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Hohenlohekreis: Die ersten Biotonnen sind geleert

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Das neue Müllsystem für den Hohenlohekreis ist am Montag in Bretzfeld gestartet. Noch nicht alle Bürger haben es verinnerlicht.

Von unserem Redakteur Ralf Reichert
Silvia Fritsch-Baur, Leiterin der Abfallwirtschaft, prüft den Tonneninhalt.
Silvia Fritsch-Baur, Leiterin der Abfallwirtschaft, prüft den Tonneninhalt.  Foto: Reichert

Die neue Abfall-Ära im Hohenlohekreis begann am Montag um 6.02 Uhr in Weißlensburg. „Zu dieser Zeit haben wir die erste Biotonne geleert“, sagt Hans Oettling, Betriebsleiter der Heilbronner Firma Kurz Recycling.

Bio- und Restmüll werden ab 2016 getrennt erfasst und entsorgt, Bretzfeld war am 4. Januar als erste Gemeinde an der Reihe: mit der Biotonne. Parallel dazu wurde in Pfedelbach und Zweiflingen der Restmüll abgefahren. „Es bleibt bei den bisherigen Terminen, nur wechseln sich Rest- und Biomüll ab sofort wöchentlich ab,“ erklärt Silvia Fritsch-Baur, Leiterin der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis. Für Bretzfeld heißt das: Am nächsten Montag ist der Restmüll dran, in Pfedelbach und Zweiflingen die Biotonne.

Gegen Mittag sind die Müllwerker in der Bretzfelder Röntgenstraße angekommen. Horst Funke schaut zu, wie Denis Waldherr die braunen Tonnen schnappt und ans Müllfahrzeug rollt. Wie lief die Umstellung? „Mir ist das ganz leicht von der Hand gegangen“, sagt Funke, der mit Beate Müller in der Röntgenstraße 2 wohnt. Er hat eine 80-Liter-Biotonne, die erste Ladung ist überschaubar, der Behälter nur zu einem Viertel voll. „Da ist noch Luft nach oben.“ Die Restmülltonne fasst ebenfalls 80 Liter, „ich denke, wir kommen damit gut hin“.

Ein paar Meter weiter hilft Matthias Pabst seiner Mutter Karin, den 60-Liter-Eimer ins Haus zu rollen. Er ist soeben geleert worden. „Ich dachte zunächst: Das gibt Probleme, weil alles ein bisschen durcheinanderkommt. Tatsächlich ist alles problemlos“, sagt Matthias Pabst: von der Mülltrennung bis zu den Abfuhrterminen. „Es ist positiv, dass der Montag-Rhythmus bestehen bleibt. Einmal Biomüll, einmal Restmüll: Da kommt man sich nicht ins Gehege. Der Terminplan passt.“

Doch nicht alle Bürger haben das neue System schon verinnerlicht

Matthias Pabst hat beobachtet: „Einige haben nur die Restmülltonne rausgestellt oder beide Behälter. Entweder lesen sie die Pläne nicht oder sie haben es noch nicht verstanden.“ Die Leiterin der Abfallwirtschaft bestätigt: Es herrscht hier und da noch eine gewisse Unsicherheit, die bis zu Unwissen reicht. „Seit dem 28. Dezember klingelt bei uns wieder sehr oft das Telefon. Und es gibt einige, die nach wie vor elementare Grundsatzfragen stellen“, sagt Silvia Fritsch-Baur – trotz der monatelangen Info-Kampagne 2015.

Das alte System geht, das neue kommt: Dieser Übergang scheint für manche nicht so leicht zu sein. „Am 2. Januar haben wir im Jagsttal die letzten alten Restmülltonnen geleert.“ Vielleicht seien einige Bürger aber auch aufgrund der Terminverschiebungen über die Feiertage etwas durcheinandergekommen, so Fritsch-Baur. „Meine Leute riefen mich am Montagmorgen ganz erstaunt an und sagten, in ganzen Ortsteilen sei keine Biotonne gestanden,“ berichtet Hans Oettling von der Firma Kurz. Dabei müssen sie wie bisher ab 6 Uhr bereitstehen.

Das Unternehmen hat den Zuschlag erhalten, ab 2016 den Müll im Kreis zu erfassen. Vorher tat dies die Firma Alba. Seit Sommer hat sich Oettlings Team darauf vorbereitet. Es ist erst der zweite Anbieterwechsel im Kreis. 2007, als die Firma Zehner neu begann, „lief alles sehr chaotisch ab“, sagt Fritsch-Baur. Alba übernahm danach die Firma. Diesmal hat sie ein sehr gutes Gefühl.

Matthias Pabst und seine Mutter Karin nach der ersten Biotonnen-Leerung.
Matthias Pabst und seine Mutter Karin nach der ersten Biotonnen-Leerung.  Foto: Reichert
In Bretzfeld wurden am Montag die ersten von 33.000 Biotonnen geleert. Entsorgt wird das Material bei der Firma Hauke in Öhringen. 6000 Tonnen Biomüll sind das Jahresmengenziel, 2016 werden zunächst 2000 bis 2500 Tonnen erwartet.
Fotos: Reichert
In Bretzfeld wurden am Montag die ersten von 33.000 Biotonnen geleert. Entsorgt wird das Material bei der Firma Hauke in Öhringen. 6000 Tonnen Biomüll sind das Jahresmengenziel, 2016 werden zunächst 2000 bis 2500 Tonnen erwartet. Fotos: Reichert  Foto: Reichert
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