Stimme+
Künzelsau

Neuer Kompressor fürs Energielabor

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Firma Renner spendet eine Druckluftmaschine für das Labor am Campus Künzelsau. Das Gerät dient als Anschauungsobjekt für künftige Energiemanager.

Von Thomas Zimmermann
Achim Weissert (l.)und Klaus Fuggerer (r.) erklären der Laborbetreuerin Isabella Vogg (v.l) und den Studenten Dominik Burger und Steffen Schäfer die Maschine .
Achim Weissert (l.)und Klaus Fuggerer (r.) erklären der Laborbetreuerin Isabella Vogg (v.l) und den Studenten Dominik Burger und Steffen Schäfer die Maschine .  Foto: Zimmermann, Thomas

Das Labor des Studiengangs Energiemanagement am Campus Künzelsau konnte sich schon immer sehen lassen. Zahlreiche Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken haben durch großzügige Spenden dafür gesorgt, dass die Studenten an modernen Maschinen unterrichtet werden und Experimente durchführen können.

Arbeit am echten Objekt

Seit Anfang November ist das Labor um eine weitere Maschine reicher - einen Kompressor der Firma Renner aus Güglingen. "Nach den ersten Gesprächen waren wir sofort begeistert und haben gesagt, wir unterstützen den Campus", sagt Klaus Fuggerer, Verkaufsleiter der Renner Kompressoren GmbH. Rund 15 000 Euro hat sich das Unternehmen, das rund 170 Mitarbeiter beschäftigt, diese Unterstützung kosten lassen. "Das wertet unser Labor natürlich enorm auf. Unser Ziel ist es, dass hier richtige Maschinen stehen und keine Dummies, so dass unsere Studierenden am echten Objekt arbeiten können", freut sich Professor Ekkehard Laqua über den Zuwachs.

Teure Energie

"Druckluft ist die teuerste Energie, die es gibt, und im Moment gibt es kein anderes Verfahren, sie zu erzeugen", betont Achim Weissert, der die Steuerungsabteilung bei Renner leitet. Und Druckluft wird in Produktionsunternehmen nahezu überall gebraucht.

Deshalb steht das Thema Energieeinsparung beim Kompressorenhersteller und bei den Kunden ganz weit oben. "Wir nutzen längst Wärmetauscher, um die Abwärme zu verwerten und damit zu heizen", erklärt Weissert. Und es wird besonders darauf geachtet, dass es an den Maschinen keine undichten Stellen gibt, durch die Druckluft nutzlos verpufft. "Wir haben mal ausgerechnet, dass an einer normalen Maschine tausende von Euros jährlich eingespart werden können, wenn ein Wärmetauscher eingebaut ist und Abflüsse durch undichte Stellen vermieden werden", erklärt Weissert. Dafür sollen die Studenten im Fach Energiemanagement besonders sensibilisiert werden.

Bewusstsein schaffen

Das Thema Energieeinsparung liegt auch den Effizienzmoderatoren Christian Eifler und Sebastian Ehrler besonders am Herzen. Sie leiten seit eineinhalb Jahren die regionale Kompetenzstelle Energieeffizienz Heilbronn-Franken (Keff) und haben den Kontakt mit der Firma Renner hergestellt.

Christian Eifler (v. l.) , Professor Ekkehard Laqua und Laborbetreuer Alexander Rostov zeigen, wie die Abwärme der Maschine das Wasser erhitzt.
Fotos: Thomas Zimmermann
Christian Eifler (v. l.) , Professor Ekkehard Laqua und Laborbetreuer Alexander Rostov zeigen, wie die Abwärme der Maschine das Wasser erhitzt. Fotos: Thomas Zimmermann  Foto: Zimmermann, Thomas

"Unser Ziel ist es, Energiesparmaßnahmen in der Region anzustoßen. Dazu haben wir in bisher rund 190 Unternehmen Keff-Checks durchgeführt. Mehr als die Hälfte der Firmen haben die vorgeschlagenen Energieeffizienzmaßnahmen auch umgesetzt", zieht Sebastian Ehrler eine erste Bilanz. Der Check ist kostenlos und kann von allen Unternehmen in der Region in Anspruch genommen werden. "Viele Unternehmen sind nach unserer Beratung überrascht, mit welch einfachen Mitteln sich Energiekosten reduzieren lassen", betont Christian Eifler. Das ist auch das Ziel der Studenten Dominik Burger und Steffen Schäfer, die im dritten Semester Energiemanagement studieren. "Es ist toll, dass sich die Firmen so einbringen, und es ist sehr interessant, wenn man mit Maschinen arbeitet, die genau so in den Unternehmen eingesetzt werden", sagt Burger. Der Offenburger will nach Abschluss seines Studiums als Energieberater arbeiten. "Ich finde es sehr interessant, dass wir auch beim Aufbau der Maschine mitmachen konnten", ergänzt Steffen Schäfer, der aus Karlsruhe kommt. "Wir sind hier die badische Fraktion", so Schäfer lächelnd. In Künzelsau fühlen sich die beiden Studenten trotzdem wohl. "Es ist sehr familiär hier. Jeder kennt jeden, das macht Spaß", unterstreicht Burger.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben