiterhin auf dem Nummernschild.
Diskussion

In einigen Teilen des Hohenlohekreises ist der OB mit seinem neuen Kennzeichen nicht so gern gesehen. Die Diskussion über die Wiedereinführung war kontrovers und ging über Jahre. Anfang November 2014 machte der Kreistag den Weg frei − ohne Debatte.
Für die Meldestelle bedeutet der ÖHR-Boom ein Beschäftigungs-, für die Kreiskasse ein Konjunkturprogramm. OB Thilo Michler spricht von einer Viertelmillion Euro Mehreinnahmen, aus dem Landratsamt hingegen heißt es: "Eine Beurteilung über die Einnahmen durch Ummeldungen des ÖHR-Kennzeichens kann nicht getroffen werden."
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