Nach Sexismus-Vorwürfen von Sibel Kekilli: Klostercafé Schöntal erhält Droh-Mails von Instagram-Followern
Nach den Sexismus-Vorwürfen von "Game of Thrones"-Schauspielerin Sibel Kekilli auf Instagram äußert sich die Inhaberin des Klostercafés.
Die Heilbronner Schauspielerin Sibel Kekilli, bekannt unter anderem durch ihre Rolle als Shae in der US-Fantasyserie "Game of Thrones" oder als Hauptdarstellerin in Fatih Akins "Gegen die Wand", hatte im vergangenen Monat auf der Plattform Instagram Vorwürfe gegen das Kloster Café Schöntal veröffentlicht. Von "sexistisch" ist die Rede, von einer "Grenzüberschreitung" berichtet die 41-Jährige. Die Inhaber des Cafés erhielten daraufhin Droh-E-Mails.
Besuch im Café
Am 18. Juli postete Sibel Kekilli auf ihrem Instagram-Account einen Bericht, in dem sie von einem Besuch im Klostercafé in Schöntal berichtete. Dort habe sie auf "an einem von einem Freund vorreservierten Tisch" gesessen und gewartet. "Eine unfreundliche Bedienung machte mich lautstark an, was ich denn an diesem Tisch zu suchen hätte", so Kekilli weiter. Auf ihre Bitte, freundlicher zu sein, sei die Bedienung "unverschämter" geworden. Schließlich habe sich "ein alter Mann in den Disput" eingemischt und zur Bedienung gesagt. "Hier ist mein Stock, falls Sie ihn brauchen ..." Kekillis Einwand, dass dies nicht lustig sei, habe er ignoriert und gesagt: "Verdient hätte ich es. Resultat: Alle Gäste lachen."
Zahlreiche Kommentare
So weit der Ausgangs-Post. Knapp 640 Kommentare ranken sich inzwischen (Stand 9. August) darunter. Von "beschämend" über "fassungslos", aber auch "hört sich an wie die halbe Wahrheit" ist hier zu lesen. In der Diskussion, die sich unter ihrem Post entspinnt, schreibt Kekilli: "Interessant ist jedenfalls, dass einige danach auf mich zugekommen sind und sagen, dass das Café für seine unfreundliche und unhöfliche Art durchaus bekannt ist."
Einordnungsvideo
Am nächsten Tag postet Kekilli ein vierminütiges Video, eine "kurze Einordnung zum gestrigen Post", dass inzwischen über 40.000 Aufrufe hat. Darin stellt die Schauspielerin klar: "Natürlich hört ihr nur meine Seite, wie ich es empfunden und erlebt habe." Danach erklärt sie die Situation näher, erzählt, dass sie versucht habe, mit der Chefin zu sprechen. "Wichtig ist: Ich empfand die Situation nicht als rassistisch", stellt sie klar. "Eher als sexistisch, ich glaube, dass ist das richtige Wort. Es war eine Grenzüberschreitung." Unklar bleibt allerdings, ob sie sich damit auf die Bedienung, den Gast oder auf beide bezieht.
Unter ihrem Beitrag sind sich jedoch viele ihrer Follower einig: "Jetzt muss sich das Opfer auch noch rechtfertigen." Und einige von Kekillis 166.000 Followern wenden sich in den Kommentaren gegen das Klostercafé. "Das Lokal würde ich ab sofort meiden" oder "Das Klostercafé Schöntal sollte man nicht mehr besuchen", so die Kommentare. Einige rufen dazu auf, Anzeige zu erstatten.
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Inhaberin äußert sich
Was sagen die Betreiber des Klostercafés dazu? "Ich war nicht dabei, als dieser Vorfall passiert ist", stellt Inhaberin Anne Hofmann klar. Allerdings habe sie danach "persönlich mit ihr und einer Freundin ein Gespräch geführt und mich mehrfach entschuldigt". Sie habe nicht gewusst, wer Kekilli sei, "aber es ist auch egal, ob Schauspieler oder nicht, alle Menschen sind gleich zu behandeln". Und auch, dass die Behandlung eines Gastes so nicht akzeptabel sei. "Ich habe der Mitarbeiterin erklärt, dass ich nicht möchte, dass so etwas vorkommt, egal bei wem." Die Angelegenheit sei "intern" geklärt worden.
Von dem Post hätte Hofmann erst einen Tag später erfahren, nämlich als die ersten Droh-Mails kamen. "Ich möchte gar nicht wiedergeben, was darin stand", sagt Hofmann. "das war wirklich unschön." Sie glaubt, dass aus der Sache "nur so ein Ding geworden ist, weil die Follower es daraus gemacht haben". Um die Sache an sich gehe es gar nicht mehr, so die Inhaberin.
Weshalb Sibel Kekilli den Post abgesetzt hat, ist ihr unklar. "Ich habe mich wirklich mehrfach entschuldigt und sie eingeladen, ich verstehe das alles nicht so ganz." Das Management von Kekilli ließ auf HZ-Nachfrage mitteilen, dass "sie sich zu diesem Thema momentan nicht weiter äußern möchte".
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Kommentare
Michael Seher am 10.08.2021 19:57 Uhr
wer als ehemalige Pornodarstellerin wegen sexismus beleidigt ist, sollte nochmal darüber nachdenken.