Kompromiss beim Bauschutt
Hohenlohe - Der Bauschutt-Streit im Kreistag ist beigelegt: Einstimmig beschloss der Sozial-, Kultur- und Umweltausschuss den von der Kreisverwaltung vorgelegten Kompromiss. Er sieht vor, die Deponie Stäffelesrain bei Kupferzell-Beltersrot für belastetes Aushub- und Abbruchmaterial zu schließen

Hohenlohe - Der Bauschutt-Streit im Kreistag ist beigelegt: Einstimmig beschloss der Sozial-, Kultur- und Umweltausschuss den von der Kreisverwaltung vorgelegten Kompromiss. Er sieht vor, die Deponie Stäffelesrain bei Kupferzell-Beltersrot für belastetes Aushub- und Abbruchmaterial zu schließen und diese Massen nach Heilbronn zur Deponie Vogelsang zu bringen - wie bereits im März vorgelegt. Ferner können künftig an acht Recyclinghöfen im Kreis nicht mehr 50, sondern sogar 100 Liter Bauschutt kostenlos abgegeben werden.
Vergleich
„Wenn man mal mit den anderen Landkreisen in Heilbronn-Franken vergleicht, ist unser Angebot gar nicht so schlecht“, meinte Landrat Helmut Jahn. Denn für die erneute Beratung hatte die Kreisverwaltung zusammengestellt, wie die Nachbarkreise die Bauschuttentsorgung inzwischen handhaben. Fazit: Nicht nur der Hohenlohekreis, sondern auch die Landkreise Heilbronn und Schwäbisch Hall liefern künftig belasteten Bauschutt auf die Heilbronner Deponie Vogelsang. Schwäbisch Hall hat außerdem Verträge mit den Deponien im Ostalbkreis und im Kreis Ludwigsburg geschlossen. Im Neckar-Odenwald-Kreis und im Main-Tauber-Kreis gibt es noch eigene Deponien.
Unterschiedlich handhaben die Nachbarkreise auch die Abgabe auf Recyclinghöfen: Im Main-Tauber-Kreis darf nur unbelastetes Material abgebenen werden für fünf Euro je 100 Liter. Der Landkreis Heilbronn will Bauschutt-Container aufstellen - maximal dürfen hier zwei Kubikmeter abgegeben werden. Im Kreis Schwäbisch Hall werden höchstens 25 Litern kostenlos an 18 Recyclinghöfen angenommen. Der Neckar-Odenwald-Kreis sieht seine Deponie als zentrale Abgabestelle vor.
Auf Wunsch der Kreisräte hatte die Verwaltung auch untersucht, was eine Erweiterung der Deponie Stäffelesrain kosten würde. Das Ergebnis: je Hektar etwa 3,5 Millionen Euro. „Vor allem die Basis- und Oberflächenabdichtung ist sehr teuer“, erläuterte Silvia Fritsch-Baur, Leiterin der Abfallwirtschaft Hohelohekreis. „Da erübrigen sich weitere Diskussionen“, meinte der Landrat. Die Räte sahen es ebenso.
Steinbrüche
Bei der Einlagerung von Bauschutt in Steinbrüchen hiesiger Firmen sind ebenfalls Richtlinien zu beachten. Ein- bis dreimal im Jahr werden dort Proben entnommen - unberechtigt eingelagerte Stoffe müssten wieder rausgenommen werden, so Fritsch-Baur.
Dem neuen Konzept stimmten die Räte nun zu. „Es ist deutlich verbessert, ich bin aber noch nicht ganz zufrieden“, meinte aber Fritz Rehm (SPD). Zur Not müsse die Verwaltung rasch auf Wünsche der Bevölkerung reagieren.
Von Juli an werden bis zu 100 Liter Bauschutt an den Recyclinghöfen von Dörzbach, Schöntal-Bieringen, Niedernhall, Forchtenberg-Ernsbach, Künzelsau, Öhringen, Neuenstein und Bretzfeld-Waldbach angenommen. Auf den Erddeponien von Mulfingen, Krautheim und Pfedelbach-Harsberg, beim Steinbruch Baumerlenbach sowie der Deponie Beltersrot können bis zu fünf Kubikmeter für 30 Euro je Tonne abgegeben werden.
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