Kennzeichen ÖHR kommt
Mit 18 Ja-, 11 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen hat der Hohenloher Kreistag entschieden: Das Kennzeichen ÖHR darf wieder montiert werden.

Das Votum der Bevölkerung ist eindeutig, wie die Umfrage der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung beweist. Das Abstimmungsergebnis im Kreistag war mit größerer Spannung erwartet worden. Kommt das Kennzeichen ÖHR zurück?
Ja, es kommt zurück. 18 Befürworter setzten sich gegen elf Nein-Stimmen und vier Enthaltungen durch. Das teilt nun der Landkreis dem Land Baden-Württemberg mit, das wiederum das sogenannte Unterscheidungskennzeichen beim BMVI, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beantragt.
Krimi Soviel zur trockenen Materie. Dem vorausgegangen ist allerdings seit Ende 2011 eine äußerst emotional geführte Diskussion. Und eine solche hatten die Beobachter auch für die Kreistagssitzung in Kupferzell erwartet. Doch der Tagesordnungspunkt zehn, unter dem das ÖHR-Kennzeichen abgehandelt wurde, war schneller erledigt als das Konzept für Klimaschutz, beispielsweise. Kaum hatte Landrat Dr. Matthias Neth (der eigentlich ganz gern das den Kreis verbindende KÜN behalten hätte) aufgerufen, stellte Kreisrat Karlheinz Börkel (CDU) zwei Anträge. Erster Antrag des Jagsttälers: Der Landkreis soll die Wiedereinführung des Kennzeichens ÖHR beantragen. Zweiter Antrag: Die Kreisräte sollen auf eine Diskussion verzichten.
Nachdem die Fraktionssprecher der Freien Wähler und der SPD, Thomas Föhl und Irmgard Kircher-Wieland, dem nichts widersprachen, wurde abgestimmt: Bei einer Gegenstimme wurde auf die Diskussion verzichtet. Und sofort gingen die Hände in der nächsten Runde nach oben: 18 Kreisräte stimmten dem Antrag von Börkel zu. Elf Räte allerdings stimmten dagegen, vier enthielten sich. Wohl nicht ohne Gegenstimme, doch aber mit deutlicher Mehrheit setzten sich die Kreisräte aus Öhringen und Umgebung gegen ihre Kollegen aus dem Kocher- und Jagsttal durch.
Wie zu erwarten, hatte Öhringens OB Thilo Michler sofort die Hand gehoben, auch sein früherer Finanzbürgermeister Dieter Pallotta ist dafür. Pfedelbachs Bürgermeister Torsten Kunkel hat auch kein Problem mit ÖHR. Bretzfelds Bürgermeister Thomas Föhl und seine Kollegin Sabine Eckert-Viereckel aus Neuenstein aber hätten es bevorzugt, wenn der Kreis unter dem KÜN-Kennzeichen geeint geblieben wäre. So wie auch Künzelsaus Stadtchef Stefan Neumann und die Vertreterin Kupferzells, Ute Oettinger-Griese, sich ein Kennzeichen für alle gewünscht hätten.
„Ich kann damit leben“, kommentiert Dr. Wolfgang Eißen, Leiter des Landwirtschaftsamtes, das Ergebnis.“ Zumal nun auch Karlsruher oder Stuttgarter Nummerntafeln im Hohenlohekreis gemeldet bleiben können. Er sieht ohnehin des öfteren Traktoren mit dem Kennzeichen ÖHR auf den Höfen stehen.
Freude Viele Zuhörer sind extra wegen des Kennzeichen-Beschlusses nach Kupferzell gekommen und freuen sich nun, bald das Auto ummelden zu können. Wie Heinz Knandel aus Baumerlenbach, der vor der Gebietsreform 1973 schon einmal ÖHR auf dem Auto hatte. „Auf dem Käfer.“ Auch Wolfgang Brosig aus Öhringen ist froh.
Der Kreistag hat nun entschieden, nachdem bereits am 13. Dezember 2011 die Stadt Öhringen sich die Rückkehr des Kennzeichens ÖHR gewünscht hatte. Sollte das Bundesministerium zustimmen, können alle Kreisbewohner das Kennzeichen beantragen. Auch die Künzelsauer.
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Kommentare
Horst Seitz am 03.11.2014 22:32 Uhr
Endlich ist es soweit,

im Artikel fehlt nur noch die Angabe ab wann man sich die ÖHR-Schilder im LRA bestellen und abholen kann.
ich kann's kaum erwarten.
Redaktion stimme.de am 04.11.2014 08:50 Uhr
Sehr geehrter Herr Seitz,
es gibt noch keinen Zeitplan. Vom Land geht es ans Bundesministerium. Das entscheidet in letzter Instanz. Und ab dann können die Schilder geprägt werden. Wir werden selbstverständlich am Thema dran bleiben und darüber berichten.
Gruß,
stimme.de-Redaktion