Inventur enttarnt die Ladenhüter
Öhringen - Zwischen Weihnachten und Dreikönig lassen es viele gemütlich angehen. Für den Handel gilt das nicht. Zusätzlich zum normalen Geschäft muss Inventur gemacht werden.

Öhringen - Zwischen Weihnachten und Dreikönig lassen es viele gemütlich angehen. Für den Handel gilt das nicht. Zusätzlich zum normalen Geschäft muss Inventur gemacht werden. Dabei werden allein in Öhringen mehrere hunderttausend Artikel erfasst. Diewar am Dienstag in der Stadt unterwegs und hat einige Händler befragt, was ihnen die Inventur bringt.
Intersport Groß: "Zunächst einmal ist es ein Riesen-Aufwand", sagt Sportfachhändler Norbert Groß. Eineinhalb Tage benötigen der Geschäftsführer und sein Team, um zirka 8000 Artikel zu erfassen. Am Ende weiß Groß, wie viele Skijacken und Joggingschuhe durch Falsch-Eingaben, Schwund oder Diebstahl fehlen. "Die Abweichung beläuft sich auf zirka 0,5 Prozent des offiziellen Bestands. Das ist nicht viel", meint Groß. Hilfreich sei, dass man bei der Inventur sämtliche Ladenhüter entdecke. "Die müssen unbedingt weg, damit sie nicht länger Verkaufsfläche blockieren." Solche Artikel würden teilweise unter Einkaufspreis veräußert.
BAG-Markt: "Wegen Inventur geschlossen", hieß es am Montag im BAG-Markt. Chef Matthias Weidner ackerte sich mit 30 Kollegen (Mitarbeiter und Aushilfen) durch die Regale, um 30 000 Artikel mit Barcode-Scannern zu erfassen. Am Dienstag überprüfte BAG-Vorstandsmitglied Harald Blumenstock die Ergebnisse. "Bis jetzt habe ich keinen Fehler gefunden", sagte Blumenstock, der mit Stichproben noch einmal zehn Prozent des Sortiments unter die Lupe nahm.
Parfümerie Akzente: Die Zeiten, in denen mit Block und Bleistift gezählt wurde, sind auch in der Parfümerie Akzente in der Poststraße vorbei. "Inventur machen wir seit drei Jahren mit dem Scanner", erläutert Filialleiterin Annette Schmid (26). Das habe die Arbeit enorm erleichtert.
Stadtbücherei: Ein Händler im klassischen Sinn ist die Stadtbücherei nicht, zur Inventur ist sie trotzdem angehalten. Eine einzige Mitarbeiterin war knapp drei Monate damit beschäftigt, zirka 39 000 Bücher und CDs zu zählen. "Am Ende stellte sich heraus, dass genau 168 Medien fehlen", berichtet Bücherei-Leiterin Irina Dorsch. Die Diebstahls-Quote von 0,43 Prozent sei gering, könnte aber bald gegen null tendieren. Die Stadtbücherei möchte jedes Buch mit einem Magnetcode ausstatten. Der Code würde Alarm schlagen, wenn ein Buch an der Ausleihe vorbei das alte Rathaus verlässt. Der Gemeinderat muss entscheiden, ob das neue System finanziert wird.
Rats-Apotheke: "Wir machen fortlaufend Inventur", erläutert Apothekerin Annette Tyderle. Ein elektronisches Erfassungssystem erleichtere die Arbeit, doch zum Inventur-Freund wird Tyderle deshalb nicht. Bei der Bestandsaufnahme werden auch Medikamente aussortiert, die das Verfallsdatum überschritten haben.


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