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Öhringen

Lärmschutzwall auf 740 Meter verlängert

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Das Baugebiet Limespark brummt", sagt OB Thilo Michler. Die Brummis auf der Autobahn sollte man dort aber möglichst nicht hören. Nach dem Bundesbaugesetz ist die Stadt zum Lärmschutz verpflichtet, und natürlich hat sie ein großes Interesse, das positive ...

Von unserem Redakteur Ralf Reichert

Das Baugebiet Limespark brummt", sagt OB Thilo Michler. Die Brummis auf der Autobahn sollte man dort aber möglichst nicht hören. Nach dem Bundesbaugesetz ist die Stadt zum Lärmschutz verpflichtet, und natürlich hat sie ein großes Interesse, das positive Image Öhringens als Wohnort zu wahren. Im Limespark sollen einmal 5000 Menschen leben, im Mannlehenfeld daneben mehr als 600. Nicht zu vergessen Cappel und der Brechdarrweg. Deshalb gibt es entlang der A 6 einen Lärmschutzwall. Der zweite Abschnitt wurde jetzt eingeweiht. Er ist 340 Meter lang und enthält 90 000 Kubikmeter Erdreich. Bauzeit: 2010 bis 2016.

Der erste Abschnitt mit einer Länge von 400 Metern und einem Volumen von 80 000 Kubikmetern wurde bereits 2005 gebaut: mit Erdaushub der Römerallee, der Bahnunterführung und des Limesparks. Die 20 000 Kubikmeter starke Deckschicht des zweiten Abschnitts ist mit Erdreich aus der näheren Region bestückt, Bauschutt inklusive: von Heilbronn bis Schwäbisch Hall und von Neuenstadt bis Schöntal. Die 70 000 Kubikmeter darunter sind Recyclingfüllboden.

Investorenmodell Die Baukosten sind in etwa gleich und liegen für beide Abschnitte bei mehr als einer Million Euro. Die Finanzierung des ersten Abschnitts blieb komplett an der Stadt hängen, der zweite Abschnitt war erheblich günstiger, nachdem der Gemeinderat 2010 ein Investorenmodell beschlossen hatte. Bauherr blieb demnach zwar die Stadt, und sie legte für die Planung sowie Gutachten und Kontrollen 150 000 Euro hin. Doch alle Baukosten trägt die Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Öhringer Baufirma Schneider und der Heilbronner Niederlassung des Entsorgers Remex. Die einen bauten den Wall, die anderen lieferten das Erdreich. Schneider-Geschäftsführer Eberhard Köhler erklärt im Vorgriff auf den geplanten A 6-Ausbau in Hohenlohe: "Wir haben bereits gezeigt, wie man so eine Öffentlich-Private-Partnerschaft machen kann, die für beide Seiten einen Gewinn darstellt."

Ängste Doch was steckt in dem massigen Baukörper des zweiten Abschnitts, der an der breitesten Stelle 46 Meter misst und bis zu zwölf Meter hoch ist? Diese Frage kam immer wieder auf. Und mit ihr Ängste, ob diese finanziell lohnende Konstruktion auch gut für Mensch und Umwelt ist. Eberhard Köhler versichert: "In dem Boden sind keinerlei gefährliche Stoffe." Das Abdeckmaterial sei doppelt überwacht worden, "und wir wollten es aus der Region", deshalb habe der Bau auch länger gedauert. Thomas Wessels, Niederlassungsleiter von Remex, erklärt: "Es bestand ja die Sorge, dass hier Materialien vergraben werden, die sich später als Altlasten entpuppen." Andere munkelten: Ist der Lärmschutzwall eine verkappte Deponie? Davon könne keine Rede sein. Remex habe keinerlei Deponiematerial geliefert. Es seien nur Stoffe gewesen, die wiederverwertet werden könnten - etwa für Bauwerke wie dieses. Es gebe strenge Vorschriften: für die Standfestigkeit und für das verwendete Material. Alle Stoffe seien gründlich geprüft worden: von der Würzburger Firma GMP und von Peter Seiler, dem städtischen Oberbauleiter.

Auf dem Wall (v. l.): Andreas Hollatz, Leiter der Abteilung Straßenwesen und Verkehr beim Regierungspräsidium Stuttgart, OB Thilo Michler und Eberhard Köhler, Geschäftsführer der Firma Schneider.
Foto: Reichert
Auf dem Wall (v. l.): Andreas Hollatz, Leiter der Abteilung Straßenwesen und Verkehr beim Regierungspräsidium Stuttgart, OB Thilo Michler und Eberhard Köhler, Geschäftsführer der Firma Schneider. Foto: Reichert  Foto: Reichert, Ralf
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