Neckarsulm setzt in Sachen Wärme auf den Holzweg
Walter Döring weiht Biomasse-Heizkraftwerk ein
Sein Ministerium hat 511 000 Euro für den "innovativen Holzweg" beigesteuert, der sowohl Wärme als auch Strom produziert. Döring war vor allem die wärmegekoppelte Stromerzeugung die Förderung wert. Weitere 250 000 Euro kamen vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum für den Einsatz des erneuerbaren Energieträgers Holz. Döring unterstrich die Vorteile: "Holz ist kostengünstig, versorgungssicher, einheimisch, sichert damit Arbeitsplätze und leistet einen unschätzbaren Beitrag zum Klimaschutz." Beim Verbrennen entstehe kein zusätzliches CO2, da nur soviel Kohlendioxid ausgestoßen wird, wie die Bäume im Laufe ihres Wachstums der Luft entzogen haben. Modernste Rauchgaswäsche tut ein übriges."Ich bin überzeugt, dass sich Neckarsulm mit diesem Konzept auch einen nachhaltigen Werbeträger geschaffen hat", meinte der Wirtschaftsminister.
Dass das neue umwelttechnische Vorzeige-Objekt auch noch wirtschaftlich ist, haben sich die Neckarsulmer vor dem Bau bescheinigen lassen: Eine Megawattstunde Wärme kostet im Biomasse-Heizwerk 23 Euro in der Erzeugung. "Das ist günstiger als bei der EnBW", bestätigt Neckarsulms Kämmerer und kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, Werner Bareis. "Wir haben vorher angefragt und uns erst dann hat der Gemeinderat zugestimmt."
Wie beispielhaft das Engagement der Stadt Neckarsulm bei Themen wie Klima, Umweltschutz und Schonung fossiler Energien ist, unterstrich Oberbürgermeister Volker Blust. Die solarunterstützte Nahwärmeversorgung in Amorbach und die städtischen Förderprogramme seien zukunftsweisend. Mit dem Biomasse-Heizkraftwerk setze die Stadt erneut ein deutliches, energiepolitisches Zeichen.
Baubürgermeister Klaus Grabbe, dessen Herz seit vielen Jahren vehement für erneuerbare Energien schlägt, freute sich ganz selbstbewusst über die Würdigungen, die Neckarsulm für seine Anstrengungen erfährt: Deutscher Solarpreis, Umweltpreis des Landes und jetzt zum dritten Mal hintereinander Deutscher Meister in der Solarbundesliga. "Ein Hattrick, der unseren Ballkünstlern in der Landeshauptstadt gut zu Gesicht stünde."
Das Besondere an dem 16-Megawatt-Kraftwerk ist die ORC-Technologie: Beim Verbrennen von Biomasse entstehen so hohe Temperaturen, dass neben den 26 000 Megawattstunden Heizwärme auch noch ein Betriebsöl zum Sieden gebracht wird. Dieses erzeugt über eine vorgeschaltete Turbine 4300 Megawattstunden Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.
2,9 Millionen Liter Heizöl ersetzt Neckarsulm Jahr für Jahr mit seinem Hackschnitzel-Kraftwerk. Das sind 90 Tanklastzüge voll oder 145 000 Kanister.
Stimme.de
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