Junge Theaterbesucher lachen und staunen
Kinderstück "Das Grüffelokind" in der Stadtbücherei aufgeführt

Ein Stück für "mutige Kinder und mutige Erwachsene, weil da kommt ein Monster drin vor", versprach Schauspieler und Komponist Martin Bachmann den kleinen und großen Zuschauern am Dienstagnachmittag im alten Ratssaal. Diese waren gekommen, um das theater sepTeMBer zu erleben. Das Theater mit Sitz im Landkreis Tuttlingen gastierte mit dem Kinderstück "Das Grüffelokind" auf Einladung der Stadtbücherei in Öhringen.
Eindrucksvoll Irgendwie ist das Grüffelokind, eindrucksvoll dargestellt von Schauspielerin und Figurenspielerin Cécile Legrand, wie alle Kinder: Wenn es abends ins Bett gehen soll, dann hat es dazu so gar keine Lust. Viel lieber möchte es Abenteuer erleben. Und auf ein solches macht sich das ziemlich haarige Monster mit den zwei kleinen Hörnchen auf dem Kopf denn auch auf. Ohne Papas Wissen begibt sich das Grüffelokind − bekannt aus der Kinderbuch-Bestsellerreihe von Axel Scheffler und Julia Donaldson − auf die Suche nach der großen, bösen Maus. Im nächtlichen Wald hat es seltsame Begegnungen mit Schlange, Spinne, Fuchs und Eule. Sie alle schüren mit ihrem Halb-Wissen über die vermeintliche Monster-Maus die Neugier des Grüffelokinds nur noch mehr.
Witzig Fesselnd und auch witzig erzählte das theater sepTeMBer die Geschichte vom nächtlichen Ausflug des Grüffelokinds. Es war Cécile Legrand, die mit ihrem schönen Spiel dem Stück ihren ganz eigenen Stempel aufdrückte. Die Figurenspielerin zog sich dabei nicht nur wortwörtlich das Kostüm des Grüffelokinds über, sie schlüpfte auch in die Rollen der anderen Figuren. Wunderschön anzuschauen war es etwa, als sie einer langen grünen Schlange, einer aufgeregt flatternden Eule oder einem durchtriebenen Fuchs Leben einhauchte.
Einfach, aber dennoch wirkungsvoll war die Kulisse. Inmitten weißer Stoffbahnen, die Schnee darstellten, und einiger weniger Requisiten agierte die französische Schauspielerin. Eine spannende Ergänzung fand die Inszenierung durch Musikkompositionen Martin Bachmanns. Rhythmische Soundcollagen − zu hören waren da Xylofon und Querflöte, Tiergeräusche und das Klopfen mit morschen Holzstücken − machten die Aufführung zu einem Gesamtkunstwerk.
Spannend Die Inszenierung des theater sepTeMBer war anders, als man es von Kinderstücken gemeinhin gewohnt ist. Unaufgeregt, aber alles andere als langweilig war sie, ganz sicher aber auch poetisch. Es gab Momente des Lachens und solche des Staunens. Das Stück war spannend, ohne zu gruselig zu sein. Dem jungen Publikum gefiel das. Aufmerksam hatte es das Gastspiel verfolgt. Antje Rudolph, die mit ihrem vierjährigen Sohn Sami in die Stadtbücherei gekommen war, zeigte sich nach der Aufführung angetan: "Ich finde, die Schauspielerin hat es kindgerecht gemacht und ich fand auch ihre Gestik gut. Es war super, dass sie die Kinder so mitgenommen hat. Und mir gefiel auch, dass die Kinder Spaß hatten und dass sie sehen konnten: Ein Grüffelo pupst, rülpst und es fällt auch mal in den Schnee − genau wie ich selbst."
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