Heftiges Wortgefecht bei Kundgebung
Die Kundgebung der rechten Gruppe "Hohenlohe wacht auf" am Samstagnachmittag am neuen Standort Büttelbronner Straße in Öhringen war fast schon vorbei, da musste die Polizei doch noch deeskalierend einschreiten.

Im strömenden Regen hatten auf dem Platz vor der Albert-Schweitzer-Schule sieben Redner vor rund 40 Kundgebungsteilnehmern gegen die Asylpolitik der Bundesregierung und gegen Flüchtlinge gewettert. Auf dem Vorplatz des städtischen Jugendkulturhauses Fiasko hatten sich rund 25 Gegendemonstranten zu einer Mahnwache zusammengefunden. Eine kleine Gruppe von ihnen hatte sich dann auch zu den Absperrgittern begeben. Dort entwickelte sich gegen Ende plötzlich ein aggressives Wortgefecht, für das vor allem die letzten beiden Kundgebungsredner mitverantwortlich zeichneten. Das Einschreiten der Polizei, die mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort war, beruhigte die Situation. Die Beamten sorgten dann auch wieder für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Kundgebungsteilnehmern und Gegendemonstranten.
Umstrittener neuer Standort
Es war die 20. Kundgebung der Asylgegner in Öhringen. Auf ihren Antrag hin hatte das Ordnungsamt ihnen gegen Auflagen den beantragten Versammlungsort an der Büttelbronner Straße zugestanden. Nur wenn Sicherheitsgründe dagegen sprächen, so Ordnungsamtsleiter Axel Schramm, hätte man den Ort ablehnen können. Das sei aber nicht der Fall. Die Beschallung durfte 55 Dezibel nicht überschreiten, was laut Schramm auch eingehalten wurde. Während der Reden erklangen aus den Reihen der Gegendemonstranten hin und wieder auf einer Trompete gespielte Lieder.
Hans-Jürgen Saknus, SPD-Landtagskandidat und als städtischer Jugendreferent auch Hausherr im Fiasko, meinte mit Blick auf den neuen Kundgebungsstandort: "Die Situation ist nicht glücklich" - für die Bewohner der angrenzenden Häuser wie auch das städtische Jugendkulturhaus. Am Abend zuvor habe die Hauskonferenz getagt. Und sie sehe Probleme bei Veranstaltungen auf das Fiasko zukommen. Der Zugang müsse gewährleistet sein. Saknus: "Und wir können uns mit der Situation nicht anfreunden, dass hier Rechtsradikale demonstrieren." "Hohenlohe wacht auf" hat bis Ende des Jahres den Kundgebungsstandort an der Büttelbronner Straße angemeldet.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare
Peter Henschel am 07.03.2016 12:36 Uhr
Fakt ist, dass zunehmend gegen eine zugelassene Partei, wie der AfD von der gegnerischen Seite absolute Hetze betrieben wird, massive Behinderung und Störmanöver vollzogen werden und zwar nicht nur in Öhringen.
Dies wird alles aber nichts nützen, sh. hessische Kommunalwahl!
am 07.03.2016 16:01 Uhr
"nicht nur in Öhringen"? Wann wird oder wurde die AfD in Öhringen behindert? Das würde mich doch mal interessieren...
Flavia Patzelt am 06.03.2016 15:58 Uhr
Ich war noch nie auf einer Demonstration wegen der Flüchtlingspolitik. Weder für noch gegen. Mir ist die Argumentationsweise auf beiden Seiten zu seltsam. Aber wer ehrlich lesen kann bemerkt, dass hier die linke Seite geschrieben hat. Es gibt ja in Deutschland scheinbar nur noch rechts und links. Frau Hachenberg scheint bei den Linken zu stehen.
Da ich auf beiden Seiten Personen kenne weiß ich, dass auch bei den „Rechten“ ganz normale Bürger dabei sind, aber mit der Merkelschen Politik nicht einverstanden sind. Sogar Menschen die sich bis zu einem gewissen Punkt bei der Flüchtlingsbetreuung engagieren. Es entwickelte sich plötzlich ein aggressives Wortgefecht. Mitverantwortlich zeigten sich die Kundgebungsredner. Wer hat sich denn an die Absperrung begeben und provoziert? Die lieben Linken waren ja ganz unschuldig. Wer hat den Sicherheitsabstand unterschritten? Es ist für dies Kundgebung eine Phonzahl von 55 db erlaubt worden. Eine Trompete erzeugt wohl mehr db. Wer hält sich nicht an die Auflagen. Bei den „Linken“ ist es wohl so, dass Demokratie gut ist, wenn man ihre Meinung vertritt. Der Rest wird tot geschrien. Was sich zur Zeit in Deutschland abspielt erweckt den Eindruck einer modernen Hexenverfolgung. Allerdings: Auch ich bin dafür, dass der der Straftaten begeht eine Strafe bekommen soll. Und zwar auf allen Seiten.
Flavia Patzelt
Neuenstein
am 07.03.2016 09:15 Uhr
Ich weiß ja nicht, ob Sie da waren. Ich war es.
Die jungen Frauen, die an der Absperrung gestanden sind, hatten keine Plakate, keine Trompete, nichts. Sie haben nur still zugehört, es war immerhin eine ÖFFENTLICHE Kundgebung. Wenn die Rechte überhaupt kein Publikum will, muss sie in eine Halle.
Und diese Frauen wurden plötzlich von den Rechten angepöbelt und angebrüllt. Warum? Weil sie angeblich auf der falschen Seite stehen und auf die Geschenisse in Köln etc. keine Antworten hätten....
So viel zu den Tatsachen.