In Öhringen entstehen 60 neue Pflegeplätze
Der Awo Bezirksverband Württemberg feiert Richtfest für das neue Seniorenzentrum "Kesseläcker". Neben den 60 Einzelzimmern entstehen auch 12 Plätze in der Tagespflege und eine Anlage für Betreutes Wohnen.

Bei einem Richtfest muss man eben auch einmal mit Baulärm rechnen. Diese Erfahrung macht Stefan Oetzel, stellvertretender Vorsitzender des Awo Bezirksverbandes Württemberg, am Montag: Weil auf der benachbarten Baustelle Hochbetrieb herrscht, muss Oetzel den rund 50 Gästen seine Rede anlässlich des Richtfests beim neuen Seniorenzentrum "Kesseläcker" geradezu entgegenrufen. "Dieses Haus wird zu einem Schmuckstück werden", sagt er.
Betreuung rund um die Uhr
Im Heim entstehen 60 Einzelzimmer in Wohngruppen mit jeweils ungefähr zwölf Bewohnern. Ein Sinnesgarten und Betreuung rund um die Uhr gehören zum Konzept. "Man will schließlich noch was vom Leben haben", sagt Oetzel.
Dieses Leben soll dann im Februar oder März auf den Kesseläckern einkehren. "So ist es geplant", sagt Mathias Jäger von der Öhringer Firma Gauer, die als Generalunternehmer für den Bau zuständig ist. Vor etwa einem Jahr fand der Spatenstich auf dem Gelände statt, das zuvor als Parkplatz für Besucher der Landesgartenschau gedient hatte.
Großer Bedarf an Pflegeplätzen in der Stadt
Oberbürgermeister Thilo Michler freut sich, dass es mit dem Bau so zügig vorangeht: "Wir haben in Öhringen einen großen Bedarf an Altersheimplätzen", erklärt Michler. Nach seinem Kenntnissstand seien die drei bestehenden Heime bereits randvoll.
Elf Millionen Euro werde der Bau bis zur Fertigstellung ungefähr kosten, sagt Awo-Geschäftsführer Christian Ruppert. Vor einem Jahr war man noch von etwa zehn Millionen Euro ausgegangen. Dann wurden allerdings einige Details im Innenausbau umgeplant, so dass das Projekt nun etwas teurer geworden ist. "Wir haben uns zum Beispiel entschieden, im Multifunktionsraum zwei Faltwände einzubauen statt nur eine", sagt Ruppert.
Geschützter Demenzbereich für zwölf Bewohner
Außerdem sei der geschützte Bereich für Demenzpatienten baulich vergrößert worden und bekomme nun einen eigenen Garten. Zwölf Bewohner werden diesen Bereich beziehen können und erhalten dort spezielle therapeutische Angebote.
Zwölf zusätzliche Plätze gibt es in der Tagespflege für Personen, die noch zu Hause wohnen, aber tagsüber im Pflegeheim betreut werden. "Das ist eine enorme Entlastung für die Angehörigen, die in dieser Zeit auch mal etwas anderes machen können", sagt Stefan Oetzel. Die Öffnungszeiten der Tagespflege wurden so gewählt, dass sie den Bedürfnissen berufstätiger Angehöriger entgegenkommen: täglich von 7 bis 19 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen.
Betreutes Wohnen im Nebengebäude
Für Menschen, die noch keine Pflegestufe haben, aber trotzdem nicht ganz ohne Unterstützung leben möchten, entstehen gleich neben dem Wohnheim 24 barrierefreie Appartements für betreutes Wohnen. Diese Wohnungen sind bereits alle verkauft und sollen sogar noch vor dem Pflegeheim bezugsfertig sein - vielleicht schon im Winter.
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