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Mulfingen

Meilenstein für EBM-Papst

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Hallenneubau in Hollenbach ist ein wichtiger Schritt zur Standortsicherung.

Von unserer Redakteurin Barbara Griesinger
Gerhard Sturm mit Bürgermeister Robert Böhnel an einem der Ventilatoren, die in Hollenbach produziert werden. Im Hintergrund rechts Rainer Hundsdörfer.
Foto: Griesinger
Gerhard Sturm mit Bürgermeister Robert Böhnel an einem der Ventilatoren, die in Hollenbach produziert werden. Im Hintergrund rechts Rainer Hundsdörfer. Foto: Griesinger  Foto: Griesinger

Riesig ist sie, die neue Produktionshalle von EBM-Papst, Werk 4 in Hollenbach. 15 Millionen Euro teuer war sie. Und im Nu aus dem Boden war sie auch. In knapp zehn Tagen im April waren 3000 Lastwagenladungen Erde abgetragen, um Platz für die 13.000 Quadratmeter große Halle zu schaffen. Das entspricht übrigens einer Fläche, wie man sie für 125 Einfamilienhäuser braucht.

Produktionssteigerung

Kein Wunder, dass der Neubau für Rainer Hundsdörfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der EBM-Papst-Gruppe, ein Meilenstein ist. "Diese Expansion", so sagt er bei der Einweihung der Gebäudes, "wird EBM-Papst nach vorn bringen." Der Neubau, der an die erste Produktionshalle des Unternehmens in Hollenbach angebaut ist, war notwendig, weil die dortigen erst 2007 eröffneten Produktionsanlagen bereits wieder zu klein waren. Zumal die Produktion in Hollenbach in den wenigen Jahren um zwölf Prozent gestiegen ist - von einer Stückzahl von 800.000 auf über 900.000.

In Hollenbach werden obendrein besonders große Ventilatoren, die zugleich geräuscharm und energiesparend arbeiten, gebaut. Sie sind dank immer höherer Umweltauflagen derzeit immer stärker nachgefragt. Obwohl in Hollenbach im Dreischichtbetrieb und auch an Samstagen gearbeitet wird, waren die Kundenwünsche nicht mehr in der gebührenden Schnelligkeit zu bewältigen. Das soll mit dem Just-in-time-Betrieb, den der Hallenneubau ermöglicht, nun anders werden. Denn: "Die Aufträge kriegt, wer in ein bis zwei Wochen liefert und nicht in sieben bis zehn", so Hundsdörfer. Damit ist der Neubau zugleich "ein großes Bekenntnis zu Deutschland", das mit hochmodernen Produkten auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig sei.

Für EBM-Papst-Gründer Gerhard Sturm ist mit der neuen Halle der Standort noch nicht ganz gesichert. Das Unternehmen beabsichtigt in Mulfingen weiter zu investieren.

Zukunftsinvestitionen

"Wir wollen die Zukunft in Deutschland so gestalten, dass durch den Einsatz moderner Kommunikation schneller und moderner produziert werden kann", so Sturm. Er spielt damit auf die nächste digitale Stufe der Industrialisierung, auf Industrie 4.0, an. "Wenn das angepackt ist", so Sturm weiter, "ist die Zukunft in Mulfingen und Hollenbach sichergestellt." Deshalb ist im Hallenneubau bereits ein weiteres Rechenzentrum untergebracht.

Und deshalb gehen die Planungen schon weiter: Weitere Investitionen von rund 35 Millionen Euro stehen an, um ein Logistikzentrum beziehungsweise ein Zentrallager zu errichten. Allerdings erwartet das Unternehmen, dass dann auch die Hollenbacher Steige, die den Firmenstammsitz mit Hollenbach verbindet, endlich ausgebaut ist.

"Es sieht so gut aus wie nie", urteilt Hundsdörfer mit Blick aufs Land, das der Umwidmung der Land- in eine Kreissstraße den Weg geebnet hat und auch Fördermittel signalisiert. Aber auch die Gemeinde Mulfingen und der Landkreis müssen bei dem Projekt mitziehen, das die EBM-Papst-Geschäftsleitung 2015 umgesetzt sehen will.

Riesenchance

"Es gibt positive Signale von Land und Landratsamt zur Verbesserung der Verkehrswege", betont Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel daraufhin. Die Gemeinde ziehe weiterhin mit dem Unternehmen am selben Strang, betonte er bei der Einweihungsfeier und weist auf bereits verbesserte Infrastrukturmaßnahmen hin - von der Kinderbetreuung über die Schullandschaft bis zur Breitbandversorgung.

Zumal EBM-Papst auch positive Impulse für die Entwicklung der Gemeinde beisteuert. Eine "Riesenchance für die Gemeinde" sieht Böhnel daher in den Expansionsplänen des Ventilatoren- und Motorenherstellers, der allein in Hollenbach im kommenden Jahr 80 weitere Arbeitsplätze schaffen will.

 

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