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Neues Herzkatheterlabor im Hohenloher Krankenhaus Öhringen wird gut angenommen

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Chefarzt Dr. Michael Ackermann zieht nach den ersten Wochen eine positive Zwischenbilanz. Die neue Einrichtung ermöglicht eine wohnortnahe Versorgung von lebensbedrohlichen Fällen. Auf Warnsymptome für Herzerkrankungen sollte man unbedingt achten.

Von unserer Redaktion
Chefarzt Michael Ackermann (rechts) und Oberarzt Mahmud Reda Atassi bei einem Eingriff im neuen Herzkatheterlabor im Hohenloher Krankenhaus Öhringen.
Foto: privat
Chefarzt Michael Ackermann (rechts) und Oberarzt Mahmud Reda Atassi bei einem Eingriff im neuen Herzkatheterlabor im Hohenloher Krankenhaus Öhringen. Foto: privat  Foto: privat

Seit Ende 2020 ist im Hohenloher Krankenhaus Öhringen das neue Herzkatheterlabor in Betrieb. Jetzt zog Dr. Michael Ackermann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II, eine erste positive Zwischenbilanz. "Das neue Angebot wird von den Patienten, aber auch den niedergelassenen Kollegen gut angenommen. Bereits in den ersten Wochen haben wir mehr als 100 Eingriffe im neuen Herzkatheterlabor durchgeführt", betont der Kardiologe (Facharzt für Herzerkrankungen). "Überwiegend waren dies Angiographien zur weiteren Abklärung und Behandlung bei koronarer Herzkrankheit sowie Untersuchungen von Patienten mit Herzmuskelschwäche, Lungenhochdruck oder Herzklappenfehlern."

Eingespieltes Team aus Fachärzten und Intensivpflegekräften

Aber auch Patienten mit einem akuten Herzinfarkt werden durch das eingespielte Team aus Fachärzten und speziell weitergebildeten Intensivpflegekräften behandelt. "Wir sind sehr froh, dass wir nun auch vor Ort diese akuten Notfälle behandeln können, denn hier zählt für die Patientinnen und Patienten jede Minute", sagt Ackermann. "Im Herzkatheterlabor können wir die bei einem akuten Infarkt verschlossenen Gefäße mithilfe eines kleinen Ballons aufdehnen und wieder durchgängig machen." Dabei setze man auch sogenannte Stents ein, kleine Gefäßstützen aus Metall, die das Gefäß offen halten. "Die Patienten spüren sofort eine Erleichterung."

Die enge Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und den niedergelassenen Ärzten vor Ort ist dabei die Voraussetzung für das gute Gelingen der wohnortnahen Versorgung von lebensbedrohlichen Fällen. Dazu tragen auch die kurzen Wege im Hohenloher Krankenhaus Öhringen bei: Das Herzkatheterlabor schließt räumlich unmittelbar an die Intensivstation an und befindet sich außerdem direkt über der Notaufnahme. Damit besteht eine High-Care-Einheit mit kurzen Wegen von der Aufnahme über die Diagnostik und Therapie bis hin zur Überwachung.

Auch zu Corona-Zeiten sei das Team im Herzkatheterlabor voll einsatzbereit - unter Einhaltung hoher Hygienestandards. Patienten sollten sich daher nicht scheuen, sich untersuchen zu lassen, wenn dies nötig ist, etwa beim Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit, mahnt Chefarzt Ackermann. "Nur weil es Corona gibt, verschwinden die Herzerkrankungen ja nicht einfach", so der Kardiologe. Er rät den Patienten, auf Symptome und Risikofaktoren zu achten, die auf Herzkrankheiten hindeuten können. Dazu zählen belastungsabhängige Beschwerden wie Luftnot, Brennen hinter dem Brustbein oder Herzschmerzen. "Bei akut auftretenden Herzschmerzen mit Ausstrahlung, zum Beispiel in Hals oder Arm, die länger als 20 Minuten andauern, sollte auf jeden Fall ein Notruf unter der 112 abgesetzt werden", unterstreicht der Chefarzt.

Hochwertige Angiographie-Anlage

Das Herzkatheterlabor im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen ist mit einer hochwertigen, besonders strahlensparenden Angiographie-Anlage ausgestattet. Damit können alle diagnostischen Untersuchungen bei koronarer Herzkrankheit, Herzmuskelschwäche, Lungenhochdruck und Herzklappenfehlern durchgeführt werden. Im Zentrum steht die Diagnostik und Therapie bei verengten Herzkranzgefäßen bis hin zum akuten Herzinfarkt - ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort behandelt werden muss. Ziel ist es, diesen Notfall zu verhindern und bereits im Vorfeld die verengten Stellen zu erkennen und zu behandeln. Im Herzkatheterlabor können diese Engstellen sichtbar gemacht und noch in derselben Untersuchung mithilfe eines kleinen Ballons wieder beseitigt werden. Auf diese Weise wird die ungehinderte Durchblutung wieder hergestellt.

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