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Künzelsau

Musik als stärkste Form der Magie

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Ein fünfköpfiges Ensemble zieht das Publikum bei einer Matinée in der Stadthalle in seinen Bann.

Von Sonja Reichert
Eine gute Kombination − für eine gute Komposition: Nicolle Cassel als Susanna und Claudius Ehrler als Figaro. Begleitet werden sie von René Speer (Klavier), Alexander Bersutsky (Violine) und Phillip Hagemann (Violoncello).
Foto: Sonja Reichert
Eine gute Kombination − für eine gute Komposition: Nicolle Cassel als Susanna und Claudius Ehrler als Figaro. Begleitet werden sie von René Speer (Klavier), Alexander Bersutsky (Violine) und Phillip Hagemann (Violoncello). Foto: Sonja Reichert  Foto: Sonja Reichert

Renate Kilb von der Künzelsauer Stadtverwaltung freut sich über die mehr als 100 Gäste und weist darauf hin, dass an der zu 60 Prozent ausgelasteten Halle an den Gruppentischen Masken-frei gelauscht und geredet werden darf. Das Ensemble mit Nicolle Cassel (Sopran), Claudius Ehrler (Bariton), Alexander Bersutsky (Violine), Philipp Hagemann (Violoncello) und René Speer (Klavier) wartet mit einem bunten Strauß an Gesangs- und Instrumentalstücken unter dem Motto "Musik ist die stärkste Form der Magie" auf.

Cassel ergänzt das Motto in ihrer charmanten Moderation mit: "...um Licht in einen Raum zu zaubern": Frühlingsstimmung verbreitet der Sonnenschein draußen zusammen mit dem ersten musikalischen Beitrag, Beethovens wunderbar leichtem Klaviertrio Nr. 9 für Klavier, Violine und Violoncello. Mit der Arie des Valentin aus Charles Gounods Oper "Faust" bringt der junge Bariton Claudius Ehrler seine volle, weiche Stimme zur Geltung. Das Frühlingsthema greift Nicolle Cassel in zwei Frühlingsliedern, beide von Felix Mendelssohn Bartholdy, mit ihrer hellen, klaren Sopranstimme sodann auch wieder auf.

Ukrainisches Geigenstück

Einen Blick auf die schlimmen weltpolitischen Ereignisse wirft Alexander Bersutsky, der das Geigenstück "Melody" den Landsleuten und seinem Heimatland, der Ukraine, widmet. Auch der Komponist dieses wunderschönen, elegischen Stückes, Myroslaw Skoryk, war Ukrainer. Auf den Tischen hat Bersutsky Flyer ausgelegt, auf denen um Spenden gebeten wird. Der Violinist erzählt: "Ich habe selbst drei ukrainische Familien bei mir in Dresden aufgenommen."

Mit viel Witz und Schauspielerei bei den Hochzeitsvorbereitungen brillieren Nicolle Cassel als Susanna und Claudius Ehrler als Figaro im Duett aus Mozarts "Die Hochzeit des Figaro". In der Pause werden Kaffee und Kuchen serviert. Arancha Rapp aus Morsbach und ihre Freundinnen sind sich einig: "Alles wunderschön. Gelungenes Repertoire, die Musiker spielen wunderbar." Inge Köppen aus Künzelsau findet das Ukraine-Stück "sehr ergreifend". Gleichzeitig lobt sie die "aufgelockerte Sitzweise" mit den Gruppentischen und die großen weißen Orchideen vor der Bühne.

Etwas Kurstadt-Flair

Wenn man mit den Augen durch den Saal schweift, hat das Ambiente zusammen mit der Musik tatsächlich etwas von der Atmosphäre bei einem Kurkonzert. Ein Eindruck, der noch verstärkt wird durch das Walzerlied "Dunkelrote Rosen bring" ich, schöne Frau" aus der Operette "Gasparone", das Claudius Ehrler mit viel Schmelz in der Stimme präsentiert.

Wer jetzt noch nicht dahingeschmolzen ist, tut das aber sicher beim Duett "Lippen schweigen" aus Lehars Operette "Die lustige Witwe" - allerspätestens als sich Sopranistin und Bariton im Dreivierteltakt liebevoll im Tänzchen drehen. Und weil das so wunderschön ist, singen auch ein paar Gäste leise mit. Es gibt langen Applaus und als Zugabe dann auch noch ein paar Walzertakte, denn "bei jedem Walzerschritt tanzt auch die Seele mit".

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