Kunst-Stücke für Ohren und Augen
Dörzbach - Elmar Gunsch moderiert Benefizveranstaltung - Reinerlös für Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter

Dörzbach - Die roten Theaterstühle sind alle besetzt. Sogar der Steinway ist links und rechts von Besuchern mit und ohne Handicap flankiert. Vom Konzertflügel fällt denn auch "Sternenregen" auf die Theaterbesucher. Martin Engel greift in die Tasten und spielt Chopins Konzertetüde Opus 25 (1). Das Spiel des blinden Pianisten hebt die Melodiestimme deutlich von der Begleitung, die sich zurückhält.
Gefühlvoll
Von den wie auf einer Harfe gespielten weichen Figurationen gestützt und gewiegt, nimmt sie an Gefühlskraft zu, bis sie sich schließlich zum inbrünstigen Leid steigert. Im Mittelteil wird die Melodie noch gesanglicher und gefühlvoller. Das Klangbild ist eine Entwicklung bis hin zum Schluss, der durch einen Triller in der linken Hand markiert wird.
"Man muss nicht groß und schön sein, sondern etwas gut können und tüchtig sein", will Elmar Gunsch mit seiner Geschichte von "Coco, der Ball" seinen Zuhörern mitgeben. Denn Coco ist winzig klein, schwarz, nicht glänzend, kein Held und kein Genie. Aber der kleine Ball kann besonders hoch springen, höher als all die anderen. Es ist eine abenteuerliche Lese-Reise, auf die Elmar Gunsch die Besucher im Dörzbacher Theater mitnimmt.
Abenteuer
Eine spannende Abenteuer-Reise durch verschiedenartige Szenarien, in denen das Thema erstaunlichen Verwandlungen unterworfen wird, unternimmt Brahms auf der Basis des Händel-Themas, bevor er zum Abschluss zur alten Kompositionstechnik der Fuge zurückkehrt und mit dieser Fuge dem Werk die Krone aufsetzt. Die "Variationen und Fuge über ein Thema von Händel" Opus 24 gehört zu seinen bedeutendsten Klavierkompositionen. Martin Engel spielt jede einzelne der Variationen sehr individuell, wodurch ihre jeweilige Besonderheit zum Ausdruck kommt. Eindringlichkeit durch kluge Disposition und musikalische Wahrhaftigkeit lautet seine Botschaft an das Publikum.

Als eine Powerfrau stellt Elmar Gunsch Esther Weber, Weltmeisterin im Rollstuhlfechten, vor. "Ich war querschnittgelähmt, aber ich lebte", erzählt sie über ihren Autounfall als 15-jährige. "Ein Sport, mit dem auch Menschen mit Handicap Erfolg haben können", so beschreibt sie die Fecht-Kunst. Viel davon könne ins Alltagsleben übertragen werden. "Etwas wagen, reagieren, entscheiden, durchhalten, Ziele setzen", brauche es nicht nur beim Fechten. Sport schaffe das Kunststück, in die Gesellschaft einzugliedern.
Versteigerung
Kunst-Stücke, die Kinder mit Handicap für den BSK-Jahreskalender gemalt haben, versteigert der BSK-Pressesprecher Peter Reichert. Wie die Kunst-Stücke für das BSK-Malprojekt "Kleine Galerie" entstanden, wird auf der Theaterleinwand gezeigt. Kunststücke entstehen auch durch das markante Spiel von Christoph Soldan. Träumerisches ebenso wie die überschäumende Lust am Spiel bringt der Pianist in den Kinderszenen von Robert Schumann zum Ausdruck.
Stimme.de
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