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Niedernhall

Haltestelle an der Niedernhaller Giebelheide bleibt oben ohne

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Am Jugendhaus auf der Niedernhaller Giebelheide wäre eigentlich ein Buswartehäuschen sinnvoll. Was dennoch dagegen sprach und welche Ideen auf dem Tisch lagen.

An der Bushaltestelle "Jugendhaus"gibt es weiterhin keinen Unterstand. Eine Verlegung der Haltestelle in den Kreisverkehr wurde auch verworfen.
Foto: Tamara Ludwig
An der Bushaltestelle "Jugendhaus"gibt es weiterhin keinen Unterstand. Eine Verlegung der Haltestelle in den Kreisverkehr wurde auch verworfen. Foto: Tamara Ludwig  Foto: Ludwig, Tamara

Alles Drehen und Wenden, Ringen und Hadern brachte letztlich keine akzeptable Lösung: An der Bushaltestelle "Jugendhaus" in der Schöntaler Straße der Niedernhaller Giebelheide wird es kein Buswartehäuschen geben. Das entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung. Vorausgegangen war der Entscheidung ein Antrag aus dem Gremium, die Möglichkeiten eines solchen Wartehäuschens zu prüfen und im Rat zu diskutieren. Denn immer wieder habe es Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, dass dort ein Unterstand sinnvoll wäre.

Unglückliche Gesamtumstände

Die Gegebenheiten vor Ort sind jedoch schwierig: private Zufahrten, fehlender kommunaler Grundbesitz und die Enge aufgrund des vorhandenen Fußwegs. Hinzu kommt, dass der Fahrgastunterstand, steht er wie üblich mit der offenen Seite zur Straße, bei Wind und Regen trotzdem keinen ausreichenden Wetterschutz bieten würde. Das ist schlicht der Lage geschuldet.

Auch deshalb entwickelt sich eine rege Diskussion im Rat, wie man so ein Häuschen anders aufstellen könnte. So fragt sich Bernd Spazierer, ob man das Häuschen nicht einfach mit der geschlossenen Seite zur Straße platzieren könne. Das sieht Bürgermeister Achim Beck eher kritisch, damit müsste ja auch "der Bus anders halten", um seine Türen vorne und hinten öffnen zu können und den Zustieg zu ermöglichen. Ein Wegrücken von der Fahrbahn ist aus Platzgründen nicht machbar.

In viele Richtungen gedacht

Das Gedankenspiel der Räte, welche Seiten am Häuschen man zu- oder offenlassen könnte, um ein wenig Wetterschutz zu gewährleisten, führt letztlich zu keinem umsetzbaren und zugleich sinnvollen Weg. Letzte und radikalste Lösung wäre, den Kreisverkehr in unmittelbare Nähe so umzubauen, dass die Haltestelle dorthin verlagert werden kann.

Von dieser kostspieligen Möglichkeit, deren Gelingen auch durch den benötigten Ein- und Ausfahrwinkel der Busse unklar wäre, scheinen aber weder der Rat, noch der Bürgermeister begeistert. Zumal Martin Müller, Leiter des Kreistiefbauamtes, anmerkt: "Ich fürchte auch, dass die Verkehrsbehörde dem gar nicht zustimmen würde." Die Verlegung der Busroute, damit die Haltestelle auf der anderen Straßenseite angefahren wird, schlägt Mathias Lutz vor. Dort wäre ein Unterstand nämlich möglich. "Das macht der NVH nicht mit", erklärt Beck und ergänzt: "Manchmal gibt es keine ideale Lösung".

Womöglich löst sich das Problem von selbst

Peter Mettendorfer ist überzeugt, dass sich das Problem ohnehin erledigen wird: Die Haltestelle diene vor allem dem Schülerverkehr. "Den Schülern geht es um den Sitzplatz im Bus", erklärt er. Da die Haltestelle bisher zuerst angefahren werde, sei sie auch beliebt bei denen, deren vom Wohnhaus nächste Haltestelle eine andere ist. Ist das Wohngebiet Giebelheide III aber bebaut, verlagere sich das Ganze und - wer kann - wähle eine andere Haltestelle für den Zustieg.

Letztlich folgen die Räte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Bushaltestelle wie vorgesehen barrierefrei umzubauen, aber auf einen Unterstand zu verzichten.

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