Mehr Ferkel pro Sau
Schweineerzeuger haben es derzeit nicht leicht

Hohenlohe - Die unbefriedigende Preissituation der vergangenen beiden Jahre in der Schweinehaltung insgesamt, vor allem aber in der Ferkelerzeugung, hat in den landwirtschaftlichen Betrieben Spuren hinterlassen. Der eine oder andere Betrieb hat seinen Sauenbestand reduziert oder sogar ganz aufgehört. Ist das der richtige Weg?
Einzelkämpfer Zusammenarbeit ist für Dr. Wolfgang Eißen ein Weg, der sehr effizient sein kann. „Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“, sagt der Leiter des Landwirtschaftsamtes Öhringen bei der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft der Schweinerzeuger in Hermuthausen.
„Die Probleme, die es hier gibt, gibt es bei uns auch“, weiß Helmut Brinckmann, Berater und Ferkelerzeuger für die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel im Raum Osnabrück (EGF), um das schlimme Jahr 2007 für Ferkelerzeuger und die Finanzkrise, von der auch die Landwirtschaft betroffen ist. „2008 war ein Jahr, das mich stark beeindruckt hat. Nichts ist normal“, meint denn auch Albrecht Stier. „Die Preise für Schlachtschweine sind am Boden“, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft.
Es werde eine Frage der Zeit sein, wann die Ferkelpreise nachgeben. Dies alles sind für Albrecht Stier Gegebenheiten einer globalen Welt. „Es wird ein normales Jahr“, wagt Brinckmann den Ausblick. „Es wird Zeit, um Löcher zu stopfen“, sagt er mit Blick auf die Betriebskosten. „Die Kosten reduzieren“ ist für Brinkmann daher ein Gebot der Stunde. Wie das zu bewerkstelligen ist? „Mehr Ferkel pro Sau“: 25 Ferkel pro Sau und Jahr ist für ihn die Mindestleistung, die machbar ist.
Gesundheit Die Tiergesundheit sei da entscheidend. Erzeuger müssten sich bewusst machen, welche wirtschaftlichen Schäden Krankheiten anrichten. „Es erschließen sich enorme Potenziale, wenn wir das Thema Tiergesundheit im Griff haben“, sagt er und befürwortet er ein flächendeckendes, bundeseinheitliches Informationssystem.
Was erwartet der Mäster? Die enorm gewachsenen Mastbetriebe verlangen große Ferkelpartien. Darauf müssen sich die Ferkel erzeugenden Betriebe einstellen. Der Wandel hin zu noch mehr Wachstum ist für Günther Egner nicht von der Hand zu weisen. Betriebsgrößen mit 600 bis 800 Muttersauen wirken auf ihn allerdings befremdlich. „Man wird sich hart tun“, meint der Landwirt. Doch der Wandel sei da und gehe weiter. „Ein norddeutscher Betrieb kann nicht mit einem Betrieb in Hohenlohe verglichen werden“, meint Kurt Schneider. Man habe hier gar nicht die Flächen für Betriebsgrößen, wie sie im Norden angesagt sind. „So wie's ausschaut, gibt's entweder Wachsen oder Weichen“, meint Karl Münz.
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