Künzelsauer Abend: Von Baustellen und vielen Ideen
Informative Veranstaltung in der Stadthalle. Bürger reden bei aktuellen Themen mit. Bürgermeister gibt Ausblick auf kommende Projekte.

Es ist eine bunte und informative Mischung, die die Stadt ihren Bürgern beim Künzelsauer Abend in der Stadthalle anbietet. Aus Corona-Gründen später im Jahr als üblich und deshalb vielleicht auch nicht gar so gut besucht, dennoch vollgepackt mit einem Ausblick auf Kommendes, den Bürgermeister Stefan Neumann präsentiert, dem Impulsvortrag "Im Dialog zu Lösungen" von Prof. Frank Brettschneider (Universität Hohenheim) und schließlich kleinen Diskussionsrunden für alle zu aktuellen Themen.
Infrastruktur und Integration
"Für ein starkes Künzelsau" nennt Neumann das Motto des Abends, blickt auf die Strategie 2030 und die diesjährigen Schwerpunktthemen Infrastruktur und Integration. "Das wird eine Herausforderung", sagt er zur Großbaustelle in der Innenstadt, die sich aktuell von der wieder für den Verkehr freigegebenen Kocherbrücke auf der B19 stadteinwärts verlagert hat: Für die vom Land durchgeführte Fahrbahndeckenerneuerung ist die Straße von der Einmündung Wertwiesen bis zur Sparkasse voraussichtlich bis 20. Mai voll gesperrt.
Meilenstein Kreishaus

Einen "Meilenstein" sieht der Bürgermeister in einer anderen Baumaßnahme, nämlich dem Neubau des Landratsamts, für den der Planungswettbewerb angelaufen ist: "Wir dürfen gespannt sein, wie sich Künzelsau mit dem neuen Kreishaus weiterentwickelt." Für die Stadt geht es nicht nur um den parallelen Neubau eines Parkhauses und einer Straße, sondern, wie Stadtplanerin Christine Tritschler später als Ergebnis aus der Diskussionsrunde zum neuen Stadteingang präsentiert, vor allem auch um das hier künftig gebündelte ÖPNV-Angebot: "Es ist wichtig, dass wir den Begriff der Mobilitätsdrehscheibe ernst nehmen." Der Bürgermeister sagt: "Die Stadt steht natürlich hinter der Kochertalbahn", man sei "positiver Hoffnung".
Sporthallen und Schulen
Rund 20 Millionen Euro steckt Künzelsau laut Neumann in die Sanierung ihrer Sporthallen, als Nächstes ist nach dem Landeskinderturnfest die Halle der Georg-Wagner-Schule am Kocher an der Reihe. "In die Schulen wird viel investiert", sagt der Bürgermeister über den geplanten Neubau der Grundschule in Amrichshausen und die anstehende Sanierung in Gaisbach.
Angebote für Flüchtlinge
Was die Wirtschaftsförderung angeht, will man "nicht nur etablierte Firmen unterstützen", sondern auch mit Hilfe eines EU-Förderprogramms einen Gründercampus ins Leben rufen. Neumann spricht viele weitere Maßnahmen an und endet mit den Angeboten für die Flüchtlinge aus der Ukraine: "Ich bin dankbar für das Ehrenamt", sagt der Bürgermeister.
Wie Kommunen ihre Bürger bei Projekten am besten mitnehmen, zeigt Prof. Frank Brettschneider in seinem Impulsvortrag auf. Nur im Dialog findet man nach seinen Worten zu gesellschaftlich tragfähigen Lösungen. Grundlage dafür sei die frühzeitige und transparente Information sowie den Bürgern nicht bereits fertige Lösungen zu präsentieren, sondern ihnen Entscheidungsspielräume zu geben. Vor allem aber: "Viele Bürger wollen einbezogen werden", so Brettschneider.
Viele Anregungen

In kleinen Gruppen geht es dann über zweimal zehn Minuten um vier aktuelle Themen. "Wir haben viel erklärt und ein paar Ideen gesammelt", zieht Christine Tritschler das Fazit zum Punkt "Stadteingang Stuttgarter Straße". Werbung für die Arbeitsgruppen des Klimabeirats macht dessen Vorsitzender Joachim Schröder. In diesen geht es um Themen von der Abfallvermeidung übers Energiesparen bis zur Mobilität der Zukunft. Die "Innenstadt von morgen" nehmen ebenfalls einige Bürger in den Blick. Verkehrsberuhigung, mehr Angebote für Kinder, aber auch Parkplätze werden laut Christoph Bobrich, Leiter des Amts für nachhaltige Entwicklung und Bürgerbeteiligung, angeregt. Integration und Gemeinschaft stehen bei der stellvertretenden Hauptamtsleiterin Marion Hannig-Dümmler auf der Agenda. "Das wird eine spannende Sache, ich freue mich auf Ihre Mitwirkung", sagt sie nach vielen Anregungen von den Kindergärten bis hin zu den Senioren.
Hintergrund: Civocracy
Ganz neu ist sie nicht mehr, aber dennoch nicht jedermann bekannt: die Beteiligungsplattform Civocracy, die von der Stadt Künzelsau schon bei der jüngsten Entscheidung übers Bürgerbudget und im Prozess zur Neugestaltung des Stadteingangs genutzt wurde. "Wenn Sie ein Konto erstellen, verpassen Sie nichts", sagt beim Künzelsauer Abend Roland Greifeld von der dafür zuständigen Firma, die sich auf digitale Bürgerbeteiligung spezialisiert hat. Das Angebot findet sich im Internet unter www.civocracy.org.



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