Kurioses Geflügel, kuschlige Kaninchen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Mit rund 400 Tieren hat die Ausstellung im Vereinsheim des Hohenloher Kleintierzuchtvereins viel zu bieten

Von Renate Väisenen
Magnus, Emelie und Leonie Rieble finden die Kaninchen einfach nur putzig. Sie haben im Streichelgehege reiche Auswahl. Alle drei kommen jedes Jahr wegen der Kleintierausstellung nach Öhringen.Foto: Renate Väisenen
Magnus, Emelie und Leonie Rieble finden die Kaninchen einfach nur putzig. Sie haben im Streichelgehege reiche Auswahl. Alle drei kommen jedes Jahr wegen der Kleintierausstellung nach Öhringen.Foto: Renate Väisenen

Kurt Klingler sieht sich die Bewertungen seiner Pfautauben an. "Vorzüglich" ist auf dem kleinen Schild am Käfig einer seiner tiefschwarzen Geflügelzüchtungen vermerkt. "Das ist ja eine schöne Überraschung", freut sich der Hobbyzüchter über die Prämierung. Seit 30 Jahren züchtet der Bretzfelder Tauben und hat schon einige Zuchterfolge vorzuweisen. Die Kriterien kennt er: "Der Fächer der Taube sollte üppig sein und mit der Körpergröße der Taube harmonisieren. Die Augen sollten perlfarbig sein."

Krankheiten Geflügelschau trotz Geflügelgrippe? Die Geflügelgrippe sei kein Thema für den Kleintierzuchtverein, da ja gerade Stallpflicht herrsche und die Ausstellungstiere in einem Gebäude untergebracht sind, erläutert Martin Fieß, der zweite Vorstand und Zuchtwart des Vereins. Dafür fürchten die Züchter RHD, eine Viruserkrankung der Langohren.

Sämtliche Jungtiere seiner Kaninchenzucht seien im letzten Jahr an der Chinaseuche verendet, bedauert er. Wie ihm erging es auch anderen Züchtern, deswegen gäbe es heuer auch keine Jungtierschau. Dafür kann er sich über den Zuchterfolg des Vereinsnachwuchses mitfreuen: für ein Kaninchen der Rasse Farbenzwerg hat Ruben Schluchter aus Baierbach das Prädikat "sehr gut" erzielt. Wahrscheinlich ist dies seine letzte Kaninchen-Auszeichnung. "Ich muss mich jetzt mehr auf die Schule konzentrieren und züchte nur noch Tauben. Und zwar die Rasse Modeneser- Gazzi-Blau; die Taubenzucht ist weitaus weniger zeitintensiv, "erklärt der 15-Jährige. Erich Müller hingegen interessiert sich für die Hühnerzucht: "Das ist wirklich ein schönes Stämmle", sagt er mit Blick auf den Hahn und die drei Hennen der schwanzlosen Hühnerrasse Zwerg-Auracana, die grüne und dazu noch cholesterinarme Eier legt. Er liebäugelt damit, sich die ursprünglich aus Südamerika stammenden Vögel anzuschaffen: Wenn, dann würde er schwarzes Geflügel nehmen, meint der Affalterbacher. Für das weiße hätte er keinen passenden Auslauf: "Da braucht man schon eine Wiese, bei der Haltung auf erdigem Boden würden die Tiere schnell unansehnlich", weiß er aus Erfahrung.

Rund 320 Vögel können die Besucher bestaunen. Darunter kuriose Hühnerrassen wie die Zwerg-Paduaner, die mit ihrem Kopfgefieder an Muppet-Puppe Tiffi aus der Sesamstrasse erinnern. Oder die Zwerg-Brahmas mit ihren dichten Feder-Puschen an den Beinen. Aber auch Jagdfasanen und verschiedene Enten- und Gänserassen sind in der Ausstellung geboten.

Streicheln Mit rund 80 Kaninchen, Streichelgehege inklusive, ist die Ausstellung vor allem für Kinder attraktiv. Marianne Stirn aus Öhringen ist mit ihren Enkelinnen Belinda (11) und Carolin (9) da. Belinda zeigt sich etwas enttäuscht, dass keine Wellensittiche mehr ausgestellt werden. Das findet sie angesichts der putzigen Kaninchen im Streichelgehege aber dann doch nicht so schlimm: "Wir lieben Tiere."

Mit zwei Kaninchen schmusen Emelie und Leonie Rieble, die zusammen mit dem achtjährigen Magnus und dessen Opa Günther Dreßler aus Schwäbisch Hall-Rieden nach Öhringen gekommen sind: "Wir sind Kaninchenfans und kommen jedes Jahr wegen der Ausstellung nach Öhringen."

Die Kleintierzüchter zeigen auch am heutigen Samstag ihre Tiere im Vereinsheim.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben