Metall und Kunststoff ersetzen Knochen

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Chefarzt Wittner informiert über künstliche Gelenke für Hüfte, Knie und Schulter

Von Gerhard Gutbrod
Chefarzt Dr. Bernd Wittner bei seinem Vortrag in Öhringen.Foto: Gerhard Gutbrod
Chefarzt Dr. Bernd Wittner bei seinem Vortrag in Öhringen.Foto: Gerhard Gutbrod

Öhringen - Wie stark das Informationsbedürfnis zum Thema Gelenkersatz ist, sah man am Zustrom von Interessierten und Betroffenen zum Vortrag von Dr. Bernd Wittner im Öhringer Krankenhaus: Die 220 Plätze in der Cafeteria reichten nicht aus, so dass weitere Stühle bereitgestellt werden mussten.

„Neue Schulter, Hüfte, Knie?“ Wie der Abend überschrieben war, stellt für unsere zunehmend älter werdende Gesellschaft vielfach keine Frage mehr dar, sondern wird in die Lebensplanung mit einbezogen. Salopp gesagt, wird der Einsatz von Ersatzteilen wie beim Auto schon einkalkuliert.

Arthrose, also ein Knorpelschaden, ist in der Regel die Ursache für die Schmerzen im Gelenk. Dies ist der Preis, den wir für unsere Langlebigkeit zahlen müssen, denn langes Leben bedeutet hier: stärkere Abnutzung. Und sind Gelenkschmiere und Knorpel erst einmal abgetragen, reibt Knochen auf Knochen und die Schmerzen werden bisweilen unerträglich.

Chefarzt Dr. Bernd Wittner zeigte mit Bildern und anschaulichen Erläuterungen, wie abgetragene Gelenkköpfe und ausgeräumte Pfannen durch genau angepasste Implantate aus Metall, Keramik oder Kunststoff ersetzt werden können. Das Gelenk und vor allem die Reibungsfläche besteht danach aus künstlichem Material und kann keine Schmerzen mehr verursachen. Die Kunst der Ärzte ist aber gefragt, wenn es darum geht, das neue Gelenk exakt der Anatomie des Patienten anzupassen. Wenn hier nicht alles genau ineinander greift, können Fehlstellungen und Schmerzen an anderer Stelle die Folge sein. Beispiel: Bei einer nicht korrekt sitzenden Hüftprothese belastet der Patient unwillkürlich die andere Seite stärker und es kommt dort zu Schäden.

Eine diffizile Sache ist in manchen Fällen die Befestigung der Prothese am Knochen. Bei genügend Masse, wie im kräftigen Oberschenkelknochen, ist eine belastbare Einpassung meist unproblematisch. Dagegen steht im Schultergelenk meist nur wenig Knochenmaterial zur Verfügung, um einen künstlichen Kopf oder eine Pfanne einzusetzen. Schrauben und Drähte müssen hier manchmal für stabile Verhältnisse sorgen. „Ob man die Prothese einzementiert oder einwachsen lässt, hängt vom Alter und von den individuellen Gegebenheiten beim Patienten ab“, beantwortete der Spezialist eine entsprechende Frage.

„Wird man mit 80 auch noch operiert?“ sorgte sich eine Zuhörerin und bekam ein „Selbstverständlich!“ zur Antwort. Der Referent nahm sich ausführlich Zeit, um auf Fragen aus dem Publikum einzugehen und freute sich über das große Interesse. Besonders wichtig war ihm die folgende Aussage: „Mit einem neuen künstlichen Gelenk sollen Sie wieder alles so machen können, wie sie es vor der Operation gemacht haben.“

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