Junge Leute bedauern Lokalschließung

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Öhringen - Die schlechten Nachrichten aus der Öhringer Kneipenszene haben junge Hohenloher nicht kaltgelassen. Vor allem dem Bistro „Zack“ wird man offenbar hinterhertrauern, auch das bedrohte „El Toro“ im Stadtteil Cappel rangiert in der Gunst der Kneipengänger noch an vorderer Stelle. Das zeigte eine Straßenumfrage in Öhringen.

Von Hagen Stegmüller

Öhringen - Die schlechten Nachrichten aus der Öhringer Kneipenszene haben junge Hohenloher nicht kaltgelassen. Vor allem dem Bistro „Zack“ wird man offenbar hinterhertrauern, auch das bedrohte „El Toro“ im Stadtteil Cappel rangiert in der Gunst der Kneipengänger noch an vorderer Stelle. Das zeigte eine Straßenumfrage in Öhringen.

„Wenn das Zack und das El Toro weg sind, gibt es ja gar nichts mehr“, meint die 18-jährige Corinna Haußler (Fotos: Stegmüller) aus Untersteinbach und ihre gleichaltrige Freundin Patricia Weller aus Pfedelbach stimmt ihr zu. Eventuell könne man noch ins „Prinz's“ gehen, das „Tryncino“ sei eher etwas für Ältere.

„Bis jetzt war's okay“, beurteilt Karina Binder (21) aus Öhringen die lokale Kneipenszene. Das werde sich mit dem Ende des „Zack“ aber ändern. „Das Lokal hatte Stil. Ich weiß nicht, wo man jetzt noch hingehen kann“, sagt Karina. Ihr Kollege Alexander Baumann hatte sie oft ins „Zack“ begleitet, ihm wird das Bistro mit Live-Musik ebenfalls fehlen. Vielleicht könne man es künftig mit dem „Prinz's“ versuchen, sagt er und ist damit einer Meinung mit Patricia Weller.

Diana Popov (20) ist eine weitere junge Öhringerin, die das „Zack“ vermissen wird. „Es wäre schön, wenn es in der Stadt eine größere Auswahl an Lokalen gäbe“, sagt die 20-Jährige. Sie werde nun öfter in „Angela's Bar“ in der Rathausstraße oder gleich nach Heilbronn gehen. Corinna Haußler und Patricia Weller bringen ebenfalls das „Green Door“ in Heilbronn ins Gespräch, auch der „Barfüßer“ in Schwäbisch Hall wird von ihnen wohl häufiger Besuch bekommen.

Bei vielen war das „Zack“ beliebt, andere konnten mit ihm nichts anfangen. „Das war mir zu clubmäßig“, erklärt Adrian Kraka (25) aus Neuenstein. Zusammen mit seinem Freund Matze Stricker (24) trinkt er ein Bier im Café Hamballe oder im Dreschflegel, auch das Café de Paris sei in Ordnung. Derweil beklagt Matze Stricker allgemein den Niedergang der Kneipenkultur. „Früher sind wir nach der Schule jeden Tag etwas trinken gegangen“, erzählt er, „meistens in der Pils Stube.“ Er würde sich freuen, wenn das seit langem leerstehende Lokal am Oberen Tor wieder öffnen würde.

Celine Bechler und ihr 35-jähriger Freund aus Pfedelbach stehen für einen Trend, der immer mehr Gastronomen zu schaffen macht. „Wenn man älter wird, bleibt man öfter zu Hause oder trifft sich mit Freunden“, sagt die 28-jährige Celine. Beliebt seien öffentliche Feste, weniger der klassische Lokalbesuch. Für ihre Altersgruppe sei das Café de Paris noch am ehesten geeignet.

  
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