Hallenfrage ruft Skepsis hervor
Abriss oder Sanierung? Gemeinderat debattiert über Ernsbacher Turnhalle

Forchtenberg - Schon im Oktober hatte der Forchtenberger Gemeinderat festgestellt, dass die 50 Jahre alte Halle mit kleineren Ausbesserungen nicht mehr zu retten ist. Duschen, Toiletten, Dach - in der Halle gibt es nahezu in allen Bereichen Handlungsbedarf. Inzwischen liegen erste Kostenschätzungen vor. Danach würde ein Neubau die Stadt zwischen 1,8 und 2,4 Millionen Euro kosten. Für die Sanierung werden rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt, ein Drittel davon würde wohl das Land zahlen. Bei einem Neubau beträgt der Zuschuss zur elf Prozent.
Mahnende Beispiele Die angeblich günstigere Sanierung sorgt in Forchtenberg für Skepsis. Bei den Arbeiten an der Ernsbacher Kocherbrücke und am Amtshaus hat die Stadt weit mehr bezahlt, als ursprünglich vorgesehen war. „Eine Sanierung birgt immer die Gefahr, dass sich die Kosten erhöhen“, weiß Bürgermeister Uwe Gysin. Bei einem Neubau bestehe diese Gefahr nicht, weil sich die Ausführung an einer festen Kostengrenze orientiere. Der Ernsbacher Ortsvorsteher und Gemeinderat Werner Engel führte seinen Ratskollegen ein mahnendes Beispiel aus Schöntal vor Augen: Bei der Sanierung der Bieringer Jagsttalhalle seien die Kosten davongelaufen, statt 200 000 Euro habe die Erneuerung die Gemeinde letztlich 2,4 Millionen gekostet.
„Schule, Vereine und Jugend haben das Recht, dass sich die Stadt um eine funktionierende Sporthalle bemüht“, sagte der Ernsbacher Ortsvorsteher. Sanierung oder Neubau seien „kein Luxuswunsch“, es gehe nur um Erhalt. Die Ratskollegen signalisierten, für die Halle genügend Geld bereitzustellen. Ulrich Karle war der Ansicht, dass eine Sanierung „in jedem Fall billiger“ sei. Man dürfe mit dem Geld der Gemeinde nicht leichtfertig umgehen. Thomas Hartmann bevorzugte ebenfalls die Sanierung, allerdings müsse man genau darauf achten, „dass die Kosten ordentlich ermittelt werden“. Umständliche Umbauten wie das Anheben des Bodens und des Dachs lehnte Hartmann ab: „Dann reißen wir die Halle lieber ab und bauen eine neue.“
20 000 Euro Honorar Letztlich schlossen sich die Forchtenberger Räte einstimmig dem Vorschlag des Bürgermeisters an, auf Nummer sicher zu gehen. Laut Beschluss sollen sich demnächst fünf Architekturbüros die Halle ansehen und Sanierungspläne anfertigen. Zusätzlich werden von zwei Büros Kostenschätzungen für einen Neubau eingeholt. Bei der Variante Sanierung hält es die Stadt für denkbar, einzelne Vorschläge der Architekten zu kombinieren. Den Fachleuten wird insgesamt ein Honorar von rund 20 000 Euro überwiesen.
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