Gemeinde hat große Aufgabe

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Methodisten erwarten 500 Konferenzteilnehmer

Von Peter Hohl
Hereinspaziert: Pastor Holger Panteleit und die methodistische Gemeinde Öhringen sind Gastgeber der süddeutschen jährlichen Konferenz ihrer Kirche.Foto: Peter Hohl
Hereinspaziert: Pastor Holger Panteleit und die methodistische Gemeinde Öhringen sind Gastgeber der süddeutschen jährlichen Konferenz ihrer Kirche.Foto: Peter Hohl

Öhringen - Das hat es bisher noch nicht gegeben, dass eine so kleine Gemeinde die jährliche Konferenz ausrichtet“, sagt Holger Panteleit. Das oberste Leitungsgremium der evangelisch-methodistischen Kirche in Süddeutschland tagt vom 20. bis 23. Juni in Öhringen. Rund 500 Theologen und Laien beraten und beschließen über die Grundlinien der Kirchenarbeit. Sie vertreten gut 33 000 und damit mehr als die Hälfte aller in Deutschland lebenden Methodisten. Weltweit gibt es rund 70 Millionen Methodisten.

Holger Panteleit ist der „Konferenzvater“, auch wenn er diesen Begriff „blöd“ findet. Seit er vor gut eineinhalb Jahren sein Amt als Pastor der Öhringer Gemeinde angetreten hat, ist er mit der Vorbereitung des Kirchenparlaments beschäftigt. „Ich habe durchschnittlich zwei Tage pro Woche eingebracht“, berichtet der 38-jährige Familienvater.

Denn wie gesagt: Öhringen ist ein kleiner unter den knapp 140 Bezirken in Süddeutschland (das bei der methodistischen Kirche von den Alpen bis ins südliche Nordrhein-Westfalen reicht). „Wir sind einer der wenigen Bezirke mir nur einer Gemeinde“, berichtet Panteleit. Deshalb hat der Pastor die Nachbarbezirke um Unterstützung gebeten. Insgesamt werden an die 200 Menschen aus dem Bereich zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall dabei mithelfen, dass das kirchliche Großereignis glatt über die Bühne geht. „Alleine hätten wir das nicht geschafft“, weiß Panteleit.

Warum hat sich die kleine Gemeinde diese große Last aufgebürdet? Eigentlich sei Heilbronn als Konferenzort vorgesehen gewesen, berichtet Panteleit. Doch die Harmonie sei viel zu teuer. Deshalb sei die Konferenz in die Öhringer Kultura ausgewichen.

Denn das Geld ist auch bei den Methodisten ein Thema - gerade bei ihren jährlichen Konferenzen. Wie alle Freikirchen erhält die methodistische keine Steuergelder, sondern muss mit dem auskommen, was an Spenden und Eigenleistungen aus der Gemeinde kommt. Das kann eine ganze Menge sein, wie die Öhringer selbst erst kürzlich beim umfassenden Um- und Ausbau ihres Gemeindezentrums am Pfaffenmühlweg bewiesen haben. Dennoch gilt grundsätzlich: Die methodistische Kirche muss sparen, etwa beim theologischen Personal oder auf der Verwaltungsebene.

In diesem Jahr stehen Wahlen zu den Kirchengremien im Mittelpunkt der Konferenz. Haupttagungsort ist die Kultura, doch auch die eigene Christuskirche mit ihren Nebenräumen ist während der vier Tage voll belegt. Für den Begegnungstag der Frauen am Mittwoch nutzen die Methodisten das katholische Gemeindezentrum St. Joseph, und der Abend der Begegnung am Freitag findet in der evangelischen Stiftskirche statt. „Die Konferenz wäre unvorstellbar, wenn Stadt und Ökumene nicht mitziehen würden,“ sagt Panteleit.

Und die Gastronomie? Tagsüber gibt’s einfache Verpflegung, berichtet Holger Panteleit, doch abends würden die Konferenzteilnehmer wohl in den Gaststätten essen: „Ich habe die Wirte schriftlich vorgewarnt.“

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben