Jetzt doch: Alt-Kennzeichen ÖHR wird Thema im Kreistag
Viele Öhringer träumen von der Zulassung des Alt-Kennzeichens ÖHR. Am Montag, 3. November, befasst sich der Kreistag in Kupferzell zum ersten Mal damit. Eine Abstimmung ist wahrscheinlich.

Seine Meinung hat der Landrat nicht geändert. Dr. Matthias Neth bleibt dabei: "Das Kfz-Kennzeichen KÜN hat dem Kreis eine gute Klammer und Identifikation gegeben." Doch der politische Druck aus Öhringen, das Alt-Kennzeichen ÖHR wieder zuzulassen, ist während und nach der Kommunalwahl immer größer geworden.
Obwohl er weiter gegen das ÖHR ist, entspricht der Landrat deshalb einem Wunsch von Oberbürgermeister Thilo Michler: "Er hat mich gebeten, in dieser Debatte einen Abschluss herbeizuführen." Sprich: Das Thema am 3. November in den Kreistag zu bringen.
Ob es in der Kupferzeller Carl-Julius-Weber-Halle zur Abstimmung kommt oder nicht, entscheidet einzig und allein der Kreistag. "Der Beschlussvorschlag ist von Seiten der Verwaltung bewusst offen gehalten", erklärt Neth. "Ich sage ein, zwei Sätze dazu, dann gebe ich die Diskussion frei."
Der Landrat kann verstehen, dass die Befürworter jetzt noch stärker auf eine Wiedereinführung drängen. "Schließlich sind in unserer Nachbarschaft ja mittlerweile eine ganze Reihe Alt-Kennzeichen wieder eingeführt worden." Etwa CR für Crailsheim, MGH für Mergentheim, BK für Backnang oder BCH für Buchen. Auch der Umstand, dass seit 1. Juli 2014 Kfz-Besitzer, die den Wohnort wechseln, ihre Nummernschilder überall in Deutschland mitnehmen dürfen, habe die Debatte zusätzlich befeuert.
Genau darauf hebt OB Michler ab. Wenn alle Umzügler ihre Kennzeichen frei wählen dürften, sei es schwer, die Identifkation darüber hochzuhalten. "Ich glaube, ohne dieses neue Gesetz würden sich viele Kreisräte schwertun und wäre die Mehrheit des Kreistags immer dagegen gewesen." Und jetzt? "Ich hoffe, es kommt. Die Frage nach dem ÖHR war die mit Abstand meistgestellte an mich in diesem Jahr. Es ist wichtig, das wir jetzt darüber entscheiden. Dann ist es vom Tisch."
Allerdings hat Michler "schon Bauchweh, weil es sicher einige gibt, die nicht dafür stimmen werden". Was passiert, wenn ÖHR abgelehnt wird? "Dann glaube ich, dass es eine Unterschriftenaktion gibt." Sprich: Der Ton rauer wird. "Wir können aber bis zur Landesgartenschau keinen Trouble gebrauchen."
Der Öhringer Gemeinderat hatte sich am 13. Dezember 2011 für die Einführung ausgesprochen. Es bedurfte aber eines Antrags aus der Mitte des Kreistags, um das Thema behandeln zu können. Den hat es bisher nie gegeben - bis Landrat Neth nun auf diese Weise handelte.
Widerstand
Manfred Wenzel (CDU) und Irmgard Kircher-Wieland (SPD) sitzen in beiden Gremien. Der eine Kreisrat sagt: "Wir in der CDU sind da eventuell nicht alle einer Meinung. Es ist wichtig, das schnell durchzuziehen und abzustimmen." Die andere Kreisrätin erklärt: "Ich bin dafür, weiß aber, dass aus zwei Fraktionen vehement Widerstand kommt. Eine knappe Entscheidung wäre schade."
Landrat Neth wartet erstmal ab: "Ich frage mich schon, ob wir keine wichtigeren Probleme haben." Er würde sich wünschen, wenn andere kreispolitische Themen "mit ähnlicher Hingabe" verfolgt würden.
Stimme.de
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