Stimme+
Mulfingen

Hallenmasters: Kollektives Kribbeln

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Der Tuniersieger FC Liverpool hat den Hallenmasters am Wochenende noch mehr Glanz verliehen. Das freut Fans, Betreuer und Veranstalter.

Von unserem Redakteur Ralf Reichert
Endstation im Viertelfinale: Der SC Heerenveen dominierte die Gruppenphase und verlor gegen den FC Liverpool. So viel internationales Flair gab es noch nie.
Endstation im Viertelfinale: Der SC Heerenveen dominierte die Gruppenphase und verlor gegen den FC Liverpool. So viel internationales Flair gab es noch nie.

Die 300 Stehplatzkarten an der Tageskasse sind im Nu weg. Bereits am Mittag ist der Budenzauber ausverkauft. Rekord. Die A-Junioren von 1860 München und Bayer Leverkusen geben ihr Debüt beim 15. EBM-Papst-Hallenmasters. Ganz ordentliche Zugpferde, keine Frage. Dazu der SC Heerenveen, ein holländischer Topklub mit feinen Technikern. Doch ein Verein ragt heraus und sorgt für kollektives Kribbeln: FC Liverpool. Der Name ist Magie. Große Fußball-Historie im kleinen Mulfingen.

Jubel Schlecht gestartet, sukzessive gesteigert, stark aufgespielt, souverän gewonnen: Die Roten, sie schreiben mal wieder Geschichte, bei ihrer Hallen-Premiere in Hohenlohe. Mittendrin: Basti Schorr aus Nürnberg und Marco Schilensky aus Erlangen. Sie sind Mitglieder der "German Reds", des größen deutschen Liverpool-Fanclubs.

Um eine "geile" Erfahrung reicher: Julian Baumann vom FSV Hollenbach.
Um eine "geile" Erfahrung reicher: Julian Baumann vom FSV Hollenbach.

Drei, zwei, eins. Aus. 2:1 für Liverpool im Finale gegen Düsseldorf. Basti und Marco sind aus dem Häuschen. Genauso wie die Spieler. Sie springen und jubeln, schreien und tanzen. Und liegen sich alsbald gemeinsam in den Armen. "Das war sehr überzeugend. Wir haben uns von Spiel zu Spiel verbessert und sind verdienter Sieger", sagt Marco.

Seit dem legendären Champions-League-Triumph 2005 gegen den AC Mailand schlägt ihr Herz für Liverpool. Die Reds in Mulfingen? Da mussten sie hin, auch wenn es "nur" der Nachwuchs ist. "Als Titelverteidiger hoffen wir, nächstes Jahr wieder dabei zu sein. Dann aktivieren wir noch ein paar Leute mehr aus unserem Fanklub", sagt Basti. Bis dahin ruft aber wieder das Stadion an der Anfield Road. Marco ist in drei Wochen gegen Chelsea dort, Basti im April gegen Bournemouth.

Erfahrung

Weil Liverpool im letzten Vorrundenspiel ein 1:1 gegen Karlsruhe schafft, verpasst Hollenbach die Finalrunde. Im direkten Vergleich führt der FSV immer wieder − und verliert 3:4. Julian Baumann kickt mit. Und ist trotzdem glücklich. "Das war eine geile Erfahrung und als Fußballer mein bisheriges Highlight", sagt der 17-jährige Verteidiger und strahlt. Mit Respekt sei er in die Partie gegangen. "Aber ich hatte keine Angst." Sich mit solch großen Namen zu messen, "macht echt viel Spaß". Der größte Unterschied? "Das hohe Tempo."


Für den SC Heerenveen ist Liverpool ebenfalls ein "toller Gegner", schwärmt Trainer Paul Raveneau. In ihrer Gruppe räumen sie alles ab, im Viertelfinale ist Endstation: gegen die Reds. "Physis ist genauso wichtig wie Technik", deshalb gefällt ihm so ein Hallenturnier in Deutschland. Liverpool hat von beidem das Beste gezeigt.

Als Betreuer ganz nah dran am FC: Katrin Waterstrat und Mario Schmelcher.
Als Betreuer ganz nah dran am FC: Katrin Waterstrat und Mario Schmelcher.

Ganz nah dran am FC sind auch Katrin Waterstrat und Mario Schmelcher: die eine tanzt beim SV Mulfingen und schaut, dass sich die englischen Gäste wohlfühlen, der andere ist Vertriebsingenieur bei EBM-Papst und Betreuer im sportlichen Bereich. Die eine spricht gut Englisch und liebt das Land, der andere hat schon von Berufs wegen eine internationale Ader und sagte gerne zu, denn: "Ich bin Dortmund-Fan." Da trainierte ja mal ein gewisser Jürgen Klopp, der jetzt in Liverpool am Ruder ist. "Und die Vereine verbindet eine Fan-Freundschaft."

Dass Fußball etwas Völkerverbindendes hat, gefällt auch EBM-Papst-Gründer Gerhard Sturm. Deshalb "gönnt" er Liverpool den Sieg, auch wenn er die regionalen Teams gerne weiter vorne gesehen hätte. Burkhard Beck, Vorstand des SV Mulfingen, meint wiederum: Es doch sei toll, dass einer der "geilsten Vereine" eines der "geilsten Hallenturniere" gewonnen hat.

 

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben