„Gemeinsam statt einsam“
Initiative zur Erhaltung des Kurparks erstellt Broschüre für Senioren

Waldenburg - Von A wie Ärztliche Versorgung und Apotheken bis T wie Tagesessen und Tierpension reicht die Palette von 18 Stichwörtern, unter denen die Initiative zur Erhaltung des Kurparks in Waldenburg 58 Adressen gesammelt hat, die Hilfs- und Dienstleistungen für ältere Mitbürger anbieten. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ sind sie in einer Broschüre mit dem Titel „Wo finde ich was?“ zusammengefasst.
„Es war mir bisher gar nicht bewusst, dass es schon wahnsinnig viele Angebote gibt“, sagt Karin Brenner, die die 16-seitige Broschüre zusammen mit Dagmar Nepper und einigen Waldenburger Bürgern erarbeitet hat, die sich nach einem Aufruf zur Mitarbeit im Amtsblatt gemeldet hatten. „Die Broschüre ist ein erster Schritt auf einem langen Weg zu einer vollständigen Aufstellung aller verfügbaren Leistungen“, sagt Dagmar Nepper. Noch fehlen zum Beispiel Adressen von Gewerbetreibenden, die „kleine Dienstleistungen“ anbieten. Deshalb wollen die Initiatoren die Daten weiter ergänzen.
Betreutes Wohnen Hintergrund für die Daten-Sammlung ist die kontroverse Diskussion um den Waldenburger Kurpark als Standort einer künftigen Anlage für Betreutes Wohnen. In dieser Diskussion hatte die Initiative zur Erhaltung des Kurparks klar Stellung bezogen: für Betreutes Wohnen in Waldenburg, gegen den Standort Kurpark (wir berichteten). Ob der Kurgarten bebaut werden soll, darüber stimmen die Waldenburger Bürger bei einem Bürgerentscheid am 24. Februar ab. Als Alternative zu einer Senioren-Wohnanlage im Kurpark favorisiert die Initiative ein an das so genannte Lenninger Netz angelegtes Modell, das über ein engmaschiges Netzwerk an Hilfs- und Dienstleistungen dafür sorgt, dass ältere Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden betreut wohnen können.
Erstes Mosaiksteinchen „Das ist auch unser Ziel und wir sind gar nicht so weit davon weg“, sagt Karin Brenner. Die jetzt vorgelegte Broschüre sieht sie als „ein erstes Mosaiksteinchen auf dem Weg dahin“. Weiteres Anliegen der Bürgerinitiative: „Wir wollen nicht nur dagegen sein, sondern Alternativen aufzeigen und einen ersten Schritt gehen“, so Karin Brenner.
Dass eine Art Waldenburger Netz jede Menge Kooperationspartner erfordern würde, ist ihr bewusst. „Wir brauchen jemand, der das bündelt“, sagt sie. Den Bürgerentscheid am 24. Februar wertet sie als „basisdemokratischen Schritt“, denn „egal wie es ausgeht, ist es die Entscheidung der Bürger“, sagt sie. Selbst wenn sich eine Mehrheit für die Bebauung des Kurparks finde, wolle die Bürgerinitiative in Sachen „Betreutes Wohnen zu Hause dranbleiben“. Karin Brenner ist überzeugt davon, dass „auch die im Kurpark geplante Wohnanlage die Probleme in Waldenburg nicht lösen würde“.
Chance Eine „Chance“ sieht sie auch im Bereich Burgfried in der Waldenburger Altstadt, den die Stadt mit Mitteln aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum neu gestalten möchte. „Das wäre ein idealer Standort, um seniorengerechte Wohnungen zu bauen, die nötigen Dienstleistungen können sich die Leute selber einkaufen“, so Karin Brenner.
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