Führungsspitze verjüngt
Feuerwehrleute wählen Bernd Faska zum Kommandant und Timo Kieber zum Stellvertreter

Öhringen - Bei der Freiwilligen Feuerwehr der Großen Kreisstadt geht eine Ära zu Ende. 20 Jahre führten Günther Uhlmann (58) als Kommandant und Wolfgang Brosig (58) als sein Stellvertreter die Stützpunktwehr und ihre Abteilungen mit heute 252 Aktiven. Hinzu kommen 28 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und 35 Alterskameraden. Bei der Hauptversammlung am Samstag in der Feuerwache stellte sich das bewährte Tandem nicht mehr zur Wiederwahl. Die Kronprinzen waren längst ausgeguckt. Mit Bernd Faska (48) und Timo Kieber (34) rücken zwei Männer an die Spitze der Wehr, die ihr seit ihrer Jugend eng verbunden sind. Viel Einsatzerfahrung zeichnet beide Oberbrandmeister aus, die bislang jeweils einen Zug führten.
Vertrauen Dass sie bei den Öhringer Wehrmännern und -frauen großes Vertrauen besitzen, zeigte das Ergebnis der Wahl. Von den 153 stimmberechtigten Kameraden, die zur Hauptversammlung gekommen waren, erhielt Faska als neuer Kommandant 151 Ja-Stimmen, Kieber als Stellvertreter 146 Ja-Stimmen. Nun ist es am Gemeinderat, die Wahl zu bestätigen. Auch wenn Uhlmann und Brosig bei den Aktiven der Öhringer Wehr nun ins Glied zurücktreten, bleiben sie auf Kreisebene als Kreisbrandmeister und Vorsitzender des Feuerwehrverbandes an vorderster Stelle.
Wie stolz Öhringen auf seine "sehr starke Feuerwehr ist", hob Oberbürgermeister Thilo Michler hervor. So sei auch bei den jüngsten Haushaltsberatungen der Feuerwehretat nie zur Diskussion gestanden. "Alle stehen voll hinter der Wehr." So werden 2011 770 000 Euro in den Bau des neuen Feuerwehrmagazins in Michelbach, 100 000 Euro für neue Sanitärbereiche in der Feuerwache und 30 000 Euro in Einsatzkleidung investiert. Und es wird ein Audi Q5 als Wagen für den Einsatzleiter angeschafft.
Als "größte ehrenamtliche Bewegung der letzten eineinhalb Jahrhunderte" bezeichnete CDU-Landtagsabgeordneter Jochen K. Kübler die Freiwilligen Feuerwehren. 17 Jahre hatte der ehemalige Öhringer OB mit Uhlmann und Brosig zusammengearbeitet. Viel sei in dieser Zeit erreicht worden: Gebäude, Geräte, Top-Ausbildung. 45 Millionen Euro fließen in diesem Jahr auf Landesebene in die Förderung der Wehren.
Wie "hochprofessionell" die Öhringer Wehr arbeitet, hob der Hohenloher Polizeichef Richard Diesch hervor. Die Polizei verbinde mit der Wehr eine jahrzehntelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Rückblick Auf vier Jahrzehnte blickte auch Wolfgang Brosig als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes zurück. Vor 40 Jahren waren er und Uhlmann in die aktive Wehr eingetreten. Damals stand das Feuerwehrgerätehaus noch in der Ebertstraße. Neue Mitglieder erhielten eine gebrauchte Uniform, in der geübt, zu Einsätzen ausgerückt und an Festzügen teilgenommen wurde. Es gab keine Drehleiter, keine hydraulischen Scheren und Spreizer. Im Tanklöschfahrzeug hingen Schwämme, die man sich bei Rauch auf Nase und Mund drücken konnte. Heute verfüge Öhringen über eine moderne Wehr. Doch ohne Menschen nützten alle guten Fahrzeuge und Geräte nichts. "Nur durch Euch, Kameraden, wird aus der Feuerwehr eine gut funktionierende Hilfsorganisation."

Stimme.de
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