Forchtenberg wählt Michael Foss in zweite Amtszeit
Mit fast 98 Prozent der Stimmen geht Michael Foss in seine zweite Amtszeit. Das Ergebnis überraschte am Sonntag nicht wirklich, Foss war Alleinkandidat. Spannend war jedoch die Wahlbeteiligung.

Die Auszählung der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag im Forchtenberger Rathaus geht schnell. Schon um 18.42 Uhr verkündet der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Karle: 97,82 Prozent für Michael Foss. Keine Überraschung, denn der 34-jährige amtierende Bürgermeister hatte keinen Gegenkandidaten. Dennoch sind so viele Gäste zum Gratulieren gekommen, dass bereits um 18.30 Uhr der Eingangsbereich des Rathauses gut gefüllt ist und einige Besucher draußen stehen bleiben.
Fast 40 Prozent Wahlbeteiligung in Forchtenberg
Neben Bürgern sind auch Amtskollegen aus ganz Hohenlohe unter den Gästen sowie der erste Landesbeamte Gotthard Wirth und auch der zukünftige, erst vergangene Woche gewählte Landrat Ian Schölzel. Bis Karle auf der Treppe auftaucht und das Ergebnis verkündet, wird munter geredet. Spannend macht Karle die Verkündung der Wahlbeteiligung.
"Es sind 0,85 Prozent weniger, als gewünscht", sagt er ins Mikrofon, dank dem die Menschen vor dem Rathaus mitbekommen sollen, was drinnen passiert - auch wenn das nicht den ganzen Abend gut funktioniert. Auf 40 Prozent Wahlbeteiligung hatte Foss im Vorfeld gehofft, 39,15 Prozent der insgesamt 4192 Wahlberechtigten sind schließlich für den Alleinkandidaten zur Urne gegangen.
Foss sieht man nach der Verkündung der Wahlbeteiligung die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. "Das ist nicht nur eine Bestätigung für mich, sondern für das ganze Team", erklärt er. Nun werde er sich "weitere acht Jahre voll reinhängen". Dann dreht er sich zu seiner Frau Larissa um: "Ich muss dir danken, für deine Geduld in den letzten acht Jahren, aber dich leider auch darum bitten, diese für weitere acht Jahre zu haben." Den Kuss, den er darauf bekommt, "nehme ich jetzt mal als Bestätigung", so Foss lachend.
Bürgermeister aus allen Ecken Hohenlohes gratulieren
Langanhaltender Applaus brandet Foss entgegen. Unter den ersten Gratulanten sind neben den Bürgermeistern der umliegenden Kommunen Niedernhall und Weißbach auch Rathauschefs aus anderen Ecken Hohenlohes: Martin Piott ist aus Bretzfeld gekommen, Christoph Spieles, der am Morgen noch seinen Bürgerempfang veranstaltet hat, aus Kupferzell.
"Es ist eine absolut gute Wahl", kommentiert der ehemalige und langjährige Forchtenberger Bürgermeister Martin Tuffentsammer. "Das wäre früher nicht sonderlich viel gewesen", stellt er im Bezug auf die Wahlbeteiligung fest, "heutzutage ist das jedoch ein wirklich gutes Ergebnis - und auch in hohem Maße verdient." Zum Vergleich: Am selben Tag fand im Landkreis Heilbronn die Bürgermeisterwahl in Kirchardt statt, ebenfalls mit einem Alleinkandidaten. Hier konnte Bürgermeister Gerd Kreiter nur 25,56 Prozent zur Urne holen.
Freibier und Freiwein für Forchtenberger
Bevor es ans Feiern geht, gibt es für die Frau des Bürgermeisters den obligatorischen Blumenstrauß. Den zwei Kindern Luna und Hugo werden Spielzeuge überreicht. "Da ist eine Barbie drin", fühlt die Vierjährige schon mal durch die Verpackung vor. Ihr zweijähriger Bruder hat einen Traktor erhalten. "Eine gute Wahl, er freut sich riesig", wie Larissa Foss bestätigt. Was hält sie von weiteren acht Jahren Amtszeit? "Er hat schon wirklich viele Abendtermine", sagt sie lächelnd. "Das ist mal mehr, mal weniger schlimm." Doch sie hat ihn schon als Bürgermeister kennengelernt, "und die Großeltern stehen uns wirklich immer zur Seite."
Derweil spielt vor der Tür der Musikverein auf. Freiwein und Freibier, die der Bürgermeister wie versprochen spendiert, gibt es auch für die Draußengebliebenen. Und Foss? Der hat am Montag erstmal einen Tag Urlaub, erzählt er.
Das ist das Wahlergebnis in Forchtenberg
Bei der Bürgermeisterwahl waren 4192 Einwohner stimmberechtigt, 97,82 Prozent der abgegebenen Stimmen fielen auf Michael Foss. 35 Leute gingen zur Wahl und stimmten nicht für ihn. 302 Wähler entschieden sich für eine Briefwahl.
In den einzelnen Wahlbezirken konnte Foss auf folgende Ergebnisse kommen:
Kernort Forchtenberg: 97,87 Prozent
Ernsbach: 97,79 Prozent
Sindringen: 97,13 Prozent
Muthof: 96,43 Prozent
Wohlmuthausen: 99,31 Prozent.

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