Fröhliches Fest umrahmt Blick in Schraubenproduktion
Tag der offenen Tür bei Arnold Umformtechnik in Ernsbach

Forchtenberg - „Die Faszination Schraube lebt“, sagte Dieter Brand überzeugt. Der Werktechniker sorgte bei Gluthitze am Sonntag nicht nur für gutes Klima beim Tag der offenen Tür in den Werkhallen von Arnold Umformtechnik, sondern stand auch ungezählten Besuchern Rede und Antwort. Ein Erfolgsgeheimnis der Ernsbacher Spezialisten ist ihre Flexibilität.
Aus schlichtem Draht fertigen sie hoch spezialisierte Verbindungselemente, die in alle Welt gehen. Mümin Binal ist seit sechs Jahren Arnold-Mitarbeiter und vermittelte Besuchern Staunen angesichts einer Millionenproduktion: „Man könnte ja meinen, dass irgendwann alles fest verschraubt ist. Aber es werden immer mehr gebraucht“. Binals Automat wird mit Draht gefüttert und spuckt pro Minute bis zu 400 fertige Teile aus. 150 Paletten verlassen täglich das Werk, vor allem für Auto- und Elektronikindustrie. Binal macht seine Arbeit Freude ebenso wie die Tatsache, dass es nie Stagnation gibt.
Fachkundig vermittelten an den Werkstationen Arnold-Mitarbeitende ihr Wissen und ließen an vorbereiteten Geräten auch die Besucher mal dran. Der kleine Konstantin Ripsam fertigte sich an einer der Stationen aus einer Schraube und einer halben Schraubenmutter einen Flaschenöffner. Profis wie Dirk Metzger hatten auch immer einen flotten Spruch auf Lager, etwa dass eine Motorsäge unter Kollegen scherzhaft oft auch „Fichtenmoped“ heißt.
Volksfestatmosphäre Außerhalb der Werkhallen gab es Volksfestatmosphäre mit dem Hohenloher Jazzkränzchen und der Band Berthold Breuninger, die dem Publikum mit Charme und Pfeffer einheizten. Rund ging es beim Karussell und bunt zu beim Kinderschminken. Oldtimertraktoren und Jazztänzerinnen boten was fürs Auge und das Catering für den Magen. Am Bungeetrampolin gab es jede Menge Spaß und ein paar Schrammen, die vom Roten Kreuz-Ortsverband gleich versorgt wurden.
Studierende der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel vom „wob-racing“-Team präsentierten ihr von Arnold mitgesponsertes Rennwagenprojekt. Wer es lieber ruhiger hatte, ließ sich bei Lokalhistoriker Gerhard Christ in die Geschichte des Werkes einführen, schaute Archivalien und eine restaurierte Maschine an. Auch Rolf Kraft, der bis 1980 bei Arnold kleinste Holzschrauben mit einem Maß von 1,4 mal 7 Millimetern gefertigt hatte, genoss den Tag an seiner alten Wirkungsstätte.
Frank Guse, der Leiter Unternehmensentwicklung, sah über 200 hoch motivierte Mitarbeitende, von den Auszubildenden bis zur Werksfeuerwehr. Er würdigte die hohe Identifikation zwischen Mitarbeitenden und Betrieb, die nicht nur an diesem Festtag, sondern auch im Arbeitsalltag zu spüren sei. Seinen Stolz teilte die Leiterin des Personalwesens, Heike Siegmeth. Sie freute sich, dass die Besucher so viele verschiedene und neue Eindrücke mitnehmen konnten. „Das war ein sehr schöner Tag“, bilanzierte sie zufrieden.
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