Geplante Würth-Halle: Harmonie und Konkurrenz
Künzelsau - Ganz vorne in der Größenliga wird die geplante Würth-Halle in Künzelsau nicht mitspielen. Tatsache ist aber, dass der auf 55 Millionen Euro kalkulierte Bau Auswirkungen haben wird, die sich nicht nur auf die Kulturszene in der Region beschränken werden.

Mit einem Kammermusiksaal für bis zu 600 Zuschauer und einer Veranstaltungshalle für 2000 Besucher entspricht das Gebäude in seinen Dimensionen weitgehend der Harmonie in Heilbronn. Dazu kommen ein Museumsbereich sowie das Freigelände, in dem künftig die Würth-Open-Airs Tausende nach Gaisbach locken sollen.
"Die ganze Region freut sich auf den Bau der Halle", jubelt der Hohenloher Bundestagsabgeordnete und Konzertveranstalter Christian von Stetten − und schaut darüber hinweg, dass sich sowohl Veranstalter als auch Städte durchaus auch als Wettbewerber verstehen, wenn es darum geht, Kultur zu bieten.
Gelassenheit

"Keine direkte Konkurrenz für die Harmonie" erwartet allerdings Bernhard Winkler, der Chef von Heilbronn Marketing, in der neuen Würth-Halle. "Vieles hängt natürlich von der Technik ab, die dort eingebaut wird." Winkler befürchtet dennoch nicht, dass zu viele Konzerte nach Hohenlohe abgezogen werden. Und: "Im Winterhalbjahr sind die Leute vorsichtig mit dem Fahren." Die Harmonie bietet 2043 Sitzplätze, im Maybach-Saal sind es 700.
Mit Audi und Intersport gibt es in der Region zwei Firmen, die große Veranstaltungsräume ihr Eigen nennen − und wie Würth nicht nur um Kultur, sondern auch um Messen, Firmenevents und Kongresse buhlen. Die Audi-Forum-Chefin Antje Maas sieht die Würth-Pläne dennoch gelassen: "Unser Kerngeschäft sind Autos. Mit dem Forum haben wir eine Marken- und Erlebniswelt, in der wir unsere Kunden in einem einzigartigem Ambiente begeistern möchten", sagt sie. Audi freue sich vielmehr darüber, dass auf diese Weise mehr Kultur in die Region komme.
Auch Lars Sommer von Intersport sieht das Projekt nicht als Konkurrenz, sondern als große Chance für alle. "Mit unserem Redblue und der neuen Halle von Würth wird Heilbronn-Franken als Messe- und Veranstaltungsstandort noch stärker." Sommer hofft, dass die Stadt Heilbronn in Bezug auf Hotelangebote, Verkehrsanbindungen "dann langsam aufwacht".
Vielseitig
Bis zu 3000 Besucher fasst das Forum in Ludwigsburg, wobei das Theater 600 bis 1248 Personen Sitzplätze bietet, der Bürgersaal 350 bis 1500. Ähnliches gilt für das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart: Variabilität ist Trumpf. So finden im Beethovensaal 2100 Menschen Platz, im Hegelsaal 1900 und im Mozartsaal 752.
In einer ähnlichen Größenordnung wie die neue Würth-Halle ist auch das Theaterhaus Stuttgart. Vier Säle stehen zur Auswahl, die beiden größten haben 2011 beziehungsweise 406 Plätze. Zum Vergleich: Das Große Haus des Theaters Heilbronn fasst 705 Besucher, das Komödienhaus 315.
Die Schleyerhalle (15 000) und Porsche-Arena (7000) in Stuttgart sowie die SAP-Arena Mannheim (15 000) bieten unbestuhlt Platz für große Konzerte und auch für Sport-events. mas,as,mfd

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