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Hohenlohe

Neuer Vorschlag für Stadtbahnausbau

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Der Einsatz von Elektro-Hybridzügen soll den weiteren Ausbau der Stadtbahnlinie S4 von Öhrigen-Cappel über Waldenburg bis nach Schwäbisch Hall-Hessental und Künzelsau-Gaisbach möglich machen.

Von Thomas Zimmermann
Hoffnung auf Bundesmittel: Mit dem Einsatz von Elektro-Hybridzügen könnte die Stadtbahn künftig bis nach Künzelsau-Gaisbach und Schwäbisch Hall fahren. Fotomontage Uwe Lokstädt.
Hoffnung auf Bundesmittel: Mit dem Einsatz von Elektro-Hybridzügen könnte die Stadtbahn künftig bis nach Künzelsau-Gaisbach und Schwäbisch Hall fahren. Fotomontage Uwe Lokstädt.

Die Idee klingt revolutionär. Um den weiteren Ausbau der Stadtbahnlinie S4 über Öhringen-Cappel hinaus bis Schwäbisch-Hall und Künzelsau-Gaisbach doch noch möglich zu machen, setzt der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten auf den Einsatz von Elektro-Hybridzügen.

"Solche Züge, die über aufladbare Akkus verfügen, gibt es bereits in Japan", betont er. In Deutschland sind derartige Schienenfahrzeuge aber noch nicht auf dem Markt, das soll sich ändern. "Ich möchte in Abstimmung mit den Landräten des Hohenlohekreises und des Kreises Schwäbisch Hall in der kommenden Legislaturperiode den Grundstein dafür legen, dass wir vom Bund mehrere Millionen Euro erhalten, um diese Elektro-Hybridtechnik voranzutreiben" unterstreicht Christian von Stetten gegenüber der HZ.

Vorbild für ganz Deutschland 

Hoffnung, dass der Bund, der für derartige Verkehrsprojekte eigentlich nicht zuständig ist, Gelder zur Verfügung stellt, macht dem 47-jährigen ausgerechnet der Dieselskandal und die Reaktionen darauf.

Denn erst der Dieselgipfel Anfang September habe den Weg frei gemacht, solche Ideen zu entwickeln. Seither stellt der Bund insgesamt eine Milliarde Euro für Projekte zur Verfügung, die den öffentlichen Verkehr fördern und dazu beitragen sollen, dass weniger Autos mit Verbrennungsmotor in den Städten unterwegs sind. "Aus diesem Topf will ich Gelder für den Elektro-Hybridzug in die Region holen", sagt von Stetten selbstbewusst. Der Zug könnte dann, falls er erfolgreich wird, Vorbild für ganz Deutschland werden.

Konkret bedeutet dies, dass die neuen Elektro-Hybridzüge den Akku während der Fahrt auf elektrifizierten Strecken aufladen. Elektrische Oberleitungen gibt es derzeit bis Öhringen-Cappel und dann wieder ab Schwäbisch Hall-Hessental. Den gespeicherten Strom benötigen die Züge dann für die Fahrt auf den nicht elektrifizierten Strecken zwischen Waldenburg und Schwäbisch Hall, beziehungsweise Waldenburg und Gaisbach. "Sobald der Zug wieder auf einem Gleis mit Oberleitung fährt, kann er seine Fahrt normal fortsetzen und die Batterie wieder aufladen", erklärt von Stetten.

Doch was so einfach klingt, erfordert zuvor einen Kraftakt in der Region. Denn im ersten Schritt müsste die Strecke zwischen Öhringen-Cappel und Waldenburg elektrifiziert werden. Das kostet Geld, das Landkreis, Kommunen und Land aufbringen müssten. Ebenfalls Geld kosten die Schienen, die auf der bestehenden Trasse zwischen Waldenburg und Gaisbach verlegt werden müssten. Geld, das für Stefan Neumann gut angelegt ist. "Durch die Besucher des Carmen-Würth-Forum und das neue Baugebiet in Gaisbach erhält das Thema neuen Schwung", unterstreicht der Künzelsauer Bürgermeister.

Vorreiter auf der Schiene 

Doch woher diese Gelder kommen, steht noch in den Sternen, zumal dem Hohenlohekreis mit dem Neubau des Krankenhauses und dem geplanten Neubau des Landratsamtes ohnehin schon enorme Belastungen ins Haus stehen. "Das langfristige Ziel bleibt die Stadtbahn auf der Strecke der Hohenlohebahn", betont Dr. Matthias Neth. Der Landrat des Hohenlohekreises verweist aber noch auf ein anderes Problem. "Für die nächsten zehn Jahre hat das Land die Verkehrswege ja schon ohne Stadtbahn ausgeschrieben.

Das ließe sich ändern, findet Christian von Stetten. "Wenn der Bund Gelder für dieses Modellprojekt gibt, werden die Karten neu gemischt", ist sich der Künzelsauer sicher. Ihm schwebt als Beispiel das Nahverkehrsmodell im Hohenlohekreis vor, dass vor 40 Jahren mit Bundesmitteln umgesetzt wurde. "Dieses geförderte Projekt wurde Vorreiter für den Busverkehr im ländlichen Raum. Jetzt wollen wir Vorreiter auf der Schiene werden", betont der 47-Jährige. Mit dem Verkehrsministerium habe er bereits gesprochen. "Dort werden die Projekte derzeit gesammelt", sagt er.

Vorwürfe, das sei Wahlkampfgeklingel, weist Christian von Stetten weit von sich. "Ich kann ja nichts dafür, dass es den Dieselskandal gegeben hat und der Dieselgipfel gerade jetzt stattgefunden hat", betont der CDU-Abgeordnete: "Diese Chance müssen wir einfach nutzen."

 
 
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