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Hohenloher Schuldekan geht in Ruhestand

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Nach 16 Jahren will sich Kurt Wolfgang Schatz nun Reisen, Kunst und Kultur widmen. Bei seiner Verabschiedung am Sonntag bevollmächtigt er aber erst noch drei neue Religionslehrer.

Von Regina Koppenhöfer
Dem Himmel etwas näher: Auf der Dachterrasse seines Büros, das sich im Schwäbisch Haller Brenzhaus befindet, hat der scheidende Schuldekan Kurt Wolfgang Schatz einen sagenhaften Ausblick auf die Stadt.
Foto: Regina Koppenhöfer
Dem Himmel etwas näher: Auf der Dachterrasse seines Büros, das sich im Schwäbisch Haller Brenzhaus befindet, hat der scheidende Schuldekan Kurt Wolfgang Schatz einen sagenhaften Ausblick auf die Stadt. Foto: Regina Koppenhöfer  Foto: Koppenhöfer, Regina

Meine Familie war sehr kirchenaffin. Ich bin total in der Kirchengemeinde aufgewachsen", erinnert sich Schuldekan Kurt Wolfgang Schatz (66). Es überrascht denn auch nicht, dass der historisch interessierte junge Stuttgarter sich nach dem Abitur dann nicht nur fürs Studium der Geschichte, sondern darüber hinaus auch noch für das der evangelischen Theologie entschloss.

Schatz wurde schließlich evangelischer Pfarrer und später dann auch Religionslehrer. Seit 2005 ist er der Schuldekan der evangelischen Kirchenbezirke Schwäbisch Hall, Künzelsau und Gaildorf. Jetzt geht er nach einem langen Arbeitsleben in den Ruhestand.

Ansprechpartner in Bildungsfragen

Zum Kernbereich seiner Arbeit gehörte der Unterricht an den Schulen: Schatz war zuständig für die Religionslehrer dort. Aber auch die frühkindliche Bildung - etwa in Kindergärten - der Konfirmandenunterricht, Kinderkirch- und Jugendarbeit sowie Familien- und Erwachsenenbildung gehörten zu seinem umfangreichen Dienstauftrag. Beim Thema Bildung war er Ansprechpartner für die Pfarrer der Kirchenbezirke und in die Ausbildung der Vikare ebenfalls eingebunden.

Dies alles leistete er in drei Kirchenbezirken - und in drei verschiedenen Landkreisen: Zwischen Schwäbisch Gmünd und Bad Mergentheim war er stets unterwegs. "Ich bin wahnsinnig viel Auto gefahren", erzählt Schatz schmunzelnd. Ganz unterschiedliche Strukturen habe er dabei kennengelernt - und mit vielen Menschen bekam er es dabei zu tun. Viele gute Begegnungen habe es gegeben, gern erinnert Schatz sich auch: "Zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche läuft es im schulischen Bereich sehr gut."

Guter Religionsunterricht ist ihm ein Anliegen

Sich selbst sieht der scheidende Schuldekan als einen "vermittelnden Menschen, der Lösungen sucht und findet". Am Herzen lag ihm dabei immer, "dass guter Religionsunterricht stattfindet". Viel "Herzblut" floss und fließt bei ihm deshalb auch für die Bevollmächtigung und Begleitung der Religionslehrer.

Schatz, der sechs Jahre lang auch Mitglied der Landessynode war, betont: "Um diese Leute geht es uns. Junge Frauen und Männer, die an den Schulen im Auftrag der Kirche religiöse Bildung machen. Sie sollen Kindern auch eine Gottesbeziehung erschließen. Das wäre mein größter Wunsch, wenn das gelänge, ohne zu missionieren."

Besondere Begegnung mit Joachim Gauck

Zu den ganz besonderen Begebenheiten in seinem Berufsleben, so erzählt Schatz auf Nachfrage, gehört für ihn zweifellos die Begegnung mit dem späteren Bundespräsidenten Joachim Gauck: Schatz begleitete Gauck 2012 durch Schwäbisch Hall, als dieser auf einer Lesereise war. Just in diese Tage fiel wohl auch die Anfrage aus Berlin, ob Gauck sich vorstellen könne, Bundespräsident zu werden.

Noch heute hat Kurt Wolfgang Schatz die Fernsehbilder von Joachim Gauck vor Augen, wie dieser kurze Zeit darauf in Berlin einem schwarzen Auto entsteigt - in den Händen immer noch die Tasche mit Kunstkatalogen, die man ihm an der Johanniterkirche überreicht hatte.

Kunst und Kultur möchte Kurt Wolfgang Schatz sich in seinem Ruhestand aber auch selbst wieder mehr gönnen. "Ich möchte reisen auf den Spuren des Christentums", verrät er. Und was wünscht er sich für seine Kirche? "Es wäre mir wichtig, dass religiöse Bildung in ihrer Breite für die Kirche wichtig bleibt." Deshalb fordert er, die Lehrkräfte zu stärken, "denn die Lehrkräfte sind das Gesicht unserer Kirche".

Schatz wünscht sich Offenheit für andere Religionen und den Einstieg in gute, interreligiöse Gespräche. "Ich denke, es ist eine Hauptaufgabe von uns Christen, einen Kommunikations- und Verstehensprozess in Gang zu setzen - und das in lockerer und fröhlicher Weise."

Verabschiedung

Kurt Wolfgang Schatz wird beim Gottesdienst am kommenden Sonntag, 18. Juli um 9.30 Uhr in der Johanneskirche in Künzelsau verabschiedet. Mit dabei sein wird dann auch Dekan Dr. Friedemann Richert. Der scheidende Schuldekan Schatz wird an diesem Morgen auch noch drei Religionslehrerinnen für ihren Dienst bevollmächtigen.

Zur Person

Der Stuttgarter Kurt Wolfgang Schatz hat in Tübingen studiert. Ein Auslandsjahr führte ihn ins südfranzösische Montpellier. Daher, so verrät er, komme auch seine große Liebe zu Frankreich. Als Pfarrer arbeitete er 15 Jahre lang in Stuttgart, Ostfildern und Geislingen.

Auf die Zeit als Gemeindeseelsorger folgten Jahre, in denen er dann einen vollen Dienstauftrag als Religionslehrer hatte. Im Jahr 2005 ging es für ihn und die Familie - Kurt Wolfgang Schatz ist verheiratet und er hat zwei erwachsene Töchter - nach Schwäbisch Hall. Er wurde dort Schuldekan.

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